Ich werde auf einem roten Teppich von grellem Blitzlicht und lauten Rufen
aus allen Seiten empfangen. Verwirrt schaue ich mich um und weiß nicht
wo ich als Erstes hinblicken soll. Überall Kameras und Mikrofone die sich
wild bewegen. Durch diesen Empfang in der Schirnhalle in Frankfurt
bekommt man schon einmal einen Einblick in das Leben eines Stars. Bei
dieser Ausstellung geht es um die Paparazzi.
Sie sind die Jäger die zu Gejagten werden. Ihr Ziel: Das Verfolgen und
Belauern mehr oder weniger berühmten Persönlichkeiten, nur um als
Erster das perfekte Bild zu bekommen. Um das zu erreichen braucht der
Paparazzi viel Geduld, Flexibilität, Kreativität und er muss immer am Ort
des Geschehens sein. Das Wort Paparazzi entstand 1960 durch den Film
„La Dolce Vita“ von Federico Fellini, in dem ein Boulevard Fotograf namens
Paparazzo heimlich bekannte Persönlichkeiten belauerte. Es besteht aus
den Wörtern „pappatace“ (Sandfliege) und „razzi“ (Blitzlicht). Um den
Einblick in das Privatleben der Stars zu bekommen haben die Paparazzi
verschiedene Techniken. Die erste Technik ist das Teleobjektiv, womit sie
auch Bilder von weiter entfernt schießen können. Für die Nähe haben sie
auch teilweise versteckte Kameras, die zum Beispiel in einer Kravatte als
Knopf eingebaut sind. Um sich in bestimmte, zum Teil private
Aufenthaltsorte der Stars einzuschleusen, verkleiden sie sich auch oder
ziehen sich Masken über. Auf dieses Ausspionieren der Privatsphäre
reagieren viele Stars mit aggressiven Gesten wie das Zeigen des
Mittelfinger oder des Hinterteils. Durch diese Gesten entsteht ein neues
Image von dem jeweiligen Star, so wird zum Beispiel einer der oft den
Mittelfinger zeigt als Rocker abgestempelt. Allerdings lassen sich manche
berühmte Persönlichkeiten auch absichtlich bei einem Übergriff gegenüber
eines Paparazzi fotografieren um für Schlagzeilen zu sorgen, denn die
Stars sind auch von den Paparazzi abhängig, da sie so durch die Bilder
und Schlagzeilen bekannt werden. Jedoch würde das ohne die Medien
nicht funktionieren, da es die Aufgabe der Medien ist diese Bilder in der
Öffentlichkeit bekannt zu geben. Das Ganze funktioniert jedoch nur wenn
auch viele dieser Bilder konsumiert werden. Das It-Girl, Paris Hilton ist ein
wahrer Profi darin für Schlagzeilen zu sorgen und ist deshalb nur bekannt
weil sie bekannt ist und nicht deshalb weil sie etwas Besonderes geleistet
hat. Zum Schutz gegen die Paparazzi halten die Stars sich Hüte vors
Gesicht und nehmen Schirme zum Schutz, wie Bred Pitt und Angelina Jolie
auf einem Foto, als sie hinter einem Auto die Regenschirme die
Regenschirme aufmachten um nicht sichtbar für die Paparazzi zu sein. Ich
habe immer wieder Bilder gesehen von denen ich nicht glauben konnte,
dass ein Paparazzi ein solch privates Bild von einer so berühmten Person
schießen könnte . Ein Bild davon war zum Beispiel ein Schnapschuss der
Queen während sie gerade auf dem stillen Örtchen saß. Wie ich erfahren
habe, sind dieses und die anderen Bilder jedoch nur nachgestellt mit
Personen die diesen berühmten Persönlichkeiten ähneln. Um diese Bilder
trotzdem auch zu glaubwürdigen „Paparazzi-Bildern“ zu machen war das
Bild leicht körnig (was darstellen soll dass das Bild mit einem Teleobjektiv
aufgenommen wurde) und zum Teil war der Vordergrund unscharf, dass
es so aussieht als ob der Paparazzi das Bild von weiter weg geschossen
hätte. Ein solches Bild jedoch nicht nachgestellt wäre ein so genannter
„Million Shot“. Das ist das Bild für das man bis zu einer Million Euro
bekommen kann.
Ich könnte mir nicht vorstellen ein Paparazzi zu sein, da das meiner
Meinung nach sehr anstrengend und mühsam ist. Immer die Stars am
richtigen Ort zur richtigen Zeit zu treffen erfordert sehr viel Aufwand auch
bezüglich der Reise, da die Orte an denen es etwas zu fotografieren gibt
verstreut sind. Wenn man angekommen ist und dann etwas zu spät
eintrifft hat schon ein Anderer das perfekte Bild geschossen und
veröffentlicht und man selber fällt mit leeren Händen aus. Ich finde das ist
ein sehr harter Job, bei dem nur der Erste absahnt.
Von Max Stöbe