Wie wirken sich organisierte Kriminalität, Desinformation und Technologie auf die lateinamerikanischen Demokratien aus? Diese Frage untersucht das Buch Democracias sitiadas: Crimen, desinformación y tecnología en América Latina („Bedrohte Demokratien: Kriminalität, Desinformation und Technologie in Lateinamerika“), das in vier Artikeln diese Konfliktfelder analysiert, die die demokratische Regierungsführung auf unserem Kontinent belasten.
Die Publikation wurde am Errázuriz-Standort der Universidad Adolfo Ibañez (UAI) vorgestellt, wobei eine hochkarätige Podiumsrunde die Moderation übernahm: María José Naudon, Dekanin der Escuela de Gobierno der UAI; Carolina Tohá, ehemalige Ministerin für Inneres und öffentliche Sicherheit; Pablo Zeballos, Experte für Nachrichtendienste und organisierte Kriminalität sowie Forscher bei CADLatam; und Pablo Matamoros, Geschäftsführer von CADLatam und Dozent im Masterstudiengang „Politische Kommunikation und öffentliche Angelegenheiten“ der UAI. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrés Scherman, dem Leiter des genannten Masterstudiengangs.
Neben ihnen war ein breites Publikum aus Wissenschaft, Politik, dem öffentlichen und privaten Sektor sowie Analysten und Studierenden anwesend.
„Das große Problem, vor dem wir stehen, ist, dass die Demokratien unter Beschuss stehen. Durch Populismus, durch Desinformation, durch Propaganda, durch das organisierte Verbrechen und durch den Rückzug des Staates in verschiedenen Bereichen“, betonte Pablo Matamoros.
Für die ehemalige Innenministerin Carolina Tohá „ist eine auf Fakten basierende Kompetenz erforderlich, die das Phänomen in all seinen Dimensionen versteht, insbesondere in jenen, die für seine Bekämpfung am relevantesten sind“.
Die vollständige Aufzeichnung der Buchvorstellung finden Sie hier (auf Spanisch)
Das Buch wurde vom Team des Zentrums für Demokratieanalyse mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung verfasst und ist Teil der Reihe „Perspektiven“ der KAS. Es umfasst folgende Kapitel:
- „Das kriminelle Exoskelett: Eine neue Welle der Gewalt, die die Demokratie herausfordert“, Pablo Zeballos
- „Tödliche Ströme: Waffen, Geld und Kriminalität von Nord nach Süd“, Douglas Farah
- „Technologieimport in Lateinamerika: Eine Frage der Notwendigkeit, der Sicherheit, der Demokratie oder der Freiheit?“, Sascha Hannig
- „Die neue Informationsordnung und die Fragilität der Demokratie: Propaganda, Desinformation und künstliche Intelligenz“, Pablo Matamoros
Mit den Worten des Herausgebers und Direktors des CAD, Aldo Rojas, bieten die Autoren weder einfache Antworten noch Zauberrezepte, doch ihre Arbeit ist ein unausweichlicher Aufruf zum umfassenden Verständnis des Phänomens, zur Reflexion und zum Handeln, bevor die langsame Belagerung, unter der die Demokratie in der Region heute leidet, zu einer unumkehrbaren Niederlage wird.
Das Buch ist im PDF- und EPUB-Format erhältlich.
Themen
Die NATO im Drohnenzeitalter
Die „Fünfte Welle“ des transnational organisierten Verbrechens in Lateinamerika
Wie sich Spanien und Portugal als Brücken zwischen Europa und Lateinamerika positionieren
Mexiko als Schauplatz verschiedener Migrationsformen
Editorial der Ausgabe: „Lateinamerika – Der unterschätzte Partner“