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Ein Abend der bewegenden Momente

z Jessica Gehring

Verleihung des Bruno-Heck-Wissenschaftspreises

Es war ein Abend der großen Wissenschaften, der klassischen Musik – ein auszeichnender und ausgezeichneter Abend im Pfleghofsaal des musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Tübingen. Bei der 13. Verleihung des von den Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung gestifteten und mit 5.000 Euro dotierten Bruno-Heck-Wissenschaftspreises.

Vor über 130 Gästen wurde die Dissertation des bald 33-jährigen Tübinger Historikers und Juniorprofessors Johannes Großmann gewürdigt: „Die Internationale der Konservativen. Transnationale Elitenzirkel und private Außenpolitik in Westeuropa seit dem Zweiten Weltkrieg“ – eine Arbeit, die in ihrer außergewöhnlichen Thematik und vor dem Hintergrund europapolitischer Debatten in vielerlei Hinsicht aufhorchen lässt.

In seinem Grußwort erinnerte Prof. Dr. Jürgen Leonhardt, Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen, an den Moment, als Johannes Großmann an seine Fakultät berufen wurde: „Wir waren damals schon überzeugt von ihm, das hat sich jetzt nur bestätigt“. Dr. Arne Frick, Vorsitzender des Vereins der Altstipendiaten, erläuterte, dass der nach dem langjährigen Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung und Bundesminister Prof. Dr. Bruno Heck benannte Preis von den Altstipendiaten aus sozialer und gesellschaftspolitischer Verantwortung gestiftet worden sei. Die Wahl der Jury sei auf Großmann gefallen, da es ihm gelungen sei, mit seiner Forschung einen wesentlichen Beitrag zu einer gesellschaftlichen und politisch relevanten Fragestellung zu leisten, die in dieser Breite so noch niemand thematisiert habe. Dr. Thomas S. Knirsch begrüßte als stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur die Anwesenden im Namen der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der Direktor des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen, Prof. Dr. Klaus Gestwa, hielt als Freund und Kollege die Laudatio auf Johannes Großmann, in der er die außerordentliche Leistung des Geehrten würdigte. Für Johannes Großmann nicht nur ein großer, sondern auch ein sichtlich bewegender Moment – in seiner daran anschließenden Danksagung standen seine Familie und seine Frau an erster Stelle, die in diesen arbeitsintensiven Jahren seine größte Stütze waren. Von 2006 bis 2011, mit zehnmonatiger Elternzeit-Unterbrechung, hatte er für seine Dissertation Dokumente aus zahlreichen Archiven in insgesamt acht Ländern ausgewertet. In einem lebendigen Kurzvortrag stellte er die wichtigsten Thesen seiner Dissertation vor – wissenschaftlich aufbereitet und doch sprachlich gut komponiert. Gerade hier liege auch das große Geschick seiner Arbeit, so Klaus Gestwa schon in seiner Laudatio: „Diese Arbeit besticht mit thematischer Breite und der Dichte an Material – Großmann entwirft zahlreiche Fäden und führt sie dann wieder zu einem Gewebe zusammen.“ Die wichtigste These seiner Dissertation ist, dass sich jenseits der „offiziellen“ Politik nach dem Zweiten Weltkrieg eine Internationale der Konservativen bildete – verschiedene Elitezirkel, bestehend aus hochrangigen Politikern wie Konrad Adenauer, Otto von Habsburg, spanischen, französischen oder auch amerikanischen Außenpolitikern wie Alberto Martín Artajo, Michel Habib-Deloncle und David Rockefeller, die sich abseits vom Protokoll zum Austausch von politischen Insiderinformationen trafen. Durch die Gespräche, so Großmanns These, wurden sie zu indirekten Vermittlern des anstehenden europäischen und internationalen Transformationsprozesses – und auch im konservativen Denken selbst vollzog sich ein Wandel: ein politischer Aufbruch "vom Abendland zum Neokonservatismus". Auf die bald anstehende Veröffentlichung von Großmanns Studie darf man schon jetzt gespannt sein.

Dr. Thomas S. Knirsch war es dann vorbehalten die 26-jährige Frederike von Gagern zu ehren. Für ihre hervorragenden Leistungen als Nachwuchskünstlerin bekam die Violinistin den mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis. In ihrem Lebenslauf finden sich nicht nur etliche Meisterkurse und solistische Auftritte, auch die soziale Seite ist der ehemaligen Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung wichtig – mit befreundeten Künstlern gastierte sie schon oft mit ihrer Violine ehrenamtlich in Krankenhäusern, Altenheimen und Einrichtungen der Jugendpsychiatrie. Das Gewinnen von Preisen freut sie – aber ihren Dank angemessen auszudrücken, fällt ihr nicht leicht: „Wir Musiker sind nicht so gut mit Worten. Lassen Sie mich daher meinen Dank mit Musik ausdrücken“. Dies tat sie dann mit dem Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinsonate F-Dur KV 377 und der Méditation aus „Thais“ von Jules Massenet, womit sie und das Publikum verzauberte.

Ein geschichtsträchtiger und mit musikalischen Höchstleistungen glänzender Abend fand nach einem letzten Fantasiestück von Robert Schumann, gespielt von den Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung Alena Quattlender und Daniel Tepper, seinen würdigen Abschluss mit einem Sekt- und Stehempfang in den Räumen des Pfleghofs.

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Berlin Deutschland