Frühes Leben und Ausbildung
Günter Krings wurde am 7. August 1969 im nordrhein-westfälischen Rheydt – heute ein Stadtteil von Mönchengladbach – geboren. Er besuchte das Hugo-Junkers-Gymnasium und legte dort als Erster in seiner Familie im Jahr 1989 sein Abitur ab. Er wohnt seit jeher in seinem Elternhaus im Mönchengladbacher Ortsteil Herrath, in dem seine Familie seit elf Generationen verwurzelt ist.
Nach dem Abitur zog es Krings für ein Studium der Rechtswissenschaft an die Universität zu Köln, gefördert durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dort legte er im Jahr 1994 das Erste Staatsexamen ab. Hierzu kam ergänzend ein Grundstudium der Geschichtswissenschaft. Anschließend studierte er als Fulbright-Stipendiat amerikanisches und internationales Recht an der Temple University in Philadelphia und schloss seine Studien 1995 mit einem Master of Laws (LL.M.) ab. Zurück in Deutschland legte er nach seinem Referendariat 1997 das Zweite Staatsexamen ab und wurde 1998 als Rechtsanwalt beim Landgericht Mönchengladbach zugelassen. Schließlich promovierte er 2002 an der Universität zu Köln mit der Auszeichnung „summa cum laude“ zum Thema „Grund und Grenzen grundrechtlicher Schutzansprüche“.
Beruflicher Werdegang
Nach dem Zweiten Staatsexamen arbeitete Krings zunächst am Institut für Staatsrecht an der Universität zu Köln als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Parallel zu seinem Bundestagsmandat war Krings dort ab dem Jahr 2004 als Lehrbeauftragter für Staatsrecht tätig. Seit 2010 ist er Honorarprofessor an der Kölner Universität und gehört auch der Forschungsstelle Nachrichtendienste an.
Im Jahr 2018 war Krings im Gespräch für die Nachfolge von Ferdinand Kirchhof als Vorsitzender des Ersten Senats am Bundesverfassungsgericht. Er galt als besonders aussichtsreicher Kandidat auf Grund seiner Expertise als Rechtsanwalt – welche im Gericht zu dem Zeitpunkt als unterrepräsentiert galt –, seiner einwandfreien akademischen Qualifikation als Honorarprofessor und vieler Fürsprecher in der CDU-Fraktion (Der Spiegel, 14. Juli 2018). Kritiker standen jedoch einem unmittelbaren Wechsel eines aktiven Innenstaatssekretärs an das Gericht skeptisch gegenüber (Die Zeit, 15. November 2018). Die Fraktionen einigten sich letztendlich auf Stephan Harbarth, ebenfalls CDU. Im Jahr 2023 wurde Krings mehreren Berichten zufolge erneut als Kandidat für die Nachfolge des Verfassungsrichters Peter Müller (CDU) im Zweiten Senat gehandelt. Das Vorschlagsrecht hatte jedoch in diesem Fall die CSU und die Nominierung ging an den Generalbundesanwalt Peter Frank.
Einstieg in die Politik
Bereits mit 14 Jahren trat Krings im Jahr 1983 in die Junge Union ein. Zwei Jahre später, im Jahr 1985, wurde er Mitglied in der CDU. Zum Eintritt in die Partei motivierte ihn nach eigener Aussage ein „Umweltthema“, nämlich „die ökologischen Schäden des Braunkohletagebaus“. Gemeint war der Tagebau Garzweiler II. Zu den Grünen wollte der junge Krings trotzdem nicht, weil er keiner „Ein-Punkte-Partei“ angehören wollte (Stern, 7. November 2002). Stattdessen entschied er sich für die CDU, „weil es eine C-Partei ist, kirchlich, christlich, pragmatisch“ (Rheinische Post, 14. September 2021). Beeinflusst haben könnte ihn bei der Wahl seiner politischen Heimat auch sein Vater. Friedel Krings war über viele Jahre Ratsherr für die CDU im Mönchengladbacher Stadtteil Wickrath – ein Wahlplakat des Vaters hängt seit jeher in seinem Büro (Rheinische Post, 19. September 2009). Bei einem anderen Pressetermin nannte er zusätzlich den „Nato-Doppelbeschluss“ als „politischen Kristallisationspunkt“ seiner Generation (Focus, 16. November 2009).
