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Monitor Wahl- und Sozialforschung

Wahlanalyse der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 08. Mai 2022

Bericht zum vorläufigen Ergebnis, zu den wesentlichen Bestimmungsgründen sowie zur Wählerwanderung und Sozialstruktur

Mit großem Vorsprung gewinnt die CDU mit Daniel Günther die Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Die Wahlanalyse erläutert das Ergebnis im Vergleich zur Vorwahl, die Wählerwanderungen und die wesentlichen Bestimmungsgründe des Wahlergebnisses. Ausgehend von den Wahltagsbefragungen und Umfragen im Vorfeld der Wahl wird u. a. die Bedeutung der Einschätzungen von Spitzenkandidatinnen und -kandidaten, Parteikompetenzen sowie die Beurteilung von Leistungen der Regierung für das Wahlergebnis erläutert.

Die CDU gewinnt die Landtagswahl in Schleswig-Holstein mit einem deutlichen Vorsprung. Mit 43,4 Prozent erhält sie 34 Mandate und bleibt nur knapp unter der absoluten Mehrheit. Auch die an der Regierung beteiligten Grünen verbessern ihr Ergebnis deutlich und werden mit 18,3 Prozent (+5,4 Punkte) zweitstärkste Kraft. Es ist ihr bestes Wahlergebnis bei einer Landtagswahl in Schleswig-Holstein. Sie ziehen mit 14 Mandaten in den Landtag ein. Die dritte Regierungspartei FDP verliert dagegen mit 6,4 Prozent der Zweitstimmen vier Mandate und ist nur noch mit fünf Abgeordneten im Landtag vertreten. Erhebliche Verluste gibt es für die SPD mit 16,0 Prozent der Stimmen (-11,3 Punkte). Sie verzeichnet ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland. Im neuen Landtag wird die SPD mit 12 Mandaten vertreten sein. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) erzielt mit 5,7 Prozent sein bestes Ergebnis seit 1950 und erhält vier Mandate.

Die politischen Ränder sind geschwächt. Die Linke und die AfD scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde und sind nicht mehr im Landesparlament vertreten.

Die große Zufriedenheit mit dem Ministerpräsidenten Daniel Günther, der Landesregierung und hohe Kompetenzzuschreibungen zu Gunsten der CDU bestimmen das Ergebnis. Wechselbereite Wähler der Mitte hegen eine emotionale Nähe zu mehreren Parteien und entscheiden jeweils nach dem politischen Angebot vor Ort. Davon profitieren vor allem CDU und Grüne. Die Wahlentscheidung wird auf der Basis von landespolitischen Themen getroffen. Auf der Landesebene spielt auch die Personenwahl eine große Rolle. So sagen 85 Prozent der Wahlberechtigten in Schleswig-Holstein, dass der Ministerpräsident Daniel Günther seine Sache gut mache – aktuell der höchste Wert eines Ministerpräsidenten oder einer Ministerpräsidentin.

Die vollständige Wahlanalyse zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein lesen Sie hier.

Alle Grafiken und Tabellen, auf denen die Wahlanalyse beruht, finden Sie im Tabellenanhang.

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