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"Engagement muss immer sexy bleiben!"

arasında Jonathan Kamzelak

Die Lange Nacht der Politik - Farbe bekennen!

Es ist kurz nach sechs, das Kulturzentrum Merlin füllt sich zunehmend mit Gästen, als Dr. Stefan Hofmann den Startschuss für ein Experiment gibt. Die erste „Lange Nacht der Politik“ der Konrad-Adenauer-Stiftung beginnt. Der Abend ist als Fest für das Engagement, aber auch als Plattform für gegenseitigen Austausch gedacht und soll Lust auf Beteiligung machen. Es soll aber auch zeigen, dass Engagement nicht nur Arbeit ist, sondern Spaß machen kann.

"Jeder Politiker hat ein Helfersyndrom"

Eindrucksvoll hält Dr. Stefan Kaufmann MdB (CDU) ein Plädoyer für das Engagement in der Politik und macht allen Anwesenden klar, was ihn an seiner Arbeit fasziniert. „Jeder Politiker hat ein Helfersyndrom“, erklärt er und erzählt Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag. „Natürlich kann ich nicht jedem helfen. Einmal wollte jemand in meiner Bürgersprechstunde die Verkaufslizenz für seinen Eiswagen haben, da konnte ich nichts tun. Einen Tag später hat er mich in Berlin besucht und wollte mit der Kanzlerin sprechen.“ Für Kaufmann ist aber auch der Wahlkampf wichtiger Bestandteil der Faszination Politik: „Ich wünsche jedem, dass er mal nach einem langen, harten und eigentlich nicht sehr aussichtsreichen Wahlkampfjahr eine Wahlparty feiern kann, weil man doch den Wahlkreis für sich entscheiden konnte!“ Der Nachteil am Politikeralltag sei leider, dass man immer noch einen Folgetermin habe, entschuldigt sich Kaufmann. Er bleibt dann aber doch noch eine Weile.

"Engagement muss immer sexy bleiben"!

Über die Faszination des Ehrenamts spricht Selman Özen, ehemaliger Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg, der extra aus Heidelberg angereist ist. „Ich duze Sie jetzt einfach alle mal“, erklärt er gleich zu Anfang seines Vortrags und schildert dann was ihn dazu gebracht hat, sich zu engagieren. „Das ging eigentlich schon in der Grundschule los, aber richtig schlimm wurde es erst am Gymnasium. Ich habe halt immer meine Meinung gesagt.“ Özen beschreibt seinen Weg zum LSBR und warnt alle Anwesenden: „Ich würde das heute nicht mehr so machen. In der Kursstufe war ich kaum noch in der Schule, sondern immer nur im LSBR-Büro in Stuttgart. Aber ich habe mich bewusst dazu entschieden.“ Für Selman Özen war immer klar, dass wichtige Kompetenzen, wie Projektplanung, Rhetorik und andere wichtige Soft Skills nicht in der Schule gelernt werden. Man lerne das alles, wenn man sich engagiere, sagt er. Der Abschluss seines Vortrages ist ein flammendes „Ja“ zum Engagement verbunden mit zwei Appellen an die Zuschauer: „Steht immer hinter dem, was ihr macht und merkt euch: Engagement muss immer sexy bleiben!“

Raum für Erfahrungsaustausch und Infogespräche

Während der Pause auf dem Podium wird es laut im Merlin, denn überall sieht man kleine Gruppen, die sich angeregt unterhalten, sich an den Infoständen der Vereine informieren oder sich am Buffet stärken. Neben den Jungen Liberalen und der Jungen Union sind auch andere Organisationen auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg präsentierte sich sogar in Uniform und informierte über ihr Werteprojekt. Auch die Jungen Europäischen Föderalisten, der Bund der Katholischen Jugend in Baden-Württemberg, Amnesty International, Greenpeace und der Jugendrat Stuttgart waren bei der Ehrenamtsbörse vertreten. Außerdem informierten Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung an einem Infostand über die Begabtenförderung und gaben Tipps zur Bewerbung.

"Ich sage jemandem auch mal, wenn er dummes Zeug redet."

