Detalii
Frauen waren tragende Säulen dieses Systems: Sie sicherten Produktivität, Versorgung und soziale Stabilität – und das unter Bedingungen, die individuelle Entscheidungen und persönliche Freiräume stark begrenzten.
Gleichberechtigung bedeutete in der DDR vor allem die Einbindung von Frauen in Arbeit. Wo Arbeit jedoch zur staatlichen Erwartung wurde, stellte sich die Frage nach Freiheit, Selbstbestimmung und Anerkennung neu. Zwischen LPG, Familie und politischem Anpassungsdruck bewegten sich Frauen in einem Spannungsfeld aus Verantwortung, Funktionieren und begrenzten Handlungsspielräumen. Die Veranstaltung fragt danach, wie diese Erfahrungen erlebt wurden und was sie über das Verhältnis von Staat, Arbeit und individueller Freiheit aussagen.
Von hier aus schlägt der Abend den Bogen in die Transformationszeit nach 1989/90 sowie in die Gegenwart: Welche Prägungen wirkten fort? Was ging verloren, was wurde neu möglich? Der Bezug auf das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026 macht deutlich, dass Fragen nach Sichtbarkeit, Anerkennung und Selbstbestimmung weiblicher Arbeit keine abgeschlossenen historischen Themen sind, sondern bis heute gesellschaftliche Relevanz besitzen.
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe Land.Wirtschaft.Leben (Landwirtschaftliches Leben in Sachsen-Anhalt von 1945 bis heute), wird maßgeblich gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung und umgesetzt in Kooperation mit dem Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt für Aufarbeitung und dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt
Program
16:30 Uhr Führung durch die Ausstellung
18:00 Uhr Podiumsgespräch
18:00 Uhr - 19:30 Uhr
mit
Steffi Trittel (Agrar-Ingenieurin, ehem. Bürgermeisterin Hohe Börde),
Uta Ruge (Autorin),
Christel Panzig (Historikerin),
Dr. Franziska Kersten (MdB, Wahlkreis Börde-Salzlandkreis)