Nix als Gedöns

Da würde er Bauklötze, oder besser: Pappkartonschachteln mit Haifisch-Logo staunen, der Herr Bischof Huber, wenn auf dem Kirchentag seiner Glaubens-AG im „hillije Kölle“ urplötzlich der römische Berufskollege vom katholischen Branchenprimus aufkreuzen würde.

Warum auch nicht? Schließlich war der Papst vor zwei Jahren schon mal da, total begeistert von den rheinischen Frohnaturen, kennt sich als Ex-Großinquisitor bestens mit renitenten Abtrünnigen aus und der Dom steht auch noch.

Zudem, jetzt mal unter uns, Wolfgang: Auf die Dauer geht dir das zeremonielle Podiumsgedöns von Fernsehonkel Jürgen Fliege, Psychotante Eugen Drewermann und Politopi Heiner Geißler doch genauso gegen die perfekt gestylte Föhnfrisur wie Benedetto das Geplapper von Bush, Blair und Bono bei der Privataudienz im Vatikan. Da könnt ihr zwei Kirchenchefs gleich mal ordentlich ablästern; schließlich seid ihr doch beide Bischof, auch wenn der Pontifex Maximus nur ein kümmerliches Kirchlein leitet. Du mit deinem EKD-Ratskonsortium bist natürlich schon wichtiger. Das ist so riesengroß, dass kein Mensch genau weiß, wer da alles mit rumsitzt am Evangelentisch. Und während die Katholen alle nach der Papstpfeife tanzen, regierst du wie ein Musketier: Einer für alle, alle für einen.

Zugegeben, das mit dem Bischof sieht man dir jetzt nicht unbedingt auf fünf Altäre Entfernung an wie dem Kuttenpapa aus Rom. Der wirkt so weltentrückt, predigt fromm wie der Boss im Himmel persönlich und schreitet immer so erhaben durch die Gegend.

Dagegen bist du halt ganz Kosmopolit mit Hausfrauenbeglückungs-Charme, stets adrett gewandet, wie sich das gehört für telegene Sozialverbandspräsidenten. Und mit dem Bischofsstab und der Mitra zu Illner, Christiansen und Maischberger auf die Couch – nee, das wirkt doch arrogant und direkt ein bisschen klerikal. Damit hast du nun wirklich nix am Hut - und drum besser auch nix am Kopf oben drauf wie der Ratzinger mit seiner Karnevalstüte!

Wenn er kommt, müssen wir den Benedetto nur noch anständig begrüßen. Vielleicht `ne kleine Rede von der Angie oder dem Horst? Verflixt, alles Protestanten. Und das in Köln. Das waren halt noch selige Zeiten mit dem Katholen-Konny Adenauer. Aber der ist heute auch nicht mehr so lebendig wie früher und liegt nur noch träge rum.

Lassen wir das mit Ansprachen, eh nur Schall und Weihrauch! Dann doch lieber ein Begrüßungslied. Passend für den Papst wär´ „Ganz in Weiß“ – von Roy Black. Um das Geträller psychisch durchzustehen, braucht der PapaRatzi einige Kölsch intus. Aber mit Ökumene kriegst du den schon wieder trocken.

Ulrich Heisterkamp

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