Seiner Heimat blieb Krings auch während seiner gesamten bisherigen politischen Karriere treu. So wurde er zu einer prägenden Stimme für den Niederrhein in Berlin. Von 1992 bis 2003 war Krings Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederrhein der Jungen Union, ab 1998 war er stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes der CDU Niederrhein, zu dem auch der Kreisverband Mönchengladbach gehört. 2014 wurde er Vorsitzender dieses Bezirksverbandes. Gut vernetzt ist Krings im Land auch durch seine Teilnahme am „Leichlinger Kreis“, einem Kreis der „eher Fortschrittlichen“ in der Union, der sich zu „Belgischen Waffeln und Kaffee“ in Herbert Reuls Heimatstadt Leichlingen trifft (FAZ, 6. November 2008). Zu dem Kreis gehören auch andere einflussreiche nordrhein-westfälische Parteikollegen wie Norbert Röttgen, Armin Laschet, Ronald Pofalla, Hermann Gröhe und selbstverständlich Herbert Reul.
In der Bundespolitik
2002 zog Krings erstmals als direkt gewählter Kandidat für den Wahlkreis Mönchengladbach in den Bundestag ein. Sein Wahlkampfmotto lautete „Wir Krings hin“. Seitdem gewann er seinen Wahlkreis siebenmal in Folge, zuletzt bei der Bundestagswahl 2025 mit 36,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Jahr 2017 übernahm Krings den Vorsitz der Landesgruppe NRW innerhalb der CDU/CSU-Fraktion – ein Posten, den er bis heute hält. Diese ist mit aktuell 47 Mitgliedern die größte Landesgruppe innerhalb der Unionsfraktion.
Als frisch gewählter Abgeordneter war Krings, damals gerade 33 Jahre alt, von 2002 bis 2005 Vorsitzender der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Fraktion. Ein „junger Wilder“ wollte er aber nicht sein. Ein „junger Reformer“ sei er, weil er seine Politik nicht wild, sondern gezielt betreibe (Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2002). An seine umweltpolitischen Anfänge knüpfte er noch einmal 2006 bis 2009 als Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung an. Grundsätzlich war seine politische Arbeit aber primär von seiner Ausbildung als Staats- und Verfassungsrechtler geprägt. Über die Jahre entwickelte er sich zu einem der profiliertesten Innen- und Rechtspolitiker der CDU. 2008 wurde er zunächst als Nachfolger von Hermann Gröhe zum Justiziar der Fraktion gewählt, von 2009 bis 2013 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die Bereiche Innen und Recht. Nach der Bundestagswahl 2013 holte ihn Thomas de Maizière als Parlamentarischer Staatssekretär in das Bundesministerium des Innern, wo er ab 2018 auch für de Maizières Nachfolger Horst Seehofer seine Arbeit fortsetzte.
Nach der Wahl 2021 wurde eine neue Bundesregierung ohne die Union gebildet, das Innenministerium ging an die SPD. Den Gang in die Opposition und das Ende seiner Tätigkeit im Innenministerium nahm Krings nach eigener Aussage gelassen hin. Der Posten des Parlamentarischen Staatssekretärs sei ihm nicht sehr wichtig gewesen, sagte er dem Spiegel (16. Juli 2022). Von 2021 bis 2025 war er rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Seit 2025 ist Krings wieder stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für die Bereiche Recht, Verbraucherschutz, Innen, Vertriebene, Aussiedler, deutsche Minderheiten und Petitionen.
