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Melanie Steigenberger im Portrait

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Die Teller und Schüsseln stehen geordnet auf dem Küchenwagen. Fast parallel, alles dort wo es hingehört: Salat, Paprika, Lasagne. Sie alle warten darauf, von Melanie Steigenberger in die Küche gebracht zu werden (Name von der Redaktion geändert). Diese stellt zaghaft, aber doch gezielt, die letzte Schüssel auf das Tablett. Es duftet leicht nach Essen. Stimmen und Geschirrgeklapper klingen aus einer anderen Ecke des Raumes.

In der Küche arbeiten, das war schon immer Melanie Steigenbergers Ziel. Durch eine Anzeige in der Zeitung gelang ihr der Sprung in den Hauswirtschaftsbereich. Nun ist sie Servicekraft und hat sich ihren Berufswunsch erfüllt. Seit inzwischen 22 Jahren gehört sie zum Inventar des Arbeitnehmerzentrums Königswinter (AZK). „Ich habe hier 20 Jahre lang als Köchin gearbeitet und bin immer noch in der Küche tätig, aber jetzt als Servicekraft“, so die Hauswirtschafterin. Ihr Alltag besteht aus Eindecken und Abräumen der Tische, dabei zählt für sie nur eins: „immer freundlich zu den Gästen sein“. Ihre Kollegen und Melanie Steigenberger selbst beschreiben sie eher als „still“ und „zurückhaltend“, aber auch als „verantwortungsbewusst“. Tagtäglich stellt sie sich dieselbe Aufgabe: sie möchte ihre Arbeit gut und gewissenhaft erfüllen. Und nach so vielen Jahren bereitet ihr der Beruf immer noch so viel Freude wie am ersten Tag.

Bevor Melanie Steigenberger in den Arbeitsalltag im AZK einstieg, arbeitete sie bereits ein Jahr in einem Altenheim. Doch dieser Beruf gefiel der zielstrebigen Frau nicht hundertprozentig. Richtig wohl fühlt sie sich nur im Gastronomie-Bereich. Und auch auf die Gäste wirkt die Frau mit den braunen Haaren und der kleinen Brille – besonders durch ihre eher schüchterne Art – sehr sympathisch: „Wenn ich mir meinen Beruf noch einmal aussuchen könnte, würde ich wieder denselben wählen.“

VON V. LINGEMANN

Auch wenn der Name es vermuten lässt, gehört Melanie Steigenberger nicht zur weltbekannten Hotelkette und führt auch eher ein bescheidenes Leben. Trotzdem ist sie sehr zufrieden mit ihrem Beruf als Hauswirtschafterin im Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Nordrhein-Westfalen. Rote Schürze, schwarze Bluse, sorgfältig zusammengebundene Haare und ein um den Hals gebundenes Tuch beschreiben ihre Person sehr gut: gewissenhaft, gründlich, korrekt.

„Schon als ich klein war, wollte ich in der Küche arbeiten“, schwärmt Melanie Steigenberger. „ Ich begann dann einfach in der Zeitung zu suchen und fand das Angebot als Köchin im AZK.“

Entsprechend arbeitete sie 20 Jahre lang in der Küche, bis sie sich als Hauswirtschafterin und im Service neu entdeckte. Hier muss sie nicht nur den Tischdecken, sondern auch mehr mit den Gästen in Kontakt treten kann. Zwei Jahre liegt die Veränderung ihrer Arbeitsgewohnheiten immerhin schon zurück und erstaunlich ist, dass sie auch nach ganzen 22 Jahren immer noch Freude an ihrer Arbeit hat.

Ihre Arbeitsschichten fangen zu unterschiedlichen Zeiten an, doch meist arbeitet sie nachmittags und muss dementsprechend erst um fünfzehn Uhr beginnen. Auch wenn ihre Ziele stets für sie unabdingbar waren, ist ihre Schüchternheit enorm auffallend.

Auf die Frage, wie sie sich in drei Worten beschreiben würde, murmelt sie nur „still, zurückhaltend, verantwortungsvoll“, wobei das letztere in ihrem Tuch untergeht. Zwischenzeitig zupft sie ununterbrochen nervös ihr Tuch zurecht und versucht direkten Augenkontakt zu vermeiden, der durch die Brille sowieso eingeschränkt wird. Auch die Kollegen brauchen nicht lange, um Melanie zu beschreiben: „Sie ist ruhig, aber auch sehr freundlich.“

„Immer freundlich zu den Gästen sein ist meine Philosophie“, sagt Melanie Steigenberger. Und das erste Mal seit dem Gespräch blickt sie auf. Man erkennt, dass sie trotz aller Unsicherheit von ihrem Beruf überzeugt ist. Denn bei der Arbeit fällt diese Zurückhaltung von ihr ab. Da ist sie entschlossen und beharrlich. Kurz darauf fällt sie im Gespräch aber zurück in ihre Befangenheit und versucht ihren Händen irgendwo Halt zu geben. So richtet sie erneut ihre Kleidung, richtet die Brille und legt dann anschließend ihre Hände auf den Geschirrwagen.

VON T. PHAM

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