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Widerstand in der Diktatur

de Paul B. Wink

Betrachtungen zum 20. Juli 1944

Begrüßungsrede von Paul B. Wink, Bevollmächtigter des Generalsekretärs der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin anlässlich der Podiumsdiskussion "Widerstand in der Diktatur - Betrachtungen zum 20. Juli 1044" am 20. Juli 2004 in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin

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Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Exzellenzen,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

zu unserer Podiumsdiskussion

Widerstand in der Diktatur

Betrachtungen zum 20. Juli 1944

heiße ich Sie im Namen der Konrad-Adenauer-Stiftung und von Frau Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und Vorsitzende unseres Mitveranstalters, dem Verein von Mitgliedern der ehemaligen Volkskammerfraktion CDU/DA e. V., herzlich willkommen.

Auf dem Podium begrüße ich

- Herrn Staatsminister a. D. Prof. Dr. Hans Maier, München

- Herrn Prof. Dr. Richard Schröder, Humboldt-Universität,

Berlin

- Herrn Bundespräsident a. D. Dr. Richard von Weizsäcker

- Herrn Ernst Elitz, Intendant DeutschlandRadio,

Moderation.

Mein besonderer Gruß gilt Frau Dr. Angela Merkel MdB, der Vorsitzenden der CDU Deutschlands und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die gleich die Einführung übernimmt.

Ihnen allen danke ich bereits jetzt für Ihre Mitwirkung.

Willkommen heiße ich die Mitglieder des Deutschen Bundestages, des Abgeordnetenhauses von Berlin, die Bevollmächtigten der Landesregierungen beim Bund, die Vertreter diplomatischer Missionen, der Opferverbände, der Kirchen, der Universitäten, der Verbände und nicht zuletzt die Damen und Herren der Medien.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

der 60. Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 ist Anlass, daran zu erinnern, dass der Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur zum verpflichtenden und positiven Erbe der jüngeren deutschen Geschichte gehört.

„Wir verneigen uns am heutigen Tag vor allem vor denjenigen, die den Umsturzversuch des 20. Juli vorbereitet, geplant und gewagt haben: Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, General Friedrich Olbricht,

Generaloberst Ludwig Beck, Helmuth James Graf von Moltke, (Hans Oster), Fritz Dietlof Graf von der Schulenburg, Adam von Trott zu Solz, Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Carl Friedrich Goerdeler, (Ulrich von Hassell, Andreas Hermes), Julius Leber, Wilhelm Leuschner (Thilo Freiherr von Wilmowsky), Josef Wirmer – um stellvertretend für viele nur einige Namen zu nennen“ (Helmut Kohl).1)

Ich freue mich sehr, dass Angehörige der Familien Goerdeler, von Hassell, Oster und von Wilmowsky an unserer Veranstaltung heute teilnehmen. Sie sind uns herzlich willkommen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

„zum Erbe des Widerstandes gehört in Deutschland die Gemeinsamkeit der Demokraten als wichtigster Ausdruck unserer Überzeugung vom Vorrang der Menschenwürde, des Rechts und der Gerechtigkeit. Unser Staat, die Bundesrepublik Deutschland, gründet sich auf diesen antitotalitären Konsens, auf die Absage an jede Form von Diktatur, Willkür und Unrecht. Diese Gemeinsamkeit ist das Herzstück unserer Staatsräson“ (so Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Rede zum 50. Jahrestag 1944). 1)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

