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Lateinamerikas Parteienlandschaft rückt nach rechts

Polarisierung, Populismus, Pragmatismus

In Lateinamerika haben enttäuschte Erwartungen an die politische Linke und selbstverschuldete Regierungskrisen einen tiefgreifenden politischen Wandel begünstigt. Konservative, libertäre und rechtspopulistische Kräfte gewinnen zunehmend Wahlen, indem sie auf Sicherheit, wirtschaftliche Reformen und einen konfrontativen Stil gegenüber den Eliten setzen. Doch steht die Region vor einer dauerhaften konservativen Wende oder nur vor der nächsten politischen Pendelbewegung? Und wie können sich bürgerliche Mitte-rechts-Parteien im Wettbewerb mit radikaleren Kräften behaupten?

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Auf einen Blick
  • Lateinamerika erlebt eine deutliche politische Verschiebung nach rechts. Nach der Abwahl mehrerer linker Regierungen dominieren seit 2025 konservative und rechtspopulistische Kräfte die Region. Diese Entwicklung folgt auf die „rosa Welle“ der 2000er-Jahre und wird durch eine wachsende Unzufriedenheit mit linken Amtsinhabern sowie eine neue US-Politik begünstigt.
  • Von 15 hier untersuchten Demokratien wechselten seit 2022 neun ihre Ausrichtung, meist von links nach rechts. Figuren wie Javier Milei in Argentinien oder Nayib Bukele in El Salvador prägen den neuen Zeitgeist mit populistischen Strategien, während gemäßigte Konservative wie Luis Abinader in der Dominikanischen Republik auf Stabilität und Pragmatismus setzen.
  • Gemeinsam sind den neuen Regierungen der Fokus auf Sicherheit und wirtschaftliche Reformen sowie die Ablehnung linker Netzwerke. Polarisierung und Personalisierung der Politik nehmen zu, während traditionelle Mitte-Parteien an Einfluss verlieren und vor strategischen Dilemmata stehen.
  • Junge Wähler und soziale Medien treiben den Rechtsruck zusätzlich an. Ob diese Wende nachhaltige Verbesserungen bringt oder nur eine weitere Pendelbewegung bleibt, hängt von der Regierungsfähigkeit der neuen rechten Amtsinhaber und der Wahrung demokratischer Prinzipien ab.
 

Am 3. Januar 2026 beendete die US-Regierung mit einem Militärschlag die Herrschaft des Diktators Nicolás Maduro in Venezuela. Der Schlag bedeutete den symbolischen Anfang vom Ende des jahrzehntelangen, von der internationalen Linken unterstützten „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, auch wenn die Diktatur – nun ohne Maduro – in ihren Grundzügen nach wie vor Bestand hat.

Allerdings zeichnet sich in Lateinamerika bereits seit Längerem ein Ende der Dominanz linksgerichteter Regierungen ab, was durch die neue Lateinamerika-Politik der Trump-Regierung zusätzlich an Fahrt gewinnt. In zahlreichen Ländern lösen rechtspopulistische, libertäre oder konservative Kandidaten beziehungsweise Mitte-rechts-Kandidaten die zuvor regierenden linken Präsidenten ab oder erreichen eine Wiederwahl. Diese Entwicklung folgt auf die sogenannte „rosa Welle“ der 2000er- und 2010er-Jahre, in der gemäßigt linke und linkspopulistische Regierungen sowie Linksdiktaturen tonangebend waren und den Kontinent nachhaltig prägten. Zwar existieren ihre Netzwerke nach wie vor und stellen mit Mexiko und Brasilien die Regierungen in den mit Abstand wichtigsten Ländern Lateinamerikas, jedoch betreten zunehmend neue Führungsfiguren mit unterschiedlicher ideologischer Herkunft die politische Bühne, die nicht nur den Nerv vieler – vor allem junger – Wähler treffen, sondern auch traditionelle politische Eliten alt aussehen lassen.

Von der Abwahl linker Regierungen profitieren folglich nicht zwingend die gemäßigten Parteien aus dem bürgerlichen Lager. Diese ringen eher mit der Frage, wie man sich zwischen den alteingesessenen sozialistischen Gegnern und der neuen politischen Konkurrenz von rechts positionieren sollte, ohne das eigene Profil zu verlieren.

