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CIS
Blickpunkt Ukraine

Zentralasien im Fokus globaler Rivalität: Herausforderungen und Chancen für die Ukraine

von Vira Konstantynova

Stärkung analytischer Kapazitäten für außenpolitische Entscheidungsprozesse

Diese Publikation wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts erstellt, das vom Zentrum für Internationale Sicherheit (Centre for International Security, CIS) mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Auslandsbüro Ukraine, durchgeführt wird. Das Projekt zielt darauf ab, analytische Studien zu zentralen Fragen der ukrainischen Außenpolitik zu erarbeiten, die als Grundlage für politische Entscheidungsprozesse auf Regierungsebene dienen können.

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Autorin

Vira Konstantynova, Vorstandsvorsitzende der NGO „Center for Geopolitical Studies KONSTANTA R&D GROUP“.

 

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Zusammenfassung

Zentralasien (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan) hat sich zu einer der strategisch dynamischsten Regionen Eurasiens entwickelt, in der sich die konkurrierenden Interessen globaler und regionaler Akteure überschneiden. Keiner dieser Akteure verfügt über eine uneingeschränkte Dominanz. Die Staaten der Region verfolgen zunehmend selbstbewusst eine multidirektionale Außenpolitik, die auf größtmögliche strategische Autonomie und die Diversifizierung ihrer Partnerschaften ausgerichtet ist.

Russland verliert seine regionale Vormachtstellung schrittweise infolge militärischer Fehlkalkulationen, der Auswirkungen internationaler Sanktionen und des wachsenden Einflusses Chinas. China hat sich als führende geoökonomische Macht etabliert, während sein politischer und gesellschaftlicher Einfluss weiterhin begrenzt bleibt. Die Europäische Union stärkt ihre Präsenz als größter ausländischer Investor und zentraler Förderer des Transkaspischen Internationalen Transportkorridors (TITR). Die Vereinigten Staaten richten ihre Politik zunehmend auf eine transaktionsorientierte „Mineraliendiplomatie“ aus, während die Türkei, die Golfstaaten und asiatische Länder eigene Einflussbereiche ausbauen.

Die Präsenz der Ukraine in der Region bleibt strukturell schwach; die bilaterale Vertragsgrundlage ist veraltet und die Informationspräsenz begrenzt. Gleichzeitig signalisieren die institutionellen Schritte der Ukraine in den Jahren 2025–2026 einen Strategiewechsel. Die Staaten Zentralasiens verfolgen gegenüber dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einen vorsichtigen Neutralitätskurs: Sie vermeiden sowohl die Übernahme des russischen Narrativs als auch eine offene Unterstützung der ukrainischen Position. Diese pragmatische Strategie der Risikodiversifizierung eröffnet jedoch Spielräume für eine Vertiefung der Zusammenarbeit – vorausgesetzt, die Ukraine verfolgt einen angemessenen und strategisch kohärenten Ansatz.

 

Der vollständige Text der Publikation kann in englischer Sprache als PDF über die rechte Seitenleiste heruntergeladen werden.

 

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