Mit dem Moderator Simon Freisler ging es mit der Podiumsdiskussion weiter. Aus vier verschiedenen Richtungen nähern sich die Podiumsgäste Boris Palmer (Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, Bündnis 90/Grüne), Judith Skudelny (Generalsekretärin der FDP in Baden-Württemberg), Martin Körner (Fraktionsvorsitzender der SPD im Stuttgarter Gemeinderat) und Julian Osswald (Oberbürgermeister der Stadt Freudenstadt, CDU) der Frage, warum Parteien so sind, wie sie sind.

Boris Palmer unterstreicht in seinem Statement die Aktualität des Klimaschutzes. „Die Grünen wurden aus diesem Grund gegründet. Heute ist das Thema wichtiger denn je!“ Abschließend wünscht er sich, dass alle Parteien etwas grüner werden.

Wie eine Sonne vor einem blauen Himmel sind die Farben der FDP für Judith Skudelny, die sich im Großen und Ganzen weniger staatliche Regulierung wünscht. Sie traut den Märkten zu, selbst Lösungen für Probleme zu finden. Für Skudelny sollten alle Parteien etwas gelber sein, denn die FDP verkörpere alles, was man brauche: Freiheit und Lebensfreude.

Für Martin Körner ist rote Politik besonders wichtig im Bereich des Kommunalen. „Ich glaube das können wir ziemlich gut“, erklärt er. Er sieht seine Partei aber auch selbstkritisch und erklärt: „Die SPD ist zwar die älteste Partei, aber wir haben uns auch sehr gewandelt. Wir haben zum Beispiel die Soziale Marktwirtschaft als etwas Gutes erkannt. Früher waren wir ja mehr auf dem Sozialismustrip, aber auch wir lernen aus unserer Geschichte.“

„Ich finde es ganz schön mutig von Herrn Hofmann, dass er mich eingeladen hat“, erklärt Julian Osswald aus Freudenstadt. „Mein Vater war für die SPD im Bundestag und ich komme da her, wo man schwarz denkt, aber grün wählt. Ich werde trotzdem versuchen, den schwarzen Aspekt zu beleuchten.“ Ausschlaggebend für Osswald ist der Begriff konservativ. „Der ist meistens nicht so sehr angesehen, aber ich als Kommunalpolitiker sehe das immer wieder. Manchmal ist es besser Dinge länger so zu lassen wie sie sind. Ich investiere die gewonne Zeit lieber in eine gute Debatte.“ Als Beispiel nennt er die Entwicklungen in der Schullandschaft und zeigt, dass das dreigliedrige Schulsystem für seine Stadt besser funktioniert hat.

In der anschließenden Diskussion werfen sich die Podiumsgäste gekonnt die Bälle zu und kommen zu dem Ergebnis, das besonders in der Kommunalpolitik die Parteizugehörigkeit in den Hintergrund tritt. Dennoch werden immer wieder Unterschiede deutlich. Die gehören aber, wie die Podiumsgäste feststellen, zu unserer Gesellschaft und sind für unser politisches System wichtig. Auf die Publikumsfrage, wie mit dem Problem der Nichtwähler umgegangen werden soll weiß keiner eine Lösung. „Wenn einer von uns ein Erfolgsrezept hätte, dann würden wir nicht mehr über dieses Problem reden müssen.“, meint Osswald. Boris Palmer versucht in seiner Stadt durch klare Aussagen dieser Entwicklung entgegenzuwirken. „In Tübingen gibt es eigentlich niemanden, der mich nicht kennt. Das liegt aber vor allem daran, dass ich jemandem auch mal sage, wenn er dummes Zeug redet. Entweder man mag mich oder nicht. Die Hauptsache ist, dass man mich kennt, denn dann gehen die Bürger auch wählen.

Say Funky, funky!

Den Abschluss des Abends macht die Band FATCAT aus Freiburg, die mit guter Funkmusik noch einmal für Stimmung sorgt. Der geplante Poetry Slam zu unserem Jahresmotto und dem Motto der Veranstaltung konnte leider nicht stattfinden. Die Sommergrippe machte die Teilnahme von Slammer Marvin Suckut leider unmöglich.

Fazit des Abends: gute Gespräche, tolle Teilnehmer und neue Wege in der Politischen Bildung. Ein Format, das man im nächsten Jahr wiederholen sollte.

Text: Jonathan Kamzelak

Bilder: Pascal Angladagis

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