NIS-Jahrestreffen in Berlin

„Freiheit gibt es nicht umsonst, sie fordert tägliches Engagement“

Über 100 internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung treffen sich zum NIS-Jahrestreffen in Berlin KAS
Über 100 internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung treffen sich zum NIS-Jahrestreffen in Berlin.

In diesem Jahr trafen sich mehr als 100 internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der  ganzen Welt in Berlin getroffen, um über das Thema „70/30 Jahre Grundgesetz und die Bedeutung von Verfassungen weltweit” in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung zu diskutieren. Der Anlass war das 4. Jahrestreffen des Netzwerkes der internationalen Stipendiaten (NIS) der Konrad-Adenauer-Stiftung und im Vordergrund stand das Verfassungsjubiläum in Deutschland.

Das NIS dient in der ersten Linie der Vernetzung der internationalen Stipendiaten und Altstipendiaten der KAS. Es ist eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch. Durch die jährliche Wahl des NIS-Teams wirkt das Netzwerk zudem auf die Arbeit der Stiftung ein. Neben dem Austausch, der Diskussion, dem gegenseitigen informieren und der Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten stand beim 4. Jahrestreffen die Wahl zum neuen NIS-Team an.

Los ging es am Freitag. Neben der Begrüßung durch das NIS-Team, den Stipendiatenbeirat und das Team der Ausländerförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung, standen Neuigkeiten aus der Stiftung auf der Agenda.

Neu gewähltes NIS-Team KAS
Amir Iranizadeh (Iran), Liang Xiaowen (China), Rinuccia Faria La Ruina (Brasilien), Iden Sungyoung Kim (Südkorea), Bogdan Miftakhov (Ukraine).

Der Samstag war von Anfang an tief mit dem Thema des Treffens verbunden. Alles fing mit einem „Grundgesetz-Bingo“ an, das sich später ins Planspiel zum Thema „Verfassung“ übertrug. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sollten in Gruppen einen Verfassungsentwurf für das fiktive Land Fontanien ausarbeiten und das war richtig schwer: entgegengesetzte Interessengruppen, Parteien und Minderheiten trafen in einem scheinbar unlösbaren Konflikt aufeinander. Nach dem Spiel fragten sich viele Stipendiaten: „Wenn es schon in einem Spiel so schwer ist, eine Einigung zu erzielen, wie ist es dann in der richtigen Politik?“.

Antworten hierauf bekamen die Stipendiatinnen und Stipendiaten prompt. Höhepunkt der Jahrestagung war die Rede und Diskussion mit Professor Bernhard Vogel, Ministerpräsidenten a.D. und Ehrenvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dieser sprach über das Wunder der Entstehung des Grundgesetzes und die Bedeutung der 146 Artikel, wobei er näher auf die Artikel 1 zur Menschenwürde und 16 zum Asylrecht einging. Neben den Grund- und Menschenrechten wurde intensiv über die Staatsform der Demokratie diskutiert. So informierten Stipendiatinnen und Stipendiaten aus fünf verschiedenen Ländern der Welt über das Verfassungsrecht und die Verfassungswirklichkeit in ihrer Heimat, Rumänien, Russland, Paraguay, Kolumbien und Togo. Fazit: vielerorts sind Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zwar verbrieft aber in der Realität nicht gegeben. Die Gewaltenteilung funktioniere häufig nicht – und sei von der politischen Führung auch nicht gewünscht. In diesem Zusammenhang betonte Professor Vogel: „Freiheit gibt es nicht umsonst, sie fordert tägliches Engagement”. Die Leiterin der Hauptabteilung Begabtenförderung und Kultur der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Susanna Schmidt, fügte mit Bezug auf Konrad Adenauer noch hinzu: „Demokratie ist nicht nur eine Staatsform, sondern eine Lebensform”.

Nach einer langen Nacht in Berlin fand Sonntagvormittag die Wahl zum NIS-Team statt. Samir Behari, Fatemeh Taheri und Codrin Timu verabschiedeten sich und Iden Sungyoung Kim, Liang Xiaowen sowie Rinuccia Faria La Ruina wurden als neue Mitglieder gewählt. Somit wurde das Team noch internationaler.