„Dieser Krieg wird die Zukunft der Ukraine als freie Nation bestimmen. Er wird aber auch die Zukunft Europas bestimmen – als eines Kontinents, der in Frieden, Freiheit und Sicherheit geeint ist“,
Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, ehemalige Bundesministerin der Verteidigung Deutschlands.
Videoaufnahme BSSF 2026: Tag 1
Das Schwarze Meer ist längst keine Peripherie mehr. Es ist eine Schlüsselfrage europäischer Sicherheit. Die Frage ist nur: Gestalten wir das Spiel selbst oder lassen wir andere über unsere Züge entscheiden?
“EndGame” wurde zum Leitmotiv des Black Sea Security Forum 2026 in Odesa – einer Stadt, die ukrainische Geschichte, Kultur und Identität verkörpert.
Zum dritten Mal wurde das BSSF zu einem Ort leidenschaftlicher Debatten und zentraler Leitfragen: Welche geostrategische Rolle spielt das Schwarze Meer? Und warum kann es ohne die Ukraine keine umfassende europäische Sicherheit geben?
Videoaufnahme BSSF 2026: Tag 2
„Die Ukraine ist das einzige Land, das Russland in Europa die Stirn bieten kann“, sagte US-Senator Mark Kelly. Zu den prägenden Stimmen gehörten zudem Keith Kellogg, der davor warnte, sich von Russlands nuklearer Erpressung einschüchtern zu lassen; sowie US-Senator Richard Blumenthal, der klar machte, dass Europa und die USA „als geschlossene Front antworten müssen“.
„Für Deutschland ist diese Region sehr wichtig. Wir brauchen nicht nur Veränderungen in den Haushalten, sondern auch einen strategischen Perspektivwechsel mit Blick auf den Schwarzmeerraum“, eröffnete Annegret Kramp-Karrenbauer das KAS-Panel „Black Sea Maritime and Regional Security as a Global Challenge“, moderiert von Florian Feyerabend (Stv. Abteilungsleiter Europa/Nordamerika und Länderzuständigkeit Ukraine).
Auf dem Podium diskutierten anschließend Nico Lange (Gründer und Direktor von IRIS),
Marek Kohv (Leiter des Programms für Sicherheit und Resilienz am International Centre for Defence and Security (ICDS)), Wilfried Jilge (Experte für die Ukraine und die weitere Schwarzmeerregion, Associate Fellow am Center for Order and Governance in Eastern Europe, Russia, and Central Asia der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP),
Hanna Shelest (Direktorin des Programms für Sicherheitsstudien beim Foreign Policy Council „Ukrainian Prism“) über die maritime Sicherheit im Schwarzen Meer und die strategischen Herausforderungen für Europa.
Europa dürfe sich nicht länger in institutionellen Debatten über NATO- oder EU-Strategien für den Schwarzmeerraum verlieren, sondern müsse seine eigene Handlungsfähigkeit stärken, so Nico Lange.
Auf dem Panel machten die Expertinnen und Experten deutlich: Handeln ist jetzt gefragt.
- Die NATO-Präsenz im Schwarzmeerraum stärken, um Russland wirksam abzuschrecken.
- Die Zusammenarbeit und den Austausch von Erkenntnissen zwischen der Ostsee- und der Schwarzmeerregion vertiefen.
- Kritische Infrastruktur und Handelsrouten schützen.
- Die Ukraine beim Aufbau moderner maritimer Fähigkeiten unterstützen.
- Europäische Initiativen zur Minenräumung und maritimen Sicherheit auf den Weg bringen.
- Exportkorridore verlässlich absichern.
Die Sicherheit im Schwarzen Meer ist keine regionale Frage. Sie ist eine Frage der europäischen Sicherheit und der Stabilität des globalen Handels.
▶️Die vollständige Aufzeichnung der Diskussion steht über das Panel auf der rechten Seite zur Verfügung.
Wie breit die internationale Unterstützung für die Ukraine ist, zeigte sich auch an der starken Präsenz von Gästen aus aller Welt – aus Think Tanks, Politik, Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Die KAS-Delegation um Annegret Kramp-Karrenbauer führte zudem produktive Gespräche, die die deutsch-ukrainischen Beziehungen weiter vertiefen können – unter anderem mit dem fünften Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, und Amtierender Minister für digitale Transformation der Ukraine, Oleksandr Bornyakov.