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BArch, Bild 183-1989-1006-043 / Peter Zimmermann
Geschichte der DDR 1949 bis 1990

Geschichte der DDR 1949 bis 1990

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Die Menschen in Deutschland leiden unter der Trennung. Sie leiden an einer Mauer, die ihnen buchstäblich im Wege steht und die sie abstößt. Wenn wir abbauen, was Menschen trennt, tragen wir dem unüberhörbaren Verlangen der Deutschen Rechnung: Sie wollen zueinander kommen können, weil sie zusammengehören.

Helmut Kohl, ehemaliger Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

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Shpërndaj

Auf einen Blick

  • Die Gründung der DDR, getragen durch die sozialistischer Einheits- und Staatspartei SED, war die sowjetische Antwort auf die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
  • Im Kalten Krieg gehörten beide deutschen Staaten unterschiedlichen Wertesystemen und Militärbündnissen an.
  • Als Reaktion auf die Unzufriedenheit der Bevölkerung, den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Massenflucht in die Bundesrepublik riegelte das Regime die innerdeutschen Grenzen ab. Die Abschottung gipfelte im Bau der Berliner Mauer im August 1961.
  • Die Reformpolitik in der Sowjetunion und Massenproteste in der DDR ließen das repressive, sozialistische System im November 1989 kollabieren und führten 1990 zur friedlichen Wiedervereinigung.
  • Die Erinnerung an die deutsche Teilung und die Diktaturerfahrung ist Teil unserer politischen Bildungsarbeit, mit der wir auch immer wieder auf Errungenschaften von Freiheit und Demokratie sowie ihre Gefährdung hinweisen.

 

Inhalt

1. Von der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zur DDR

2. Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und Mauerbau

3. Repression und Erstarrung des sozialistischen Systems

4. Vom Mauerfall zur Einheit

5. Erinnerung an das SED-Regime wachhalten

6. Unsere Angebote und Projekte zum Thema

7. Publikationen, Veranstaltungen und Medienbeiträge zum Thema


 

Von der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zur DDR

Die Sowjetunion weitete nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihr kommunistisches System auf die von ihr kontrollierten Gebiete in Ostmitteleuropa aus. Besonders im Fokus stand dabei die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) in Deutschland, in der bereits 1946 eine Bodenreform durchgeführt wurde. Durch die Zwangsvereinigung von KPD und SPD wurde die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) geschaffen, die mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 zur Staatspartei wurde. Mit der Bundesrepublik Deutschland und der DDR existierten zwei Staaten auf deutschem Boden, die im sich zuspitzenden Kalten Krieg unterschiedlichen Wertesystemen und Militärbündnissen angehörten.

 

Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und Mauerbau

Früh allerdings begannen die Menschen in der DDR sich gegen Unfreiheit, die Kollektivierung der Landwirtschaft und schlechte Lebensverhältnisse zu wehren. Ein Volksaufstand an vielen Orten in der DDR wurde von den dort stationierten sowjetischen Truppen am 17. Juni 1953 blutig niedergeschlagen. In den darauffolgenden Jahren verließen immer mehr Menschen die DDR in Richtung Westdeutschland. Die innerdeutsche Grenze wurde nach und nach abgeriegelt, in Berlin jedoch war der Übergang in den Westteil der Stadt weiterhin möglich – bis die SED-Führung am 13. August 1961 die Übergänge sperrte und eine Mauer durch die gesamte Stadt errichten ließ, die von östlicher Seite nur unter Todesgefahr überwunden werden konnte. Nach außen war der Bau der Berliner Mauer zwar ein Eingeständnis der Schwäche, doch im Innern kam es zunächst zu einer gewissen Stabilisierung. Das SED-Regime traute sich nun, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. In der neuen DDR-Verfassung von 1968 wurde das Machtmonopol der SED betont und die DDR als sozialistischer Staat definiert.

 

Repression und Erstarrung des sozialistischen Systems

Ein Konflikt innerhalb der SED führte 1971 zu einem internen Machtwechsel. Nachfolger Walter Ulbrichts als Generalsekretär der SED wurde Erich Honecker. Mit einem Wohnungsbauprogramm und den „Weltjugendspielen“ von 1973 vermochte Honecker zwar frühe Propagandaerfolge zu erzielen, doch auch der repressive Charakter des Systems zeigte sich immer deutlicher. Die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im November 1976 wurde zu einem Fanal für Unfreiheit und Erstarrung. Trotz eines ständigen Ausbaus des Überwachungsapparates des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) versuchten immer mehr Menschen durch Flucht oder durch Ausreiseanträge, die DDR zu verlassen. Durch die sozialistische Misswirtschaft verfielen die Innenstädte, der Wohnraum wurde immer knapper und die Umweltverschmutzung nahm bedrohliche Ausmaße an.

