Contributii la manifestari

„Die Wurzeln der CDU in der Diskussion“

de Kathrin Zehender

Siebtes Treffen der Veranstaltungsreihe der Abteilung Zeitgeschichte

„Was heißt heute eigentlich christdemokratisch?“ – Dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat sich eine Veranstaltungsreihe der Abteilung Zeitgeschichte zum Ziel gesetzt. Der Gesprächskreis fand zum siebten Mal statt.

Dr. Kathrin Zehender, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hauptabteilung Wissenschaftliche Dienste/Archiv für Christlich-Demokratische Politik, begrüßte die rund 35 Teilnehmer und blickte zurück auf die bisherigen Veranstaltungen. So hatten sich die Teilnehmer bei den ersten Treffen mit den drei großen Wurzeln der Christdemokratie – die katholische Soziallehre, der Konservatismus und der Liberalismus – sowie der Gründungszeit der CDU befasst. Mit insgesamt drei Veranstaltungen zur Sozialen Marktwirtschaft sollte auch dieser für die Christliche Demokratie zentralen Wurzel nachgespürt werden. Nach Walter Eucken und Wilhelm Röpke stand nun der vermutlich prominenteste Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft im Mittelpunkt, Alfred Müller-Armack.

Athanassios Pitsoulis, Professor für Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik an der Universität Hildesheim, führte in die Thematik ein und erläuterte, wie sich Müller-Armack zu einem der wichtigsten Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft entwickelt hatte.

Müller-Armack, 1901 in Essen geboren, absolvierte ein umfassendes Studium: Neben der Nationalökonomie studierte er auch Staatswissenschaften, Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Sozialpolitik. Seine Studienzeit sei dabei geprägt gewesen von den dramatischen politischen und wirtschaftlichen Krisen der Weimarer Republik Anfang der 1920er Jahre. Das unmittelbare Erleben dieser Krisen habe sein gesamtes Wirken nachhaltig geprägt. So habe er sich schon früh mit der Frage, wie wirtschaftliche Krisen entstehen und unter welchen Bedingungen sie eine ganze Gesellschaft zu Fall bringen könnten, befasst. Als bekennender evangelischer Christ, erklärte Pitsoulis, sei für ihn die Wirtschaft nie isoliert, sondern immer als Teil der Gesellschaft zu betrachten.

Vor diesem Hintergrund habe Müller-Armack nach einem Ausweg gesucht, um ideologische Gegensätze zwischen Sozialismus und Liberalismus aufzulösen und die Gesellschaft mit der Marktwirtschaft auszusöhnen. Diese Lösung habe die Idee der „Sozialen Marktwirtschaft“ geboten.

Den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ habe Müller-Armack mit seinem Werk „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ aus dem Jahr 1947, das bis heute als „Geburtsdokument“ der Sozialen Marktwirtschaft gelte, entscheidend geprägt. Im Gegensatz zu Ludwig Erhard oder Walter Eucken habe er allerdings immer für einen starken Staat und eine aktive Sozialpolitik plädiert.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Müller-Armacks Ideen heute aktueller denn je sind.

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