dem Widerstand der „Männer vom 20. Juli“ 2) – so Jakob Kaiser im Rückblick, 1945 Mitgründer der CDU und Verfolgter des Nationalsozialismus sowie nach 1945 des Kommunismus – „ging die Widerstandsarbeit von Jahren, zum Teil von mehr als einem Jahrzehnt voraus. ... In dieser ihrer Vorbereitungszeit liegt auch für unsere heutige Zeit Wegweisendes.“ 3) Der personellen Kontinuität zwischen Verfolgungs- und Widerstandszeit im Dritten Reich und der Demokratie der Bundesrepublik entsprach zugleich eine ideelle Kontinuität, die in den politischen Grundentscheidungen der Nachkriegszeit und in den Aufbaujahren der Bundesrepublik nachweisbar ist. Die freiheitlichen, rechtsstaatlichen, demokratischen und nicht zuletzt an christlichen Wertvorstellungen orientierten Überzeugungen der Widerstand leistenden Personen und Kreise sind als Vermächtnis immer wieder in Erinnerung zu rufen und zu würdigen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich daher sehr, das wir Ihnen heute das Buch „Christliche Demokraten gegen Hitler. Aus Verfolgung und Widerstand zur Union“, das Günter Buchstab, Brigitte Kaff und Hans-Otto Kleinmann im Auftrage der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegeben haben, präsentieren können.

Die Herausgeber, der Verleger, Manuel Greger Herder, und einige Autoren sind heute hier. Ich begrüße Sie herzlich.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

„der 20. Juli steht in einer Reihe mit dem 17. Juni 1953 und dem 9. Oktober 1989: An diesen Tagen haben sich Menschen trotz Bedrohung ihres eigenen Lebens für Freiheit und Menschenrechte eingesetzt. Wenn wir als wiedervereinigte Nation dieser Tage gedenken, dann deshalb, weil sie uns zu einem Staat verpflichten, dessen wichtigste Aufgabe im Schutz der Menschenwürde und in der Verwirklichung der Menschenrechte besteht“

(Angela Merkel). 4)

„Das Vermächtnis des 20. Juli 1944, so sagte Theodor Heuss heute vor vierzig Jahren, ist noch in Wirksamkeit, die Verpflichtung noch nicht eingelöst. Auch im wiedervereinigten Deutschland behält dieser Satz seine Gültigkeit. Die Verpflichtung, von der unser erster Bundespräsident sprach, wird nie erlöschen. Wir dürfen und wir werden nicht nachlassen in unserer Wachsamkeit gegenüber den Feinden der Freiheit. Das ist der größte und vornehmste Ausdruck des Dankes, den wir, die Deutschen, den Männern und Frauen des deutschen Widerstandes für immer schulden werden“(Helmut Kohl). 1)

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Die Diskussion über die Zeitgeschichte zu fördern, ist eine der Kernaufgaben der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die heutige Veranstaltung ist ein Beitrag dazu.

Frau Dr. Merkel, Sie haben das Wort.

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v.l.n.r.: Professor Dr. Richard Schröder, Dr. Richard von Weizsäcker, Ernst Elitz (Moderation), Staatsminister Professor Dr. Hans Maier

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Dr. Angela Merkel MdB

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Dr. Richard von Weizsäcker

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Professor Dr. Richard Schröder
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Ernst Elitz

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Professor Dr. Hans Maier

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Fußnoten:

  1. Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl MdB in seiner Rede „Der 20 Juli – Verpflichtung und Vermächtnis“ bei der zentralen Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des 20. Juli 1944 im Ehrenhof Stauffenbergstraße in Berlin. In: Bulletin Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Nr. 68, 22.07.1994, Seiten 646/647

  2. Bundesminister Jakob Kaiser MdB: „Um Deutschlands Schicksal“, am 16.06.1946 auf dem ersten Parteitag der Christlich-Demokratischen Union in Berlin. In: Jakob Kaiser: Gewerkschafter und Patriot, herausgegeben und eingeleitet von Tilman Mayer, Bund-Verlag Köln, 1988, Seite 250

  3. Bundesminister Jakob Kaiser MdB: „Weder Reaktionäre noch Revolutionäre“, Juli 1952. In: ebenda, Seite 526
  4. Bundesministerin für Frauen und Jugend Dr. Angela Merkel MdB:„Widerstand lebt vom Mut des einzelnen – Das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 jährt sich zum 50. Mal.“ In: Ostsee-Zeitung, 16. Juli 1994

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11 august 2004
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