Vor diesem Hintergrund veranstalteten das Politische Bildungsforum Hamburg der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der Hamburger Regionalgruppe der Altstipendiaten am 25. März 2026 im Reimarus-Saal der Patriotischen Gesellschaft von 1765 das Bildungsangebot „Geopolitisches Europa – Was wir für unsere Sicherheit und unseren Wohlstand tun können“.
Nach der Begrüßung durch David Mbae-Straßenburg (Landesbeauftragter Hamburg) und einem Grußwort von Marc Lauterfeld (Sprecher der Altstipendiaten in Hamburg) sprach Lange über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen europäischer und deutscher Sicherheitspolitik.
Ausgangspunkt seines Vortrags waren drei Beobachtungen. Erstens verwies Lange auf eine unzureichende Drohnenabwehrfähigkeit. Zweitens betonte er, dass steigende Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben nicht automatisch zu mehr Verteidigungsfähigkeit führten, solange notwendige Strukturreformen ausblieben. Drittens sprach er das weitgehende Ausbleiben von Verteidigungs- und Zivilschutzübungen an. Darin zeigte sich für ihn eine falsche Erwartungshaltung, wonach im Ernstfall letztlich ein anderer handeln werde.
Daran anschließend formulierte Lange drei Erkenntnisse. Der Krieg in der Ukraine erschien ihm als Blaupause einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur. Zugleich machte er deutlich, dass die USA die Sicherheit Europas nicht mehr in der bisherigen Selbstverständlichkeit garantierten und Europa daher eigene Verteidigungsfähigkeit entwickeln müsse. Schließlich hob er hervor, dass geopolitische Macht zunehmend durch Technologie definiert werde. Daraus leitete er die Notwendigkeit einer neuen Denkweise, größerer Selbsthandlungsfähigkeit sowie von Klarheit, Orientierung und Führung ab.
In der anschließenden Diskussion, moderiert von Enrico Liedtke (Haus Rissen - Gesellschaft für Politik und Wirtschaft e.V.), wurden diese Überlegungen auf Deutschland und Europa zugespitzt. Zur Sprache kamen die demokratische Legitimation sicherheitspolitischer Entscheidungen, die Notwendigkeit, Bedrohungen klar zu benennen, Fragen der Technologieführerschaft sowie der politische Wille zu glaubwürdiger Abschreckungsfähigkeit. Diskutiert wurden darüber hinaus deutscher Führungswille, die Bedeutung des deutsch-britischen Verhältnisses, die Rolle handlungsbereiter Staaten sowie die strategische Ausrichtung Europas. Insgesamt wurde deutlich, dass zusätzliche Mittel allein nicht ausreichen, sondern sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit nur dort wächst, wo Realitäten anerkannt, Prioritäten gesetzt und Strukturen verändert werden. Abschließend bot ein Stehempfang Gelegenheit zur Vertiefung des Themas und zum persönlichen Austausch.
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