Neue Kulturkämpfe? Wege aus der Polarisierung

Einmal mehr übertrafen sich im Januar 2021 die Bekundungen des Entsetzens über eine antidemokratische Schandtat. Die Pöbel- und Gewaltszenen im amerikanischen Kongressgebäude verlangten nach besonders starken Worten; leider sind sie gleichermaßen Ausdruck von Ohnmacht: Fast die Hälfte der amerikanischen Wählerschaft hatte im November 2020 für den damaligen Präsidenten gestimmt, der das Misstrauen gegenüber den demokratischen Institutionen und ihren Vertretern ebenso sehr verkörpert wie befeuert. Politik ist existenziell auf ihr Grundsatzproblem zurückgeworfen, auf das Verhältnis von Ordnung und Störung. Wo verlaufen die Ränder, wo sind Grenzüberschreitungen notwendig? Offenbar sind es viel zu viele Wähler, die außerhalb stehen oder sich abseits stellen. Nicht allein in den USA werden Streitfragen im Modus moralischer Überlegenheit debattiert. Diese Kulturkämpfe sind Menetekel für plurale Gesellschaften, in denen bei aller Auseinandersetzung und Abgrenzung gegenüber Extremisten der Sinn für das Öffentliche und Gemeinschaftliche (Sensus communis) nicht verloren gehen darf.

Miia Autio, Gestaltung: StanHema

Inhalt

Matthias Oppermann: Wer kämpft hier gegen wen? Der Westen und das Problem des Kulturkampfs

Dieter Thomä: Das "Wir"-Problem. Warum die Demokratie in der Krise ist und wie sie aus ihr herauskommt

  • Das "Wir"-Problem

    Warum die Demokratie in der Krise ist und wie sie aus ihr herauskommt

    von Prof. Dr. Dieter Thomä

Interview: Joachim Gauck über emotionsgeladene Antipolitik, forcierte Fortschrittsmodelle und die kämpferische Tugend der Toleranz

Stephan Bierling: Zwei Stämme. Wie die USA die gesellschaftliche Spaltung überwinden können

  • Zwei Stämme

    Wie die USA die gesellschaftliche Spaltung überwinden können

    von Prof. Dr. Stephan Bierling

Hannes Bajohr: Verstrickte Freiheit. Judith Shklar und die Stimmen der Opfer

Christine Henry-Huthmacher: Gender und Identität. Einblicke in eine unübersichtliche Debatte

Stephan Schaede: Total authentisch? Teilrehabilitation eines Polarisierungstreibers

  • Total authentisch?

    Teilrehabilitation eines Polarisierungs­treibers

    von Dr. Stephan Schaede

Ulrike Ackermann: Identitäter Fundamentalismus? Folgen der Moralisierung und Polarisierung

Die Politische Meinung und Team

Die Zeitschrift bietet als Bezugspunkte fundierte Analysen historischer Hintergründe und eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete, im christlichen Menschenbild verankerte Ethik. Die Politische Meinung erscheint sechsmal im Jahr. Der Bezugspreis für sechs Hefte beträgt 50,00 € zzgl. Porto. Der Einzelheftpreis beträgt 9,00 €. Schüler und Studenten erhalten einen Sonderrabatt (25 Prozent). Die Bezugsdauer verlängert sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht bis zum 15. November eines Jahres schriftlich abbestellt wird. Bestellungen über den Verlag, durch den Buchhandel oder per E-Mail an politische-meinung@kas.de

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