 
Abb. 1: Wahlen (seit 2022) in Lateinamerika und der Karibik (> 1 Million Einwohner)
Land Jahr Gewählter Präsident (Partei) Ausrichtung Politischer Wechsel
Argentinien 2023 Javier Milei (La Libertad Avanza) Rechtslibertär-populistisch Ja (von Mitte-links zu rechts; Abwahl der Peronisten)
Bolivien 2025 Rodrigo Paz (PDC) Mitte-rechts – christdemokratisch, marktfreundlich Ja (Ende der ~ 20-jährigen MAS-Linksherrschaft)
Brasilien 2022 Luis Inácio Lula da Silva (PT) Links – sozialdemokratisch Ja (von rechts (Bolsonaro) zu links)
Chile 2025 José Antonio Kast(Partido Republicano) Rechts – national-konservativ Ja (von Mitte-links (Boric) zu rechts)
Kolumbien 2022 Gustavo Petro(Pacto Histórico) Links – linksprogressiv Ja (von rechts (Duque) zu links)
Costa Rica 2022 Rodrigo Chaves (PPSD) Rechtspopulistischer Outsider Ja (von Mitte-links zu rechts); 2026 gewählte Nachfolgerin Laura Fernández ebenfalls rechts-populistisch
Dominikanische Republik 2024 Luis Abinader (PRM) Mitte-rechts – moderat Nein (Kontinuität; Rechtsregierung seit 2020)
Ecuador 2023 Daniel Noboa (ADN) Mitte-rechts – konservativ-marktliberal Nein (Kontinuität der Rechtsregierung; Ablehnung des linken Correa-Lagers)
El Salvador 2024 Nayib Bukele(Nuevas Ideas) Rechts-autoritär-populistisch Nein (Kontinuität; Bukele seit 2019 Präsident, 2024 mit ~ 85 Prozent bestätigt)
Guatemala 2023 Bernardo Arévalo(Semilla) Mitte-links – reformistisch Ja (von rechts (Giammattei) zu Mitte-links)
Honduras 2025 Nasry Asfura (PNH) Rechts – konservativ, traditionell Ja (von links (Xiomara Castro) zu rechts)
Mexiko 2024 Claudia Sheinbaum(Morena) Links – linksnational, populistisch Nein (Kontinuität nach AMLO, Amtsübernahme Dez. 2024)
Panama 2024 José Raúl Mulino (RM) Rechts – konservativ Ja (von Mitte-links (PRD) zu rechts)
Paraguay 2023 Santiago Peña(Colorado) Rechts – traditionell-konservativ Nein (Kontinuität; Colorado-Partei bleibt an der Macht)
Peru José María Balcázar(Übergangsregierung seit Dez. 2022) (Wahl auf 2026 verschoben; 2021 linker Präsident gewählt, 2022 abgesetzt)
Uruguay 2024 Yamandú Orsi(Frente Amplio) Mitte-links – moderat, sozialdemokratisch Ja (von Mitte-rechts zu Mitte-links)
Anm.: Ausgenommen wurden hier Haiti (wegen anhaltender Instabilität) sowie die autoritären Staaten (links-diktatorisch, keine freien Wahlen) Venezuela (de facto Delcy Rodríguez), Nicaragua (Daniel Ortega) und Kuba (Miguel Díaz-Canel).
 

Wahlergebnisse seit 2022: Lateinamerika wählt neuerdings rechts

Von 15 betrachteten lateinamerikanischen Demokratien haben seit 2022 neun Länder ihre politische Ausrichtung gewechselt – in sechs Fällen von links nach rechts (Argentinien, Bolivien, Chile, Costa Rica, Honduras, Panama) und in drei Fällen von rechts nach links (Brasilien, Kolumbien, Uruguay). Allerdings waren die Wahlen in diesen drei Ländern hart umkämpft. In den Fällen von Brasilien und Kolumbien kann man momentan gar eine strukturelle Wählermehrheit rechts der Mitte annehmen. Die übrigen Länder verzeichneten keinen Richtungswechsel: Mexiko und die Dominikanische Republik hielten an einer linken beziehungsweise einer moderat rechten Regierung fest; in Paraguay setzte sich die jahrzehntelange Herrschaft der konservativen Colorado-Partei fort; in Ecuador erhielt der wirtschaftsfreundliche Daniel Noboa mit seiner jungen Partei Acción Democrática Nacional (ADN) ein klares Votum für eine weitere Amtszeit; El Salvador bestätigte seinen autoritären Amtsinhaber Nayib Bukele. Insgesamt dominieren seit 2025 zahlenmäßig erstmals seit langer Zeit wieder konservative beziehungsweise rechte Kräfte die politische Spitze in Lateinamerika.

