Notas de acontecimientos

Generationenübergreifende Erfahrungen fördern

Bericht vom 4. „Forum Christ und Politik“

Mit dem „Forum Christ und Politik“ hat die Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) bereits zum vierten Mal über eine christliche Perspektive auf aktuelle politische Fragestellungen nachgedacht. Im Zentrum stand dabei in diesem Jahr generationengerechte Politik.

Zum Auftakt diskutierten die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner und der Vorsitzende der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff über die Folgen des demographischen Wandels für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotz aller offenkundigen Schwierigkeiten stimmten beide generationsübergreifend darin überein, dass „Verzagtheit“ nicht weiterhelfe, wie Prof. Wullf sagte. Er regte an, Vorurteile abzubauen und bereit zu sein, unvoreingenommen auch völlig neue Wege zu beschreiten. Ähnlich plädierte Julia Klöckner für zuversichtliches Anpacken der Probleme im Miteinander der Generationen.

Im biblischen Impuls leitete Prof. Manfred Oeming aus den poetischen Bildern des Alten Testaments Inspirationen für die Gegenwart ab.

Der Richter am hessischen Landessozialgericht Dr. Jürgen Borchert warnte vor den dramatischen Folgen des demographischen Wandels, dem von der Politik nicht angemessen begegnet werde. Aus Sicht der jüngeren Generation, meinte Mike Corsa, der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland, gebe es keine Belege für einen Kampf der Generationen. Auch die Jugend sehne sich nach familiärem Zusammenhalt. Der Direktor der Berliner Stadtmission, Hans Georg Filker, mahnte eine realistische Einschätzung der sozialen Wirklichkeit an. Im vorpolitischen Raum seien manche Modelle, etwa bei Nachbarschaftshilfe, denkbar, aber man dürfe die Interessen und Bedürfnisse der mobilen älteren Menschen nicht außer Acht lassen.

Nach Gesprächen in Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse mit Kerstin Griese MdB und Hermann Gröhe MdB auf ihre politische Machbarkeit hin diskutiert.

„Alle Demokratien sind in der Gefahr, Probleme auf Kosten zukünftiger Generationen zu lösen.“ Mit diesem Befund fasste der Staatsminister im Bundeskanzleramt Hermann Gröhe ein Zentralproblem der Diskussion zusammen – für generationengerechte Politik können die Parteien in der Regel nur wenige Wählerstimmen erhoffen, da die Profiteure dieser Politik meist noch zu jung zum Wählen sind. Dennoch versprachen die beiden Vertreter der Großen Koalition gerade in diesem Bereich weitere Anstrengungen. Übereinstimmung herrschte über eine schrittweise Absenkung der Kindergartenbeiträge bis zur Beitragsfreiheit sowie über die Notwendigkeit einer Schuldenbremse in der Verfassung. Daneben sollen die Betreuungsplätze für Kleinkinder weiter ausgebaut werden.

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Staatsminister Hermann Gröhe MdB

Beide Politiker betonten, dass es sich dabei nicht um Maßnahmen gegen den Lebensentwurf der Betreuung der Kinder durch die Mutter handelt. „Viele Kinder wären durch ihre Familiensituation benachteiligt, wenn wir kein gutes und umfassendes staatliches Betreuungsangebot garantieren“, sagte Kerstin Griese. Rund ein Drittel der Kinder in Deutschland würden inzwischen nicht mehr in eine Familie hineingeboren werden. Daher sei nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Verbesserung der öffentlichen Kinderbetreuung wichtig.

Für Hermann Gröhe bergen die Kindergärten sogar das Potential, zu „Familienzentren“ ausgebaut zu werden. Dort könnte die Stabilisierung von Ehen und Familien gefördert werden, indem gut ausgebildete Pädagogen bei Krisen frühzeitig Beratungsangebote machen. Darüber hinaus sprach sich der Staatsminister für eine weitere Förderung der kirchlichen Beratungsstellen in diesem Bereich aus. Kerstin Griese nannte mehrere Punkte, durch die Deutschland familien- und kinderfreundlicher werden könnte. Dazu zählen neben guter Kinderbetreuung auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die finanzielle Unterstützung von Familien sowie mehr Sicherheit bei den Arbeitsverhältnissen. „Nur die in Deutschland oft beklagte fehlende Kinderfreundlichkeit im Alltag können wir nicht per Gesetz verordnen“, so Griese. Hier müsse ein Umdenken stattfinden.

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Kerstin Griese MdB

Für Hermann Gröhe ist der demographische Wandel neben der Säkularisierung eines der größten gesellschaftlichen Probleme in Deutschland. Beides führe zu einem Verlust an Rücksichtnahme. Dennoch betonte er, dass die Entscheidung für Kinder stets eine höchstpersönliche Entscheidung sein müsse. „Es ist aber gut, dass wir inzwischen offen über die gesellschaftlichen Folgen der sinkenden Geburtenrate sprechen“, so Gröhe. Beide Parlamentarier sprachen zudem über Möglichkeiten, wie die zurückgehende Bedeutung der Familie durch andere Erfahrungen ausgeglichen werden kann. Hier falle der Kirchengemeinde eine wichtige Rolle zu, aber auch dem Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Ehrenamt. Griese plädierte für einen dringenden Ausbau der FSJ-Plätze, die ihrer Meinung nach optimalerweise von den Schulen angeboten werden sollten. Daneben formulierte sie die Hoffnung auf eine Renaissance des Ehrenamtes.

Gröhe hatte für das wichtige Wahljahr 2009 abschließend zwei Wünsche an die Zuhörer. Zum einen ermuntere er zur Beteiligung an politischen Prozessen: „Gehen Sie ran an Ihre Abgeordneten, erzählen Sie ihnen von dem, was Sie bewegt.“ Zum anderen rief er dazu auf, beim Wählen nicht ausschließlich an sich selbst zu denken – generationengerechte Politik werde auch durch Rücksichtnahme an der Wahlurne ermöglicht.

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Dr. Karlies Abmeier

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