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Die ganze Wahrheit

Die Einseitigkeit deutscher Erinnerungskultur muss beendet werden

Die Zeitzeugin, die im kurzen Einspieler zu sehen ist, kämpft mit den Tränen. Ihre Stimme zittert, als sie erzählt, was einem auch siebzig Jahre nachdem es passierte noch das Blut in den Adern gefrieren lässt. Auf der Flucht vor der Roten Armee muss sie miterleben, wie ihre beiden kleinen Kinder durch die Schüsse eines Rotarmisten regelrecht hingerichtet werden. Blind vor Wut, im Blutrausch rächt er das Leid, das deutsche Soldaten zuvor der russischen Bevölkerung angetan hatten. Danach schneidet er der verzweifelten Frau die Hose auf und vergewaltigt sie.

Es ist ein schwer zu ertragendes, aber schon mit Blick auf die Zahl der Betroffenen ein ungeheuer wichtiges Thema, dem sich das Zentrum gegen Vertreibungen zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung jetzt anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren gewidmet hat: das Schicksal der fünfzehn Millionen vertriebenen Deutschen in Osteuropa.

Lange wurde hierüber geschwiegen. Sah man sich doch andernfalls noch bis in die 90er Jahre hinein reflexartig dem Vorwurf ausgesetzt „revisionistisch“ oder „Geschichtsklitterer“ zu sein. Diese, wie Professor Horst Möller vom Institut für Zeitgeschichte sie in seinem Vortrag nannte „Einseitigkeit der deutschen Erinnerungskultur“ ist dabei, sich zu wandeln. Heute setzt sich mehr und mehr die Auffassung durch, dass Erinnerung und Gedenken nur dann einen Sinn haben können, wenn sie auf der ganzen Wahrheit ruhen. Mit daran gearbeitet hat Erika Steinbach. Sie wirbt seit Jahren für das Eingeständnis, dass Sterben und Gewalt, Flucht und Vertreibung am 8. Mai 1945, dem offiziellen Kriegsende, nicht vorbei waren. An diesem vom früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bezeichneten „Tag der Befreiung“ endete zwar die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und der fürchterlichste Krieg, den die Welt bis dahin durchlitten hatte. „Die millionenfachen Menschenrechtsverletzungen jedoch gingen weiter“, so die Vorsitzende der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“.

Zur ganzen Wahrheit gehört das Erinnern an die bis dato kaum oder gar nicht gedachten Opfer. Darunter fallen neben denen von Flucht und Vertreibung genauso die der Flächenbombardements in Städten Deutschlands und seinen Verbündeten. So gab es allein in Tokio von Dezember 1944 bis August 1945 durch Angriffe der United States Army Air Forces 80.000 Tote. In der Normandie wiederum zerstörten anglo-amerikanische Bomber die von Deutschen besetzten Städte Rouen und Le Havre und töteten dabei auch viele Einheimische. Hier und anderswo, so Möller, seien Unschuldige in Sippenhaft genommen worden für vorangegangene deutsche Verbrechen. Ethisch und juristisch ist jedoch klar, dass kein einziges Verbrechen durch ein anderes gerechtfertigt werden kann. „Recht und Gerechtigkeit sind nicht teilbar. Dieser Anspruch gilt auch für deutsche Opfer“, sagte Möller. Wer die Massenverbrechen Hiltlerdeutschlands verurteile, könne vor denen der stalinistisch- kommunistischen Sowjetunion nicht schweigen, auch wenn es richtig bleibe, immer erst vor der eigenen Tür zu kehren.

Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Erinnerung an Flucht und Vertreibung darf niemals der Ablenkung von Deutschlands Schuld dienen. Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, brachte es auf folgende Formel: „Niemand relativiert das, was an schrecklichem Unrecht in Nazi-Deutschland passiert ist, wenn das Leid der Vertriebenen thematisiert wird. Aus Deutschland wurde die Ursache für das gelegt, was passierte und wozu Menschen fähig sind.“

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