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Deutschland und die USA – Transatlantische Beziehungen im Wandel

Veranstaltung 02.11.2027 Leer Ostfriesland

Verstaltungsbericht 02.11.2027 Leer Ostfriesland

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Am 2. November 2026 lud das Politische Bildungsforum Niedersachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Veranstaltung „Deutschland und die USA – Transatlantische Beziehungen im Wandel“ nach Leer ein. Nach der Begrüßung durch Manuel Ley diskutierten der Politikwissenschaftler und Neuzeithistoriker Dr. Siebo M. H. Janssen und Ulf Thiele MdL über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen und die außenpolitischen Herausforderungen für Europa.

 

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Folgen die veränderte amerikanische Außenpolitik unter Donald Trump für Europa, die NATO und die Unterstützung der Ukraine hat. Dabei wurde deutlich, dass die zunehmende Abwendung der USA von Europa keine ausschließlich mit Trump verbundene Entwicklung ist. Bereits unter George W. Bush und Barack Obama zeichneten sich strategische Veränderungen ab. Mit dem wachsenden Fokus der USA auf den indopazifischen Raum und die Auseinandersetzung mit China verliert Europa zunehmend an Bedeutung als zentraler außenpolitischer Bezugspunkt Washingtons. Auch ein zukünftiger demokratischer Präsident werde diese Entwicklung vermutlich nicht grundsätzlich umkehren. Ein möglicher Verlust der republikanischen Mehrheiten bei den Midterms könnte Trump zwar innenpolitisch schwächen, bedeute aber nicht automatisch eine Rückkehr zur früheren transatlantischen Partnerschaft.

 

Kritisch bewertet wurde insbesondere, dass Europa auf diese Veränderungen zu lange unzureichend reagiert habe. Deutschland habe französische Initiativen zur europäischen Souveränität und Eigenständigkeit, insbesondere von Präsident Emmanuel Macron, nicht ausreichend aufgegriffen. Deutschland und Frankreich müssten deshalb wieder eine gemeinsame Führungsrolle übernehmen. Als möglicher Weg wurde ein Europa der zwei Geschwindigkeiten diskutiert, in dem ein handlungsfähiges Kerneuropa bei Verteidigung, Rüstungskooperation und wirtschaftlicher Integration vorangeht.

 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft der Ukraine-Unterstützung. Angesichts der Unsicherheit über die weitere amerikanische Militärhilfe müsse Europa seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten deutlich ausbauen und die Unterstützung der Ukraine verstärken. Dafür seien gemeinsame Rüstungsprojekte, eine koordinierte Beschaffung und eine langfristig tragfähige europäische Sicherheitsarchitektur notwendig.

 

Darüber hinaus wurde die wirtschaftliche und geopolitische Position Europas beleuchtet. Die Abhängigkeit von den USA und China müsse reduziert und die Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern wie Kanada, Australien und Neuseeland ausgebaut werden. Auch die strategische Bedeutung des indopazifischen Raums und Afrikas dürfe Europa nicht aus dem Blick verlieren.

 

Als zentrale Erkenntnis der Diskussion blieb: Europa muss seine Rolle in einer veränderten Weltordnung neu definieren und seine Interessen eigenständiger vertreten. Dafür braucht es weniger nationale Egoismen, eine stärkere deutsch-französische Zusammenarbeit, eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik und vor allem eine langfristige strategische Ausrichtung. Ziel müsse eine Partnerschaft mit den USA auf Augenhöhe sein – nicht länger eine einseitige sicherheitspolitische Abhängigkeit.

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