Die dritte Veranstaltung der Reihe „Segen oder Fluch? Wie die Digitalisierung uns verändert“ widmete sich dem Wandel der Sprache durch den Einfluss der Digitalisierung und ging unter anderem der Frage nach, welche Auswirkungen eine zunehmend digitale Kommunikation auf unseren Umgang mit der Sprache hat und wie sich dies wiederum auf uns rückwirkt. In einem sehr interessanten Vortrag gab Prof. Dr. Ludwig Eichinger, Direktor des Instituts für deutsche Sprache, Antworten auf diese und weitere Fragen.
Der gegenwärtige Wandel unserer Sprache sei laut Eichinger am wahrscheinlichsten mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichbar. In den letzten 20 Jahren habe sich eine Vielzahl an Erscheinungsformen der Sprache entwickelt und unser Verhältnis zu ihr sich dadurch auf verschiedenen Stufen verändert. Begonnen habe dieser Prozess mit der modifizierten Struktur von Texten durch deren Übertragung in die digitale Welt. Ein Beispiel hierfür stelle die E-Mail dar, welche als Äquivalent zum klassischen Brief mittlerweile dessen Funktionen erfülle. Digitale Enzyklopädien wie Wikipedia und Online-Wörterbücher hätten weiterhin begünstigt, dass bestimmte Textarten seltener in gedruckter Form genutzt würden.
Prof. Eichinger zeigte auf, dass sich von diesem Punkt an weitere Textformen mit eingebauten Möglichkeiten zur sofortigen bzw. zeitnahen Reaktion zu entwickeln begannen, welche in gewisser Weise den Weg für die Herausbildung einer digitalen Interaktion ebneten. Diese sei, ähnlich wie die Offline-Interaktion, mittlerweile mehrschichtig und transportiere somit verschiedene Schemata, auf die die Gesprächspartner reagierten. In diesem Zusammenhang sei zu beobachten, dass sich neue Handlungsformen wie etwa „liken“ herausbildeten, Texte deutlich an Länge verlieren würden und Sätze zu einer Art syntaktischen Kette geworden seien. Des Weiteren gewinne die Kombination von Text und Bild - das heißt die Verwendung von Emoticons - durch "I-Messaging" und WhatsApp verstärkt an Bedeutung und ersetze in vielen Situationen das geschriebene Wort, so Prof. Eichinger.
Insgesamt sei die „moderne Sprache im Internet“ durch ihre Kürze, die Medienmischung sowie die Relativierung schriftsprachlicher Normenvorstellungen gekennzeichnet. Gleichzeitig sei ein sich wandelndes Verhältnis der Sprache zu Raum und Zeit zu beobachten. Dennoch möchte Eichinger nicht von einem Sprachverfall sprechen, da sich die Sprache bereits in vielen Phasen verändert habe. Zum jetzigen Zeitpunkt sei allerdings nicht absehbar, in welche Richtung sich die Modifizierung der Sprache entwickele.
Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine intensive Diskussion, bei der verschiedene Perspektiven auf das Thema beleuchtet werden konnten.
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