Frauen wählen anders als Männer. Es sind graduelle, aber doch relevante Unterschiede. Ein Blick auf die letzten Bundestagswahlen zeigt: manche Unterschiede sind stabil, während andere wechseln. Die FDP hat durchgängig etwas mehr Wähler als Wählerinnen, während die Grünen durchgängig bei den Frauen etwas erfolgreicher sind. Die AfD zieht deutlich mehr Männer als Frauen an. Ebenfalls ein stabiles Muster.
Die CDU/CSU hatte 2002 und 2005 ähnlich viele Wählerinnen wie Wähler. In den folgenden drei Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 entschieden sich deutlich mehr Frauen als Männer für die Union. 2021 und 2025 ist der Geschlechter-Unterschied des CDU/CSU-Ergebnisses wieder klein. In der Wählerschaft der SPD liegen mal die Frauen vorn (2002, 2005, 2021, 2025), mal ist es ausgeglichen. Die Linke hat die Seiten gewechselt von mehr Männern zu mehr Frauen.
Die Geschlechterunterschiede sind nicht direkt abhängig vom Geschlecht der Spitzenkandidierenden. Angela Merkel wurde von mehr Frauen als Männern gewählt, aber nicht bei ihrer ersten Wahl. Die Geschlechterdifferenz bei den Grünen hat sich zwischen einer Spitzenkandidatin und einem Spitzenkandidaten nicht verändert. So einfach sind die Wählenden nicht.
Mehr über aktuelle Entwicklungen im Wahlverhalten lesen Sie in der Studie „Wahlverhalten nach Alter und Geschlecht“.