Auf einen Blick
- Die Ölpreiskrise 1973 zeigte, dass Freiheit verlässliche Rahmenbedingungen braucht: Der Staat muss dort ordnungspolitisch handeln, wo systemische Risiken bestehen.
- Krisen erfordern ein entschlossenes, aber befristetes Eingreifen. Akzeptanz entsteht dort, wo staatliche Maßnahmen als Ausnahme erkennbar bleiben.
- Die Ölpreiskrise bestätigte die Soziale Marktwirtschaft: Der Staat stabilisiert in Ausnahmesituationen, ohne Wettbewerb und Eigenverantwortung durch permanente Steuerung oder Planwirtschaft zu ersetzen.
- Versorgungssicherheit ist in einer vernetzten Welt nur durch multilaterale Kooperation erreichbar – eine zentrale Lehre aus der Ölpreiskrise und der Gründung von IEA und G7.
Episode #6 anhören:
Ölpreiskrise 1973: Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Als im Herbst die Ölversorgung ins Wanken gerät, wird schlagartig klar, wie abhängig und verletzlich das westdeutsche Wirtschaftsmodell ist und wie schnell Öl zum geopolitischen Druckmittel werden kann. Die Krise markiert eine echte Zäsur. Diese Folge von „Der Geschichtspodcast“ von F.A.Z. und Konrad-Adenauer-Stiftung erzählt, wie der erste Ölpreisschock Politik und Wirtschaft neu sortiert. Von kurzfristigen Notmaßnahmen und Sparappellen bis zu langfristigen Strategien wie Atomkraft, Nordsee-Öl und neuen Gasimporten. Und sie geht der Frage nach: Warum prägt diese Krise unser Denken über Energie bis heute? Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe erklärt, wie sich das Verhältnis von Staat und Industrie damals verschiebt und warum gerade der Energiesektor bis heute besonders eng verzahnt bleibt.
Podigee, 26. März 2026
Q&A zu: Ölpreiskrise 1973: Am Tag, als es kein Benzin mehr gab
Der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Werner Plumpe beantwortet in dieser Folge die Fragen unserer Hörerinnen und Hörer. War der Verweis auf angeblich begrenzte Ölreserven damals gezielte Irreführung oder Ausdruck realer Unsicherheit? Warum geraten westliche Gesellschaften immer wieder in vergleichbare energiepolitische Abhängigkeiten? Und welche strukturellen Fehlentwicklungen lassen sich in der europäischen Energiepolitik seit den 1970er Jahren erkennen? Hierzu haben uns viele Rückmeldungen erreicht. Neben persönlichen Erinnerungen auch kritische Fragen zur gegenwärtigen Energiepreiskrise. In dieser Q&A Episode gehen wir ihnen nach: Vom Sonntagsfahrverbot bis hin zur Kernfrage, ob und was wir aus früheren Krisen tatsächlich gelernt haben.
Podigee, 16. April 2026
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Hosts
Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung)
Michael Götz (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Gäste
Werner Plumpe, Prof. em. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Gerald Braunberger, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Q&A-Fragen
Haben Sie Fragen an Werner Plumpe? Schreiben Sie uns! Außerdem interessiert uns:
Wie sollte unsere Gesellschaft heute mit Energieabhängigkeiten umgehen – und mit der Frage, welchen Preis wir für Versorgungssicherheit zu zahlen bereit sind?
Schicken Sie Ihre Fragen oder Kommentare gern an podcast@faz.de oder schicken Sie eine Sprachnachricht an das Podcast-Handy: 0172 - 778 2384.
Ihre Fragen und Kommentare besprechen wir in der Q&A-Folge, am Donnerstag, den 16. April. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise verwendet werden.
Literatur und Quellen
Hohensee, Jens: Der erste Ölpreisschock 1973/74. Die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der arabischen Erdölpolitik auf die Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa. Stuttgart 1996.
Kreienbaum, Jonas: Das Öl und der Kampf um eine neue Weltwirtschaftsordnung. Die Bedeutung der Ölkrisen der 1970er Jahre für die Nord-Süd-Beziehungen. Berlin 2022.
Eklhofer, Volker: Die Ölkrise der 70er- Rückblick auf eine folgenreiche Zeit. BR 2014.
Bührer, Werner: Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik. BpB 2002.
Themen
Energiepreis-Schock: Was eine resiliente Energiewende leisten muss
EU-Klimapolitik in einer unsicheren Welt
„Seinem Vermächtnis bleiben wir verpflichtet!“
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