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Gatekeeper in der Cloud

de Antonio Manganelli

Cloud-Dienste und das Gesetz über digitale Märkte: Integrierte Intermediation, Ökosystemansatz und Cloud-Neutralität als Leitprinzip

Obwohl Cloud-Computing-Dienste im Digital Markets Act als zentrale Plattformdienste aufgeführt sind, wurde bisher kein Cloud-Betreiber (Hyperscaler) als Gatekeeper eingestuft. In diesem Beitrag wird argumentiert, dass das anhaltende Versäumnis einer solchen Einstufung auf eine strukturelle Unvereinbarkeit zwischen der zweiseitigen Plattformlogik des DMA und der vertikalen Pipeline-Architektur der Cloud-Märkte zurückzuführen ist – eine Diskrepanz, die sowohl die quantitativen Schwellenwerte als auch das qualitative Gatekeeper-Kriterium für den Cloud-Kontext analytisch ungeeignet macht.

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Cloud Computing ist für Europa von entscheidender Bedeutung – nicht nur als Technologiesektor, sondern als Grundlage der Datenökonomie. Es bildet das Fundament nahezu aller Wirtschaftsbereiche und ermöglicht Führungspositionen bei Künstlicher Intelligenz. Dennoch wird der europäische Cloud-Markt von einer kleinen Anzahl sehr großer außereuropäischer Cloud-Unternehmen (Hyperscaler) dominiert. Strukturelle Hürden, darunter Marktfragmentierung, begrenzter Zugang zu Kapital sowie unbeabsichtigte Folgen der EU-Regulierung, hindern viele europäische Cloud-Anbieter – insbesondere KMU – daran, vollumfänglich im Wettbewerb zu bestehen.

In den vergangenen Jahren hat die Konrad-Adenauer-Stiftung eine aktive Rolle dabei gespielt, regulatorische Lücken und Durchsetzungsprobleme im Zusammenhang mit digitalen Gatekeepern zu adressieren. Die zugrunde liegende Studie von Antonio Manganelli stellt unseren aktuellen Beitrag dar, praktikable Lösungen innerhalb des bestehenden Regulierungsrahmens – insbesondere des Digital Markets Act (DMA) – zu identifizieren. Der DMA wurde als Ergänzung zum Wettbewerbsrecht konzipiert und zielt darauf ab, strukturelle Marktversagen in der digitalen Wirtschaft durch ex-ante-Regulierung zu beheben. Obwohl Cloud-Dienste ausdrücklich als zentrale Plattformdienste aufgeführt sind, ist die Verordnung in diesem Sektor bislang weitgehend wirkungslos geblieben.

Die Studie untersucht, warum der DMA bei der Anwendung auf Cloud-Märkte bislang an Grenzen stößt. Sie identifiziert dabei eine strukturelle sowie regulatorische Diskrepanz zwischen seinem plattformbasierten Design und den Realitäten von Cloud-Diensten. Das Papier schlägt neue Ansätze für die Einstufung vor, mit besonderem Fokus auf Cloud-Marktplätze und Ökosystemdynamiken. Zudem skizziert die Studie einen zukunftsorientierten Regulierungsrahmen, der auf Cloud-Neutralität, Datenzugang und Fairness ausgerichtet ist. Durch die Überbrückung von rechtlicher Konzeption und Marktrealität zielt die Studie darauf ab, praktische Handlungsempfehlungen für die Europäische Kommission und andere Aufsichtsbehörden bereitzustellen, um mehr Wettbewerb und Fairness in der Cloud-Ökonomie sicherzustellen.

Ohne einen wettbewerbsfähigen Cloud-Sektor kann die Europäische Union ihre Ziele der digitalen Souveränität nicht erreichen. Mit dieser Veröffentlichung, die anlässlich des European Data Summit in Berlin erscheint, möchten wir einen substanziellen Beitrag zur Arbeit der Europäischen Kommission sowie anderer Durchsetzungsbehörden in ganz Europa leisten.

Lesen Sie die gesamte Studie: „Gatekeepers in the Cloud – Integrated Intermediation, Indirect Ecosystem Capture, and the Case for Cloud Neutrality“ hier als PDF. Bitte beachten Sie, die Publikation ist bis auf Weiteres nur in Englischer Sprache verfügbar.

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Contacto Dr. Pencho Kuzev
Dr. Pencho Kuzev bild
Referent Daten- und Wettbewerbspolitik
pencho.kuzev@kas.de +49 30 26996-3247 +49 30 26996-3551

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