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KAS-Bremen
행사 보고서

„Diese Gleichgültigkeit ist wohl die größte Schuld, die wir wohl alle haben“

Meret Nitschke

Exkursion in die Gedenkstätte Sandbostel

Am 27. und 28. April führte die Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen mit Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Olbers-Oberschule, des Nebelthau Gymnasiums und der Oberschule Findorff Exkursionen in die Gedenkstätte Lager Sandbostel durch.

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Das Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) Sandbostel wurde im September1939 errichtet, als die Wehrmacht nach dem Überfall auf Polen 3000 polnische Kriegsgefangene dort inhaftierte. Das Lager diente bis zur Befreiung im April 1945 als Kriegsgefangenenlager für Inhaftierte aus über 50 Nationen.

 

Die Schülerinnen und Schüler wurden zum Einstieg in Seminarräumen von Guides der Gedenkstätte über die Geschichte des Lagers informiert und im Anschluss über das Lagergelände geführt. Um sich den Alltag im Lager besser vorstellen zu können, stellte der Guide den Schülerinnen und Schülern eine große Auswahl an Fotos zur Verfügung, die sie danach sortieren sollten, welche sie als Teil der Lagergeschichte verorten würden und welche nicht.  Mit dabei waren unter anderem Fotos einer Theatergruppe, eines Mannes, der in einem Büro zu lernen schien, von einem Fußballspiel, aber auch Bilder von Häftlingen in Häftlingsbaracken. Der Hintergrund dieser Aufgabe war, zu erkennen, wie unterschiedlich die Erlebnisse für die Häftlinge verschiedener Nationen im Stalag Sandbostel waren. So erklärte der Guide, dass alle Bilder, die den Schülerinnen und Schülern vorlagen, zur Geschichte des Lagers gehören.

 

Die Gruppen erfuhren weiter, dass, wie in allen Kriegsgefangenenlagern der Nationalsozialisten, die sowjetischen Kriegsgefangenen auch in Sandbostel besonders schlecht behandelt wurden. Die Behandlung der Kriegsgefangenen anderer Nationen war nach den Genfer Konventionen geregelt, wobei auch hier Verstöße im Lager gang und gäbe waren. Doch den sowjetischen Kriegsgefangenen wurde durch die Wehrmacht aus ideologischen Gründen jeglicher Schutz, der ihnen durch das Völkerrecht zustand, verweigert. Insgesamt starben so an Hunger und Krankheiten tausende sowjetische Soldaten im Stalag Sandbostel. Im Schnitt überlebte ein sowjetischer Soldat nur sechs Monate im Lager, wie der Guide erklärte.

 

Bei dem Gang über das ehemalige Lagergelände konnten sich die Schülerinnen und Schüler erhaltene Baracken von 1941 anschauen. Pro Baracke, in denen 400 bis 600 Kriegsgefangene schlafen mussten, gab es zehn Räume. Kaum vorstellbar war für die Gruppen, als sie in einem Raum mit 20 anderen Personen standen, wie in genau diesem Raum damals 40-60 Kriegsgefangene schlafen mussten. Vier Baracken mussten sich ein Latrinenhaus teilen, was unter anderem erklärte, warum die Hygiene im Lager so schlecht war und sich Krankheiten wie Typhus, Fleckfieber oder Ruhr schnell ausbreiten konnten. Ab April 1945 kamen etwa 9500 Häftlinge aus dem Hauptlager und den Außenlagern des Konzentrationslagers Neuengamme in das Stalag Sandbostel, wodurch sich die Hygienesituation im Lager weiter zuspitzte. Schätzungsweise 3000 von den im April nach Sandbostel deportierten Häftlingen starben an Erschöpfung, Seuchen oder durch Gewalttaten der Wachmänner.

 

Im Anschluss an die Führung über das Gelände des Lagers sahen die Schulgruppen noch einen Film über die Befreiung des Lagers am 29. April 1945 durch die britische Armee. In dem Film kamen auch Zeitzeugen zu Wort, die beschrieben, welche unvorstellbaren Dinge sie sahen, als sie das Lager erreichten. Die britische Armee verpflichtete einige deutsche Zivilisten dazu, bei den Rettungs- und Hilfsmaßnahmen im Lager zu helfen. Darunter war auch Elfie Walther. Im Alter von 17 Jahren war sie Teil der insgesamt 100 Delmenhorster Mädchen, die nach Sandbostel gebracht wurden, um dort medizinische Pflege und Hilfe zu leisten. Von 14.000 Kriegsgefangenen und 7.000 KZ-Häftlingen, die die Briten befreiten, starben in den ersten Wochen 500 Häftlinge. Diese Erfahrungen, erzählte Elfie Walther in dem Film, hätten sie nie wieder losgelassen. Den Glauben an die Ideologie des NS-Regimes, berichtete sie, hatte sie damit verloren. Stattdessen setzte bei ihr Scham ein, wie gleichgültig sie und ihr Umfeld auf die Anzeichen der Verbrechen, die von Deutschland verübt wurden, reagiert hätten: „Diese Gleichgültigkeit ist wohl die größte Schuld, die wir wohl alle haben“

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연락처 Dr. Ralf Altenhof
Dr. Ralf Altenhof
Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Bremen
ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0

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