Für einen konsequenten Rechtsstaat – auf der Straße und im digitalen Raum
Politisch wird Günter Krings dem konservativen Spektrum innerhalb der CDU zugeordnet. Seine thematischen Schwerpunkte sind dabei die Innen-, Rechts- und Sicherheitspolitik. Als zentralen Baustein seiner Politik bezeichnet Krings den „Pakt mit dem Rechtsstaat“:
„Wir brauchen ausreichend Personal in Polizei und Justiz, eine spürbare Entlastung unserer Gerichte durch effizientere Verfahren und eine bessere technische Ausstattung der Sicherheitsbehörden. Gleichzeitig setze ich mich mit Nachdruck für eine verfassungskonforme Speicherung von IP-Adressen ein – denn nur so können wir in tausenden Fällen schwerer Kriminalität, insbesondere im Bereich Kindesmissbrauch, Täter zur Rechenschaft ziehen und Kinder schützen.“ (guenter-krings.de/politik)
Zuletzt sprach er sich außerdem für eine Altersgrenze bei der Nutzung von Sozialen Medien aus, um Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen zu schützen.
Ein zweiter Schwerpunkt ergibt sich aus seiner Rolle als Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen und Abgeordneter vom Niederrhein. Als solcher vertritt er die Interessen seines Wahlkreises und des Bundeslandes auf bundespolitischer Ebene. Hierzu gehört die personelle Aufstellung der NRW-Abgeordneten in Ausschüssen und Gremien – die sogenannte Teppichhändlerrunde – sowie die Einbringung zentraler landespolitischer Themen.
Während seiner Zeit als Staatssekretär kritisierte Krings oft die deutsche Flüchtlingspolitik nach 2015. Zur Eingrenzung der irregulären Migration spricht er sich seitdem für klare Regeln und geordnete Verfahren aus, etwa für eine Rückkehr zum Dublin-Verfahren, Kontingentlösungen, Rückkehrzentren und wirksame Kontrollen der EU-Außengrenzen. Das grundsätzliche Recht auf Asyl stellte er dabei nicht in Frage. Das sei „ein Gebot der Mitmenschlichkeit“, jedoch hätten die Menschen „nicht das Recht, sich das Land herauszusuchen“ (Rheinische Post, 6. Juni 2015/7. Februar 2025). Des Weiteren setzte sich Krings wiederholt für ein strengeres Urheberrecht ein und warnte vor einer „Gratis-Unkultur“ im Netz (Rheinische Post, 29. Mai 2013).
Trotz seiner konservativen Grundhaltung zeigte sich Krings immer wieder offen für Anliegen, die nicht dem klassischen konservativen Spektrum zugeordnet werden. Er lasse sich eben „nicht in eine Schublade stecken“, betonte er gegenüber der Rheinischen Post (7. Februar 2025). Das begann mit seinem Einsatz gegen den Braunkohletagebau in seiner Heimat und erstreckte sich bis zur lagerübergreifenden Zusammenarbeit. Bereits 2002 schloss Krings eine schwarz-grüne Regierung, zumindest auf Landesebene, nicht kategorisch aus – sechs Jahre bevor diese Konstellation erstmals in Hamburg Realität wurde. „Ich habe da keine Berührungsängste“, sagte er gegenüber dem Stern (7. November 2002). Dagegen schließt er eine Zusammenarbeit mit der AfD konsequent aus.
Kandidatur für den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung
Im Herbst 2025 bewarb sich Günter Krings um die Nachfolge von Norbert Lammert als Vorstandsvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich am 13. November 2025 in einem Brief an den Norbert Lammert persönlich für Krings aus und merkte an, er verfüge national und international über umfangreiche Erfahrungen in politischen und wissenschaftlichen Themenfeldern und sei der Konrad-Adenauer-Stiftung seit seiner Zeit als Stipendiat eng verbunden. Persönlich habe Krings „der Wunsch des Herrn Bundeskanzlers […] bereits im April erreicht“ (FAZ, 21. November 2025). Wegen seiner Verbundenheit zur KAS sei die Kandidatur ihm „eine Herzensangelegenheit“ gewesen.
