Po wydarzeniach KAS

„1988 Wilde Jugend“

z Laurenz Bückmann

Lesereihe mit Nadja Klier an Berliner Schulen

Eine Woche lang stellte Nadja Klier ihr neues Buch „Wilde Jugend 1988“ an Berliner Schulen vor. In ihrem Buch geht es um ihre Jugend in der DDR und darum, wie sie mit der Ausbürgerung ihrer Familie umgeht.

Gebannt hörten die Schülerinnen und Schüler Nadja Klier zu, als sie über Ihr bewegendes Schicksal und ihr Leben in einer Diktatur berichtete.

Eine Woche lang stellte Nadja Klier ihr neues Buch „Wilde Jugend 1988“ vor. Die Veranstaltungen fanden an acht verschiedenen Berliner Schulen statt (Hermann-Ehlers-Gymnasiums, Willi-Graf-Gymnasiums, Canisius-Kollegs, Jüdisches Gymnasiums Moses Mendelssohn, Sophie-Scholl-Schule, Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums, Gymnasiums Steglitz, Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner). Anfangs zeigte Klier einen Film, welcher ihre Jugend in Bildern und Filmszenen zusammenfasste. Zu sehen waren unter anderem Stasi-Akten über sie, mit Maßnahmen, wie die Familie ausspioniert werden sollte.

Anschließend las sie verschiedene Kapitel aus ihrem Buch. An jeder Schule begann die Lesung mit dem Kapitel, wie sie ihre beste Freundin Anna kennenlernte. Sie erzählte dabei nicht nur wie die enge Freundschaft entstand, sondern auch wie vorsichtig sie sein musste, wenn sie neue Leute kennenlernte. Ihre Mutter, Freya Klier, und ihr Stiefvater, Stephan Krawczyk, spielten systemkritische Theaterstücke und bekamen deshalb von der DDR Berufsverbot. Trotzdem haben sie heimlich weitergemacht. Die systemkritische Einstellung war der Grund für die Observierung der Familie durch die Staatssicherheit. Klier musste also auch vorsichtig sein, wie viel und was sie Fremden von ihrem Leben und ihrer Familie erzählte. Später erfuhr sie, dass die Stasi plante einen jugendlichen Liebhaber auf sie anzusetzen, der in das Familienleben einbezogen werden und dieses ausspionieren sollte. Bis heute weiß Klier nicht sicher, ob es diesen Freund wirklich gab und wer es war.

1988 wurde Klier mit ihren Eltern aus der DDR ausgebürgert. Von einem Tag auf den anderen musste sie ihr altes Leben mit 15 Jahren hinter sich lassen. Sie verlor nicht nur ihre Heimat, sondern auch ihr gesamtes soziales Umfeld und ihren Alltag. Die Familie zog nach West-Berlin. Dort hat sich Kliers Leben komplett verändert. Sie versuchte ihren emotionalen Verlust in Partys, Essen und anderen Ablenkungen zu ersticken. Erst knapp 30 Jahre später, beim Schreiben des Buches hat sie ihre Vergangenheit wirklich verarbeitet.

Abschließend konnten die Schülerinnen und Schüler noch Fragen stellen und mit der Referentin diskutieren. Die Jugendlichen waren sehr interessiert und wollten unter anderem wissen, wie Klier den Mauerfall erlebt hat. Außerdem fragten sich einige Jugendliche, ob sie glücklich über die Erfahrung war, sowohl in der DDR, als aus auch in der Bundesrepublik Deutschland gelebt zu haben. Klier erklärte, dass sie damals natürlich sehr traurig wegen der Ausbürgerung gewesen wäre, im Nachhinein aber glücklich über die Erfahrungen und Freundschaften aus West-Berlin ist. Eine weitere Frage, die an mehreren Schulen aufkam war, ob sie sich gewünscht hätte, ihre Mutter wäre nicht systemkritisch tätig gewesen. Auch hierzu sagte sie, dass sie sich in ihrer Jugend manchmal gewünscht hätte, dass Freya Klier öfter zu Hause gewesen wäre, wusste aber auch damals schon, dass das was ihre Mutter tat richtig und vor allem wichtig war.

podziel się

nasz zespół

Christian Schleicher

Christian Schleicher bild

Stellvertretender Leiter Politische Bildungsforen und Leiter Politische Bildungsforen Nord

Christian.Schleicher@kas.de +49 30 26996-3230 +49 30 26996-53230

o tej serii

Fundacja Konrada Adenauera, jej ośrodki i centra kształcenia oraz biura zagraniczne oferują corocznie kilka tysięcy wydarzeń związanych z różną tematyką. O wybranych konferencjach, wydarzeniach, sympozjach itd. donosimy na bieżąco specjalnie dla Państwa na stronie www.kas.de. Tutaj znajdą Państwo poza streszczeniem także materiały dodatkowe takie jak zdjęcia, manuskrypty przemówień, filmy wideo lub nagrania audio.