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"Verhältnis von Frankreich und Deutschland ist für beide lebenswichtig"

Jean-François Copé zu Gast in der Konrad-Adenauer-Stiftung

50 Jahre ist es her, dass Charles de Gaulle und Konrad Adenauer durch Unterzeichnung des Élysée-Vertrages die deutsch-französische Freundschaft nach Jahrhunderten des Krieges festschrieben und künftigen Generationen zur Aufgabe machten. Zu diesem wichtigen Jubiläum lud die Konrad-Adenauer-Stiftung Jean-François Copé ein. Unglaubliches sei in diesem halben Jahrhundert zwischen beiden Ländern erreicht worden, so der Vorsitzende der UMP und Mitglied der Assemblée Nationale. Doch in einer Zeit, in der Europa für junge Menschen selbstverständlich geworden sei, bedürfe es weiterer Anstrengungen.

Jean-François Copé kam nicht als Diplomat sondern als ein Mann des offenen Wortes, „wie es unter Freunden üblich ist“, so der Vorsitzende der UMP. Das deutsch-französische Verhältnis sei für beide Länder lebensnotwendig, daher müssten die Beziehung auch weiterhin vertieft werden. Laut Umfragen sähen 73 Prozent der Franzosen und 82 Prozent der Deutschen heute im jeweils anderen Land einen wichtigen Freund. Vor 50 Jahren sei das nicht vorstellbar gewesen.

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer hätten damals die Einigung ihrer Länder gewollt, auch wenn es auf beiden Seiten des Rheins Widerstände gab. Häufig hinge es am persönlichen Verhältnis zweier Staatenlenker, ob sich große Dinge trotzdem bewegen lassen. „Egal ob Helmut Kohl und François Mitterand, Jaques Chirac und Gerhard Schröder oder Angela Merkel und Nicolas Sarkozy – sie alle hatten ihre Startschwierigkeiten, fanden am Ende aber immer einen gemeinsamen Weg.“

Auch heute gebe es Schwierigkeiten im Verhältnis beider Länder. Aus Sicht Deutschlands werde Frankreich wirtschaftlich zunehmend abgehängt, weil notwendige Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen nicht entschieden angegangen würden. Andererseits seien viele Franzosen enttäuscht gewesen, als sich Deutschland beim Libyen-Einsatz enthielt und nun bei der Operation in Mali erneut zurückhaltend agiere, sagte Copé. „Die Hausaufgaben sind klar. Für Frankreich muss das deutsche Wirtschaftsmodell Orientierung sein. Wir Europäer, allen voran Frankreich und Deutschland, müssen uns jedoch auch klarmachen, dass wir künftig außenpolitisch mehr leisten müssen, weil sich die USA vermehrt anderen Weltregionen zuwenden müssen.“

Am Ende laufe es daher auf die Frage hinaus, was für ein Europa wir in Zukunft haben wollen. Um gemeinsamen Bedrohungen künftig entschlossener begegnen zu können, sei für ihn daher eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik besonders wichtig, betonte Copé.

„Deutschland und Frankreich hatten immer wieder Auseinandersetzungen“, attestierte Peter Hintze MdB. Doch am Ende habe immer die Erkenntnis gestanden, dass Europa nur vorankommt, wenn sich beide einig sind. „Wir wollen unsere Widersprüche aushalten“, so der Parlamentarische Staatsekretär und stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP).

Die Aussöhnung vor 50 Jahren sei vor allem für Frankreich ein riesiger Schritt gewesen und „eine großzügige Geste nach der kulturellen Katastrophe des Nationalsozialismus“. Die Erfahrung von Krieg und Frieden sei für die heutige Jugend jedoch zu weit entfernt, um noch als Fundament dienen zu können. Europa werde mit all seinen Möglichkeiten selbstverständlich gelebt, doch gleichzeitig würden die europäischen Institutionen zunehmend mit Skepsis gesehen. „Daher sollten wir uns auf das geistige Fundament als zivilisatorische Grundlage Europas besinnen, auf den christlichen Glauben, die Aufklärung und all die anderen weltveränderenden Ideen und Entwicklungen, die dieser Kontinent hervorgebracht hat“, so Hintze.

Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP erinnerte in seiner Eröffnungsrede daran, dass der Élysée-Vertrag ein wichtiger Impuls für die deutsch-französische Aussöhnung und die europäische Einigung gewesen sei. Jedoch habe bereits der damalige französische Außenminister Robert Schuman mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1951 einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet.

Angesichts der anhaltenden Finanzkrise in Europa mahnte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident des Europäischen Parlaments a.D., „Deutschland und Frankreich haben einen Führungsanspruch in Europa. Aber sie dürfen die anderen Länder dabei nicht dominieren“.

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