Energiekrise

Eine Tankzapfanlage ist mit einem Vorhängeschloss gesperrt reuters/Ivan Alvarado
Eine Tankzapfanlage ist mit einem Vorhängeschloss gesperrt

Ausgerechnet im Land mit den größten Erdölreserven der Welt herrscht akuter Energiemangel. Während Venezuela jahrelang kleine Karibikstaaten mit verbilligten Erdöllieferungen versorgte, befindet sich die einstige Erdölmacht seit einigen Jahren in einer tiefgreifenden Energiekrise. An den Tankstellen des Landes – insbesondere außerhalb der Hauptstadt Caracas, die von der Regierung prioritär versorgt wird – bilden sich immer wieder kilometerlange Schlangen, da es zu wenig Benzin im Land gibt. Noch verheerender ist die Versorgungslage bei Strom und Wasser: Schon seit 2016 gibt es landesweit immer wieder wochen- und monatelange Rationierungen der Energie – und Wasserversorgung. Einige Bundesstaaten (z.B. Zulia) verfügen nur für wenige Stunden am Tag über Strom, viele Gemeinden haben seit Monaten kein Leitungswasser mehr und müssen ihren Wasserbedarf aus verschmutzten Gewässern decken. Die Wasser- und Stromkrise in Venezuela wirkt sich damit auch auf die Gesundheit der Menschen aus: Grundregeln der Hygiene wie etwa Händewaschen können nicht eingehalten werden, Infektionskrankheiten wie Hepatitis A, Durchfallerkrankungen oder Wurm- und Salmonellenbefall verbreiten sich durch verdrecktes Trinkwasser und die mangelnde Hygiene. Ähnlich wie in Kriegsgebieten und den ärmsten Ländern der Welt sterben so im erdölreichen und ehemals wohlhabenden Venezuela Neugeborene und Kleinkinder an vermeidbaren Durchfallerkrankungen.

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