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Europa im Fokus – Herausforderungen im 21. Jahrhundert

Altstipendiaten-Jahrestagung 2008 in Königswinter / Markus Zeitzen neuer Sprecher

Wie sehen die Herausforderungen an das Europa des 21. Jahrhunderts aus? Mit dieser zentralen Frage haben sich rund 250 Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung vom 22. bis 25. Mai während ihrer diesjährigen Jahrestagung auseinandergesetzt. Organisiert von der Sprecherin der Altstipendiatengruppe Bonn, Dr. Susanne Plück, und Dr. Maren Ernst, sowie dem Referat Altstipendiaten der Stiftung war diesmal die Stadt Königswinter im schönen Rheinland Schauplatz des Treffens. Ein perfekter Ort, sich zum zukunftsweisenden Thema Europa auszutauschen, denn mit der Nähe zu Rhöndorf, dem Wohnsitz von Konrad Adenauer, verweist Königswinter bereits auf einen politisch geprägten Raum.

Zur Einstimmung in die Jahrestagung stand Donnerstag zunächst eine regionale Einführung auf dem Programm. Andreas Krautscheid, NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Altstipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung, begrüßte seine Konstipendiaten auf einer Bootsfahrt auf dem Rhein. Mit Blick auf den doppelten Abiturjahrgang 2013, der durch die um ein Jahr verkürzte Schulzeit in NRW ansteht, kündigte Krautscheid konkrete Maßnahmen an. Neben der Aufstockung von zehntausend zusätzlichen Studienplätzen und weiteren Professuren sei auch der Bau von neuen Fachhochschulen geplant.

Der NRW-Minister schlug positive Töne im Bezug auf die Medienlandschaft an. „Nach wie vor ist NRW das Medienland Nummer eins in Deutschland. Eines unserer großen Anliegen ist es, die ‚kreative Ökonomie’, also die Ansiedlung von kulturellen und kreativen Unternehmen zu fördern.“ Ein gutes Beispiel dafür sei die Stadt Köln, von der ein starker Impuls auf die Film- und Fernsehproduktion ausgehe.

Europas Auftrag für eine bessere Welt

Die Ausführungen hochkarätiger Referenten zum diesjährigen Tagungs-Schwerpunktthema Europa führten am folgenden Tag auf dem ganztägigen Symposium zu spannenden Diskussionen mit den Teilnehmern. Laut Karl Lamers, langjähriger außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion des Deutschen Bundestages, ist Europa eine Antwort auf die Globalisierung. „Europa muss sich den großen Herausforderungen der Umwelt, des transnationalen Terrorismus und des Gegensatzes von Arm und Reich stellen“, so Lamers. Er plädierte für eine Stärkung der Vereinten Nationen und der Außenpolitik Deutschlands.

Russland – das große Rätsel: Energiesicherheit in Europa

Bei der Frage um die Energiesicherung Europas stand Russland im Mittelpunkt. „Russland ist im Hinblick auf den demografisch-ökonomischen Niedergang eine ‚sterbende Nation’, die nun versucht, mit einer Energiepartnerschaft zu locken. Dabei werden seine Öl-Einnahmen in 20 bis 30 Jahren zu Ende gehen“, sagte der Journalist und Publizist Botho Kirsch.

Der Staatssekretär a.D. und Journalist Prof. Dr. Lothar Rühl hingegen vertrat den Standpunkt, dass Europa im Hinblick auf eine stabile Energieversorgung auf eine strategische Partnerschaft mit Russland angewiesen sei.

Problematisch ist nach Einschätzungen des Staatssekretärs a.D. und Altstipendiaten Dr. Joachim Wuermeling ein fehlender globaler Ordnungsrahmen. „Europa gewinnt erst dann an Stärke, wenn die einzelnen Länder in einem gemeinsamen Konzert der EU zusammenwirken.“

Europa und Islam – Integrationsdebatte mit falschen Bildern?

