Seit Jahren lässt sich nicht nur in Deutschland eine wachsende Bereitschaft beobachten, autoritäre politische Angebote als mindestens akzeptable, wenn nicht gleichwertige Alternativen zur parlamentarischen Demokratie einzuschätzen. Dabei lässt sich die Frage, was Demokratie heute ist oder sein soll, nicht einfach beantworten. Bürgerinnen und Bürger haben nicht nur unterschiedliche Meinungen zu den Ergebnissen politischen Handelns, sondern auch darüber, wie sie selbst beteiligt werden und mitgestalten können. So ist das Votum für autoritäre Alternativen oft nicht Ausdruck eines Desinteresses an demokratischen Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozessen, sondern spiegelt vielmehr ein tiefes Misstrauen in diese Prozesse und ihre Repräsentanten wider.
Am Beispiel Südtirols haben 26 Stipendiatinnen und Stipendiaten – unterstützt durch die Landesverwaltung und das Forschungszentrum Eurac Research in Bozen – vom 20. bis zum 25. April 2026 untersucht, ob und wie der Vertrauensverlust in die Demokratie, ihre Institutionen und die Parteien aufgehalten werden kann und inwieweit demokratische Innovationen, also neue partizipative Formate, geeignet sind, traditionelle Entscheidungsprozesse zu ergänzen und die Akzeptanz der repräsentativen Demokratie (wieder) zu erhöhen.
Südtirol – einst Brennpunkt nationaler Spannungen – hat durch ein komplexes System von Selbstverwaltung und Minderheitenschutz gezeigt, wie kulturelle Vielfalt und regionale Autonomie erfolgreich in einem größeren nationalen Kontext integriert werden können. Gleichwohl reagiert das komplexe System der Selbstverwaltung besonders stark auf Vertrauensverluste und bündelt damit wie in einem Brennglas politische Entwicklungen, wie sie sich auch in den europäischen Nachbarstaaten zeigen.
Ein Highlight der Woche war das Treffen mit Landeshauptmann Arno Kompatscher am 23. April im Palais Widmann. Die – wie die Pressemitteilung der Landesverwaltung feststellt – gut vorbereiteten Stipendiatinnen und Stipendiaten hatten die Möglichkeit, aktuelle politische Themen wie die Autonomiereform und den Minderheitenschutz zu diskutieren und das eigene Verständnis für die Herausforderungen der Demokratie – nicht nur – in Südtirol zu vertiefen.
Anlass und Datum: Aufbauseminar der Begabtenförderung, 20.-25. April 2026 in Brixen (Südtirol)
Leitung: Dr. Frank Müller
Pressebericht: Südtirol News
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