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z Constanze Brinckmann

Evolution statt Disruption: Experten aus Politik und Wissenschaft skizzieren die „Mobilität der Zukunft“

Elektromobilität, autonomes Fahren oder Carsharing zählen mit zu den Megatrends im Bereich der Mobilität. Zu unseren alltäglichen Mobilitätserfahrungen gehören jedoch immer häufiger Stau, Schienenersatzverkehr und hohe Schadstoffbelastungen in den Städten. Im gemeinsamen Hauptstadtforum von Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Bund Katholischer Unternehmer diskutierten am Montag Vertreter aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Unternehmen über die Mobilitätsanforderungen von morgen und die Frage „Stehen wir vor einem disruptiven Wandel?“

„Jeder soll entscheiden können, wie er sich von A nach B bewegt“

Das Thema Mobilität betrifft uns alle, denn egal ob morgens auf dem Weg zur Arbeit oder am Wochenende unterwegs mit Kind und Kegel, wir alle sind täglich in irgendeiner Form Nutzer von Mobilitätsangeboten. Zudem ist der Mobilitätssektor in Deutschland Arbeitgeber für Millionen Menschen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2016 allein in der deutschen Automobilindustrie mehr als 800.000 Menschen beschäftigt. Steffen Bilger MdB, seit 2009 für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, warnte beim Hauptstadtforum davor, die Entwicklung neuer Technologien wie z.B. innovative Antriebstechnologien oder das automatisierte Fahren zu verschlafen. „Die Automobilindustrie darf sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Wir dürften am Wirtschaftsstandort Deutschland nicht weiter zusehen, wie Zukunftstechnologien nur in Kalifornien oder China entwickelt würden. Die Aufgabe der Politik sei es daher, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich auch bei uns neue Technologien entwickeln und durchsetzen können. Bilger sprach sich weiterhin gegen generelle Fahrverbote aus und forderte stattdessen eine Stärkung des Individualverkehrs: „Jeder soll auch weiterhin selbst entscheiden können, wie er sich von A nach B bewegt“. Anders als z.B. im Energiesektor nach der Katastrophe von Fukushima sieht der Politiker im Bereich der Mobilität keine grundlegende Wende bevorstehen. „Wir haben es hier nicht mit einer Revolution, sondern mit einen stetigen Evolution zu tun“, so der Politiker.

„Die Digitalisierung wird alles verändern“

Seit 2011 leitet Dr. Irene Feige das Institut für Mobilitätsforschung eine Forschungseinrichtung der BMW Group, die verkehrsträgerübergreifend zum Thema Mobilität forscht und verschiedene Zukunftsszenarien entwickelt. Trotz einiger makroökonomischer Trendbrüche (beispielsweise die Wirtschaftskrise 2007/2008 oder das enorme Wirtschaftswachstum in China) sei die Entwicklung in den letzten Jahren linear innerhalb des erwarteten Zukunftskorridors verlaufen, so Feige. Für die Zukunft sieht sie jedoch „massive technologische Umbrüche“ mit großer Geschwindigkeit auf uns zukommen. Die Digitalisierung werde nicht nur Einfluss auf den Bereich Forschung und Entwicklung, sondern auch auf die Arbeitsorganisation in den Unternehmen und Finanzierungsmodelle haben. „Die Digitalisierung wird alles verändern“, prophezeite die Mobilitätsexpertin. In wenigen Jahren werden sich durch die Auswirkungen der Digitalisierung die Wettbewerbsverhältnisse nicht nur in der Automobilindustrie gewandelt haben. Neue Technologien wie das Automatisierte Fahren würden darüber hinaus völlig neue Mobilitätsmuster hervorbringen. „Diese Technologie wird die Rolle des Automobils komplett umdefinieren“, so die Expertin.

Evolution statt Disruption

Auch wenn die Skepsis in der Gesellschaft noch groß ist und Fragen des Datenschutzes oder der Haftung noch lange nicht geklärt sind: „Das autonome Fahren wird kommen“, ist sich auch Ulrich Klaus Becker, Vizepräsident Verkehr des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e.V. (ADAC), sicher. Die Entwicklung vom teilautomatisierten Fahren, wie wir es heute schon mit vielen Fahrzeugen möglich ist, bis hin zum wirklich autonomen Fahren wird nach Einschätzung von Ulrich Klaus Becker jedoch noch einige Jahre in Anspruch nehmen. „Die Entwicklung wird nicht disruptiv sein, sondern evolutionär“, so Becker. Im Hinblick auf den Erfolg von Carsharing-Modellen wie Car2Go oder DriveNow sieht Beckerfür die Zukunft eine neue Form der Nutzung des Automobils. „Es geht nicht mehr nur darum, zu besitzen, sondern zu nutzen“, sagte er. Frankreichs Hauptstadt macht es vor: Ab dem Jahr 2030 will Paris Benzin- und Dieselautos aus der Innenstadt verbannen. Drohen auch in Deutschland bald Fahrverbote? Becker fordert mit Nachdruck, neue Antriebstechnologien und Kraftstoffe zu erforschen, um die Schadstoffemissionen in den Städten zu reduzieren. „Über uns hängt das Damokles-Schwert der blauen Plakette“, stellte Becker fest. Auch wenn man in Städten wie Berlin auch gut ohne Auto (z.B. mit dem E-Bike oder dem Öffentlichen Nahverkehr) von A nach B komme, gerade im ländlichen Raum bleibt das Auto als Fortbewegungsmittel unersetzlich. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Mobilität auch weiterhin erhalten bleibt“, forderte Becker abschließend.

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Matthias Schäfer

Matthias Schäfer bild

Leiter des Auslandsbüros in Shanghai/China

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9 marca 2017
Wenn der Fahrer plötzlich Passagier ist (Veranstaltungsbericht)
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