Zuvor hatte die ehemalige CDU-Parteichefin und Verteidigungsministerin a.D. Annegret Kramp-Karrenbauer gegenüber der FAZ (11. November 2025) ebenfalls ihre Kandidatur für den Stiftungsvorsitz bestätigt, weshalb es zu einer Abstimmung zwischen beiden Kandidaten kam. Bei der Wahl am 19. Dezember 2025 bekam Krings von der Mitgliederversammlung ein respektables Ergebnis von 21 der insgesamt 50 Stimmen – bei einer Enthaltung. Teilnehmer hoben seine „starke Rede“ auf der Versammlung hervor (Welt am Sonntag, 28. Dezember 2025). Den Stiftungsvorsitz übernahm Annegret Kramp-Karrenbauer, auf die 28 Stimmen entfallen waren, im Januar 2026. Krings wurde in der Dezembersitzung stattdessen in den Vorstand der Stiftung gewählt.
Sonstiges Engagement und Auszeichnungen
Krings ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gesetzgebung, die sich für bessere Gesetze einsetzt. Außerdem ist er Vorsitzender des Bundesarbeitskreises Christlich-Demokratischer Juristen (BACDJ) und Herausgeber der Zeitschrift für Rechtspolitik (ZRP). Des Weiteren engagiert er sich als Schirmherr der GBS Initiative, einer Selbsthilfegruppe für Betroffene mit der Erkrankung Guillain-Barré Syndrom. Als gläubiger Protestant ist er Mitglied der Kreissynode im evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss. Hinzu kommen Mitgliedschaften in zahlreichen anderen Vereinen und Organisationen wie dem Verein Action Medeor, der Tafel Mönchengladbach, der Europa-Union Deutschland, Borussia Mönchengladbach, der Deutsch-Amerikanischen Juristenvereinigung und der Stiftung Haus der Geschichte. Im Jahr 2024 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande verliehen.
Lebenslauf
- 7. August 1969 Geburt in Mönchengladbach-Rheydt
- 1983 Mitglied der Jungen Union
- 1985 Eintritt in die CDU
- 1989 Abitur
- 1989–1994 Studium der Rechtswissenschaft an der Universität zu Köln, Erste Juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Köln
- 1989–1994 Vorsitzender der Jungen Union Wickrath
- 1992–2003 Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederrhein der Jungen Union
- 1995–1997 Referendariat und Zweite Juristische Staatsprüfung
- Seit 1998 Zulassung als Rechtsanwalt beim Landgericht Mönchengladbach (2013–2021 ruhende Anwaltszulassung)
- 1998–2014 Stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes der CDU Niederrhein
- Seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages
- 2002–2005 Vorsitzender der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Fraktion
- Seit 2004 Lehrbeauftragter für Staatsrecht an der Universität zu Köln
- 2006–2009 Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung
- 2008–2009 Justiziar der CDU/CSU-Fraktion
- Seit 2009 Vorsitzender des Bundesarbeitskreis der Juristen in der CDU
- 2009–2013 Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für Innen und Recht
- Seit 2010 Honorarprofessur für Staatsrecht an der Universität zu Köln
- 2013–2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat
- Seit 2014 Vorsitzender des Bezirksverbandes der CDU Niederrhein
- Seit 2017 Vorsitzender der Landesgruppe NRW der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag
- 2021–2025 Rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
- Seit 2025 Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für Recht, Verbraucherschutz, Innen, Vertriebene, Aussiedler, deutsche Minderheiten und Petitionen
Veröffentlichungen
- Krings, Günter: Grund und Grenzen grundrechtlicher Schutzansprüche. Berlin 2003.