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Analyses et Arguments

Europäische Union – der steinige Weg zum globalen Stabilitätsanker

Ergebnisse der Panorama-Analyse 2026

Die Panorama-Analyse 2026 vermittelt einen umfassenden Einblick in die aktuelle Entwicklung der Europäischen Union und ihres Umfelds im Jahresvergleich. Die jährliche Analyse liefert eine multithematische Standortbestimmung in den Bereichen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Europapolitische Ausrichtung der Mitgliedstaaten und Globales Umfeld. Durch die Verwendung qualitativer und quantitativer Indikatoren gibt sie fundierte Einblicke in aktuelle Trends und Entwicklungen.

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Kreisdiagramm mit Europa-Karte in der Mitte und farblich kodierten Segmenten zu Themen wie Stabilität, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Gesellschaft, Forschung, Regulierung und Innovation mit zugehörigen Werten

Die Ergebnisse der diesjährigen Panorama-Analyse, die die Entwicklungen im Jahr 2025 mit 2024 vergleicht, zeigen, dass die Europäische Union zunehmend zum Hort der Stabilität in einem geopolitisch angespannten Umfeld wird.

 

Eine klare Wettbewerbsfähigkeitsagenda umsetzen

In der Dimension Innovation und Wettbewerbsfähigkeit setzen sich zwei gegenläufige Trends der letzten zwei Jahre fort: Auf der einen Seite stagniert die EU in den Bereichen Wirtschaft und Innovation. Auf der anderen Seite schreitet der Umbau zu einem nachhaltigen Wirtschaften stetig voran und die EU erweist sich abermals als gesellschaftlich resilient. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen daher eine klare Wettbewerbsfähigkeitsagenda umsetzen. Dafür braucht es nach der Simplifizierung der Omnibus-Pakete einen konsequenten Bürokratierückbau und mutige Integrationsschritte beim europäischen Binnenmarkt. Diese sollten zur Not in einer Koalition der Willigen verfolgt werden, um langjährige Blockaden zu lösen. Zudem müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten volkswirtschaftliche Ressourcen konsequent in ihre Innovationsfähigkeit umleiten, um international mithalten zu können. Das fängt mit einer Priorisierung öffentlicher Ausgaben für Forschung und Innovation an und endet mit der Notwendigkeit, Strukturwandel zuzulassen.

 

Das temporäre Reformfenster nutzen

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine insgesamt stabile, zugleich stärker fragmentierte europapolitische Ausrichtung der Mitgliedstaaten. Während die Zustimmung zur EU und die rechtlich‑institutionelle Kohäsion weitgehend stabil bleiben, nehmen politische Polarisierung, informelle Entscheidungsformate und selektive Integrationsmuster zu. Die Diskrepanz zwischen der positiven öffentlichen Wahrnehmung der EU und konflikthaften nationalen Politikdynamiken besteht fort. Die anhaltend positive Einstellung zur Europäischen Union wird zum strategischen Kapital und gewinnt vor dem Hintergrund einer geschwächten multilateralen Ordnung zusätzlich an Bedeutung. Das spiegelt sich auch im wachsenden Interesse von Staaten wie Island oder Norwegen an einer engeren Anbindung an die EU wider. Der Machtwechsel in Ungarn eröffnet ein temporäres Reformfenster, um Mehrheitsentscheidungen im Rat auszuweiten.

 

Ein Backup für die regelbasierte Weltordnung aufbauen

Die Dimension Globales Umfeld zeigt, dass die EU in einer zunehmend dysfunktionalen multilateralen Ordnung agiert, in der verlässliche Grundlagen für die internationale Zusammenarbeit schwinden. Während die EU weiterhin auf regelbasierte Kooperation setzt und einzelne Organisationen aktiv stützt, verschärfen Blockaden, Machtpolitik und institutionelle Erosion die strukturellen Spannungen zwischen europäischem Anspruch und globaler Realität. Der fortschreitende Zerfall der multilateralen Ordnung erfordert von der EU, ihre geopolitische Rolle entschlossener wahrzunehmen und strategisch im Interesse der Mitgliedstaaten auszufüllen. Angesichts nachlassender globaler Verlässlichkeit übernehmen die EU und ihre Mitgliedstaaten zunehmend eine Stabilisierungs‑ und Backup‑Funktion. Das wird vor allem durch die erfolgreiche Handelsagenda deutlich, über die die EU und andere Mittelmächte eine Rückversicherung für den regelbasierten Handel aufbauen. Gleichzeitig bestehen weiterhin wesentliche Fähigkeitslücken – etwa in den Bereichen Verteidigung, Informationsgewinnung und kritische Technologien, die gezielt geschlossen werden müssen. Wenn die EU diesen Weg konsequent geht, kann sie zu einem globalen Stabilitätsanker werden.

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Contact Johanna Hohaus
Johanna Hohaus
Referentin (Baltische Staaten, Multilateraler Dialog Wien, Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn)
johanna.hohaus@kas.de +49 30 26996-4443
Contact Tim Peter
Portrait Tim Peter
Wettbewerbsfähigkeit Europas
tim.peter@kas.de +49 30 26996-3826

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À propos de cette collection

Cette série informe de manière concentrée sur les positions importantes de la Fondation Konrad-Adenauer sur les questions d'actualité. Les différents numéros présentent les principales conclusions et recommandations, offrent de brèves analyses, expliquent les projets futurs de la Fondation et désignent les personnes de contact du KAS.