Reportajes internacionales

Afghanistan zwischen Wiederaufbau und Krieg

de Dr. Babak Khalatbari

Warum bei der Mandatsverlängerung dringend drei Ja-Stimmen gebraucht werden

Die Sicherheitslage am Hindukusch hat sich extrem verschlechtert. Umso mehr gilt es bei den Bundestagsentscheidungen im Herbst dieses Jahres über die Mandate der Bundeswehr innenpolitische Profilierung zu vermeiden: Ein Rückzug würde die NATO vor eine Zerreißprobe stellen und Afghanistan in eine humanitäre Katastrophe stürzen.

Sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart hatte und hat Deutschland ein starkes Interesse an der Stabilisierung Afghanistans gezeigt. Ziele dieser angestrebten Stabilisierung sind die Stärkung und der Ausbau der Sektoren Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Meinungs- und Pressefreiheit, good governance, Bildung und eine soziale wie wirtschaftliche Entwicklung.

Obwohl in vielen dieser Felder mit großem Einsatz Beachtliches geleistet wurde, wird die afghanische Gesellschaft

und mit ihr die internationale Gemeinschaft in Zukunft noch vor gewaltigen Herausforderungen stehen. Zum einen,

weil sich die Sicherheitslage speziell im Süden und Osten des Landes verschlechtert hat, und zum anderen, weil die vor

sechs Jahren geweckten Erwartungen auf internationaler und afghanischer Seite teilweise zu ambitioniert und daher unrealistisch waren.

Das Ergebnis dieser Analyse konfrontiert den Betrachter mit der Tatsache, dass die gegenwärtige Lage in Afghanistan

ernst, aber nicht aussichtslos ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man mehr Zeit und weitere Ressourcen benötigen,

denn wenn man sich mit der Topografie Afghanistans, der Historie des Landes, der Ethnizität, den ungelösten Grenzstreitigkeiten mit angrenzenden Nachbarstaaten, der Drogenökonomie und dem Wirken der Talibanbewegung auseinandersetzt, wird schnell klar, dass es für ein Land wie Afghanistan keine Komplettlösung für alle Probleme geben kann.

Wie die gegenwärtige Lage in Afghanistan aussieht und welche politischen Optionen zur Verfügung stehen, können Sie in Die Politische Meinung 8/2007 lesen oder sich das PDF-File herunterladen.

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erscheinungsort

Sankt Augustin Deutschland