 

Vom Mauerfall zur Einheit

Als sich die SED-Führung selbst der Reformpolitik Michail Gorbatschows verweigerte, und sich zudem Fälschungen bei den Kommunalwahlen nachweisen ließen, kam es im Jahr 1989 zu Massendemonstrationen und zu einer Ausreisewelle über die östlichen Nachbarländer in die Bundesrepublik. Nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ging das Machtmonopol der SED verloren. Freie Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990 brachten den Sieg der Allianz für Deutschland aus CDU, Deutscher Sozialer Union (DSU) und Demokratischem Aufbruch (DA).  Der Christdemokrat Lothar de Maizière bildete daraufhin eine von diesen Parteien getragene Regierung, die auf Seiten der DDR den Weg zur Deutschen Einheit beschritt. Mit ihrer Zustimmung zur Deutschen Einheit in der Sitzung vom 23. August 1990 entsprachen die Abgeordneten der Volkskammer dem Willen der großen Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in der DDR. Die Regierung de Maizière verhandelte mit der Bundesregierung über den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, welcher zum 3. Oktober 1990 vollzogen wurde.

 

Erinnerung an das SED-Regime wachhalten

Zur Sicherung und Aufarbeitung der Akten des MfS existierte zwischen 1990 und 2021 eine eigene Behörde, die zunächst von dem früheren Bürgerrechtler und späteren Bundespräsidenten Joachim Gauck geleite wurde. Verschiedene Gedenkstätten, zumeist frühere Haftanstalten der Staatssicherheit, informieren heute über die Ereignisse zwischen 1949 und 1990 und halten so die Erinnerung an die Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen im Unrechtsstaat DDR wach.

Auch der Konrad-Adenauer-Stiftung ist es ein zentrales Anliegen, an die deutsche Teilung und an die Diktaturerfahrung in der DDR zu erinnern, um im Rahmen ihrer politischen Bildungsarbeit auf die Errungenschaften von Freiheit und Demokratie hinzuweisen und vor ihren Gefährdungen zu warnen.


Unsere Angebote und Projekte zum Thema

Webseitenprojekte

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat zu unterschiedlichen historischen Themen umfangreiche Webseitenprojekte realisiert. Diese bieten eine umfassende Sammlung an Quellen, Materialien und Informationen, u. a. auch zur Geschichte der DDR.

Geschichte der DDR

 

Das DDR-Tutorium auf dem Adenauer Campus, der digitalen Lernplattform der Konrad-Adenauer-Stiftung, informiert mit spannenden und häufig interaktiven Inhalten über verschiedenste Aspekte der Deutschen Demokratischen Republik. Egal ob Mythos und Realität, Staat und Gesellschaft oder Leben und Alltag – das DDR-Tutorium bietet eine Vielzahl frei verfügbarer Informationen an und richtet sich dabei sowohl an Lehrende, Lernende und politisch interessierte Bürger.

 

Mehr erfahren über das Webseitenprojekt Geschichte der DDR


 

Videoreihen

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat anlässlich der beiden 30-jährigen Jubiläen zu Mauerfall (2019) und Einheit (2020) verschiedene Zeitzeugeninterviews geführt und aufgezeichnet. In diesen geht es vor allem um die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse vor und während der Zeit des Mauerfalls.

#Grenzerfahrungen

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#Grenzerfahrungen - Videoreihe mit Zeitzeugen

Trailer

YouTube, Onlinekas

Viele Leben wurden durch die innerdeutsche Grenze entscheidend geprägt und Lebensläufe verändert. Wir haben neun Menschen aus acht Bundesländern getroffen, die uns in unserer Interviewreihe von ihren ganz persönlichen #Grenzerfahrungen berichten.

 

Alle Interviews der Reihe „#Grenzerfahrungen“ ansehen

Glaube.Liebe.Revolution.

 

Mit der Interviewreihe „Glaube.Liebe.Revolution“ zum 30. Jahrestag des Mauerfalls und der Friedlichen Revolution 2019 hat die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg ein Projekt durchgeführt, bei der Zeitzeugen mit ihren Geschichten aus dieser bewegten Zeit zu Wort kommen.

 

Alle Interviews der Reihe „Glaube.Liebe.Revolution.“ ansehen


 

Ausstellungen

Zu verschiedenen historischen Themen und Jubiläen konzipiert die Konrad-Adenauer-Stiftung regelmäßig Wanderausstellungen, die z. B. zur Ergänzung des Schulunterrichts, aber auch zur Unterstützung von Veranstaltungen genutzt werden können.