Bülent Arslan, Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Forums der CDU in NRW und Altstipendiat, machte die Zuhörer darauf aufmerksam, dass sich das Verhältnis zwischen Muslimen und Andersgläubigen in Deutschland insbesondere seit dem 11. September 2001 verschlechtert hat. Er kritisierte die Medien, den Islam überwiegend in einem negativen Kontext zu erwähnen. Diese Berichterstattung hinterlasse nicht nur ein schlechtes Bild von Muslimen, sondern rufe zudem auch bei den Muslimen selbst ein Gefühl der Ausgrenzung hervor. Während Arslan dafür plädierte, den Muslimen mehr Verständnis entgegenzubringen, nahm Serap Cileli, Autorin und Frauenrechtlerin islamischer Herkunft, eine sehr abweisende Haltung gegenüber dem Islam ein: „Ich kann und werde nichts Positives über den Islam sagen. Im Koran wird ausdrücklich die Gewalt an Frauen befürwortet und legitimiert.“ Frau Cileli befürwortete eine Aufklärung und Modernisierung des Islams gegenüber den Muslimen.

Mögliche Ursachen für das radikale Verhalten von islamischen Fundamentalisten zählte Elmar Theveßen, stellvertretender ZDF-Chefredakteur, Terrorexperte und ehemaliger Stipendiat der Journalistischen Nachwuchsförderung, auf: „Die Motivation der Terroristen schöpft sich aus einer persönlichen Wahrnehmung eigener Diskriminierung, aber auch aus der Beobachtung von anderen unterdrückten Muslimen im Westen“, so Theveßen.

Wie Arslan trat auch er für mehr positive Vorbilder von Muslimen in den Medien ein. Gleichzeitig meinte er, dass positive Beispiele in der Gesellschaft oftmals gar nicht richtig wahrgenommen werden. Das ZDF habe eine Woche lang die Themen Integration und Migration als Sendeschwerpunkt gehabt. Die Einschaltquoten seien jedoch äußerst gering ausgefallen, was darauf hindeute, dass viele Deutsche einfach wegschauen.

Europas Innovationen und Chancen auf globalen Wettbewerb

Den letzten Teil des umfangreichen Symposiums bildete ein Blick in die Zukunft. Prof. Dr. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie und stellvertretender Ministerpräsident, betonte, dass die Verknüpfung von Bildung und Wirtschaft nach wie vor einen wichtigen Schwerpunkt in der Zukunft darstellen wird. „Wir exportieren nicht Rohstoffe, sondern Wissen, das in den Produkten steckt“, sagte Pinkwart.

Hermann Josef Wehrhahn, Schwiegersohn von Konrad Adenauer, war ein willkommener Ehrengast des Symposiums. Mit seiner enthusiastischen Wortwahl wies er die Zuhörer darauf hin, dass friedlich genutzte Kernenergie möglich sein müsse. Vorbildlich setzte er sich für das Projekt „Klimatowns“ ein. Vorreiter seien hier Düsseldorf, Jülich und die RWTH Aachen.

Markus Zeitzen neuer Sprecher der Altstipendiaten

Nach so viel Europa gab es am Abend noch einen musikalischen Leckerbissen: Das aus aktuellen und ehemaligen Stipendiaten bestehende Kammerorchester der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung unter der Leitung von Florian Ludwig begeisterte sein Publikum mit einem mitreißenden Konzert, das mit lang anhaltenden Beifall endete.

Auf der Jahresversammlung der Altstipendiaten wurde Markus Zeitzen am Samstagnachmittag einstimmig zum neuen Sprecher der KAS-Ehemaligen gewählt und Dr. Michael Wolf als Schatzmeister mit gleichem Votum bestätigt. Dem bisherigen Sprecher Ralf Heimbach, der nicht wieder kandidierte, dankte der Leiter der Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Günther Rüther, unter großem Beifall für seine zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand der Altstipendiaten. Heimbach hatte dem Vorstand zunächst von 1998 bis 2004 als Schatzmeister angehört, bevor er das Sprecheramt übernahm.

Das gelungene und gut organisierte Altstipendiatentreffen 2008 ging mit einem festlichen Ball auf dem Petersberg und dem traditionellen Gottesdienst am Sonntagmorgen zu Ende.

Yaena Kwon

Stipendiatin der Journalistischen Nachwuchsförderung

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Sankt Augustin Deutschland