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Einzeltitel

Politischer Protest – gestern und heute

von Philipp Gassert

Warum Menschen auch im digitalen Zeitalter demonstrieren

Straßenprotest, in seiner ganzen Bandbreite und performativen Hülle und Fülle, von der klassischen Demo über Platzbesetzungen und Blockaden bis zur Menschenkette, ist historisch gewachsener Alltag in Deutschland - auch in Zeiten der Digitalisierung.

Er benennt Probleme, macht der etablierten Politik Dampf, übt Druck auf gesellschaftliche Akteure aus, setzt Agenden. Er benennt Defizite, schafft gesellschaftliches Problembewusstsein; doch zugleich ist er, wie wir aus Erfahrung wissen, in seiner Lösungskompetenz begrenzt.

Ursprünglich Medium radikaler Außenseiter, wurde friedlicher Straßenprotest mit der Friedensbewegung der 1980er Jahre sowie der „Wende“ in der DDR 1989/90 für breite Kreise normal bis akzeptabel. Doch weil Protest Normalität geworden ist, schaden Gewalt und fehlende Abgrenzung von Extremisten dem legitimen Anliegen einer Bewegung umso fundamentaler.

In der ersten Ausgabe von Zeitgeschichte AKTUELL erläutert Philipp Gassert die historischen Wurzeln politischen Protests und warum die Menschen auch zu Zeiten von Facebook, Instagram und Twitter immer noch auf die Straße gehen.

Zur Reihe Zeitgeschichte AKTUELL:

Nicht selten bedürfen aktuelle Debatten zeitgeschichtlicher Fundierung. Das Wissen um die Ursprünge und Hintergründe von Konflikten ermöglicht auch ein besseres Abwägen und Entscheiden. Vor diesem Hintergrund besteht gerade im politischen Bereich ein großer Bedarf an Orientierung. Dabei möchte die Abteilung Zeitgeschichte unterstützen. Mit der Publikationsreihe Zeitgeschichte AKTUELL werden aktuelle Diskurse identifiziert und die historischen Hintergründe und Zusammenhänge erläutert.