Der untergegangene Staat – Alltag und Leben in der DDR

 

Wie war das eigentlich in der DDR? Mit dieser und vielen weiteren Fragen beschäftigen wir uns in unserer neuen Ausstellung zum Thema Leben in der DDR. Auf verschiedenen Modulen werden die Themen Frauen, Konsum, Umwelt, Lebenswelt, Diktatur und Widerstand anschaulich behandelt. Die Schülerinnen und Schüler können selbstständig durch die Ausstellung gehen und sich mit dem Leben von damals auseinandersetzen. Die Ausstellung besteht aus elf Modulen, mit einer Breite von 82 cm bis 182 cm. Die Module haften magnetisch aneinander und können, je nach Begebenheit vor Ort, in verschiedenen Formationen aufgestellt werden. Damit die Ausstellung bei Ihren Schülerinnen und Schüler die beste Wirkung erzielt, ist eine Platzierung in einer Aula oder in einem Foyer empfehlenswert.

 

Mehr erfahren über die Ausstellung 

Polen und Deutsche gegen die kommunistische Diktatur

 

Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurden unter der Kontrolle der Sowjetunion in Polen und Ostdeutschland kommunistische Diktaturen errichtet. Freiheit blieb lange eine Illusion. Erst nach einem halben Jahrhundert konnte sie von Polen und Deutschen wiedererrungen werden. Die Ausstellung aus 21 Roll-ups widmet sich der Geschichte der schließlich erfolgreichen Opposition von 1945 bis 1989 aus polnischer und deutscher Perspektive.

 

Mehr erfahren über die Ausstellung


 

Erinnerungskulturelle Projekte

Immer wieder führt die Konrad-Adenauer-Stiftung anlässlich unterschiedlicher Ereignisse in der DDR erinnerungskulturelle Projekte durch. Diese sind in der Regel dem Kampf um Freiheit gewidmet und gedenken den Opfern von Gewalt und rufen in Erinnerung, dass ein Leben in Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist.

75. Todestag von Herbert Belter

 

Anlässlich des 75. Jahrestages der Leipziger Flugblattaktion von Herbert Belter erinnert die Konrad-Adenauer-Stiftung an den Widerstand gegen die Zweite Deutsche Diktatur. Belters Einsatz für freie, demokratische Wahlen und seine Hinrichtung im Jahr 1951 zeigen, dass Freiheit und Menschenrechte nie selbstverständlich waren.Mit Veranstaltungen vom 5. Oktober 2025 bis 28. April 2026 wollen wir der Opfer gedenken, den Mut des Widerstands sichtbar machen und daran erinnern, dass der Schutz unserer Demokratie eine bleibende Aufgabe ist.

 

Mehr erfahren über den 75. Todestag von Herbert Belter

Volksaufstand 17. Juni 1953

 

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat vom 17. Juni 2022 bis zum 17. Juli 2022 ein Projekt zur Erinnerungskultur aufgesetzt: Ein ganzes Jahr lang werden wir mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen dem Kampf um Freiheit gedenken. Dabei wollen wir die besondere Bedeutung und Kostbarkeit dieses hohen Guts herausstellen. Denn unter dem Eindruck der historischen Perspektive aber auch bei Betrachtung gegenwärtiger Entwicklungen wird deutlich, dass unsere Lebensweise in Freiheit keine Selbstverständlichkeit darstellt. Dieses „Jahr der Erinnerung“ wird dann am 17. Juni 2023, dem 70. Jahrestages des Volksaufstandes, seinen Höhepunkt mit einer Abschlussveranstaltung in Berlin erreichen.

 

Mehr erfahren über das Erinnerungsjahr zum 17. Juni 1953


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Kontakt Prof. Dr. Matthias Oppermann
Dr. Matthias Oppermann
Stv. Leiter Wissenschaftliche Dienste / Archiv für Christlich-Demokratische Politik, Leiter Zeitgeschichte
matthias.oppermann@kas.de +49 30 26996-3812
Essay
dpa/Süddeutsche Zeitung Photo
5 gusht 2021
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Handreichungen zur Politischen Bildung
George (Jürgen) Wittgenstein / akg-images
26 qershor 2019
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Publikationen, Veranstaltungen und Medienbeiträge zum Thema

So vielschichtig wie das Thema, so breit und facettenreich unsere Beiträge!

Ob Experteninterview, Fachpublikation oder heiße Debatte – klicken Sie sich durch und finden Sie garantiert das für Sie passende Format!

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