Laut den chilenischen Demoskopen von Latinobarómetro ist der Anteil der Lateinamerikaner, die sich selbst als (mitte-)rechts verorten, seit 2024 so hoch wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr. Politikwissenschaftler sprechen von einer möglichen „konservativen Wende“ historischen Ausmaßes, die eine neue Generation prägen könnte – vergleichbar mit früheren synchronen Regionalschwenks wie den Militärdiktaturen der 1970er-Jahre, der Demokratisierungswelle der 1980er-Jahre, den marktorientierten Reformen der 1990er-Jahre oder der „rosa“ Linksphase, die vor gut 20 Jahren begann.1 Konservative und rechtspopulistische Kandidaten gelten etwa bei den Wahlen 2026 in Peru, Kolumbien und Brasilien als aussichtsreich, in Costa Rica konnte sich die entsprechende Bewerberin bereits durchsetzen. Wenn sich die jüngsten Muster fortsetzen, könnte sich in den kommenden Jahren eine Mehrheit rechtsorientierter Regierungen etablieren.

Die Kandidatenfrage ist in Lateinamerika von besonderer Bedeutung.

Allerdings bleibt Lateinamerika ein „Pendel-Kontinent“. Wähler strafen nicht selten amtierende Regierungen ab, sofern sie aus ihrer Sicht versagen – ungeachtet deren „ideologischer Farbe“. In gewisser Weise ist der Protestwähler die stärkste politische Kraft der Region. So formulierte der chilenische Analyst Jorge Sahd: „Die Wechselstimmung bleibt die wichtigste Partei Lateinamerikas.“2 Viele der genannten Machtwechsel werden neben einem proaktiven Rechtsruck aus Überzeugung durch ein Revoltvotum gegen enttäuschende, linke Amtsinhaber verstärkt oder erst ermöglicht.

 

Die Bandbreite der Neuen Rechten: von moderat-konservativ bis radikal-populistisch

Lateinamerikas präsidentielle Systeme weisen einen hohen Grad an politischer Personalisierung auf. Die Kandidatenfrage ist daher von besonderer Bedeutung. Die aktuellen lateinamerikanischen Präsidenten rechts der Mitte repräsentieren ein breites Spektrum an Ideologien und Stilen – von gemäßigt bis radikal.

Ein weltweit bekanntes Gesicht neuer lateinamerikanischer Führungsfiguren ist Javier Milei, ein libertärer Ökonom ohne klassische Partei, der mit markigen Slogans und exzentrischen Auftritten – etwa mit einer Kettensäge – die Wut vieler Argentinier kanalisiert hat. Er erreichte die wirtschaftliche Stabilisierung eines von Linken heruntergewirtschafteten Landes und gewann in der Folge zusätzlich die Parlamentswahlen. Trotz seines unkonventionellen, bisweilen unflätigen Stils pflegt er keine nationalistischen Ressentiments und auch keine Anti-Migrationsrhetorik, sondern fordert einen radikalen Abbau staatlicher Kontrolle, weshalb eine Einordnung als klassischer Rechtspopulist nicht zutrifft.

Demgegenüber möchte El Salvadors selbsterklärter „coolster Diktator der Welt“3, Nayib Bukele, möglichst alle Macht bei sich konzentrieren. In der gesamten Region ist er wegen seiner harten Linie im Kampf gegen kriminelle Gangs bekannt – und bei nicht wenigen Lateinamerikanern überaus populär. Gerne inszeniert er sich wirkungsvoll als Selfmade-Volksheld und nutzt dabei vorrangig soziale Medien, auf denen er mehr Follower hat, als El Salvador Einwohner zählt. Dass er nachweislich selbst Kontakte zu kriminellen Gangs unterhielt und auch sonst auf die Einhaltung von Menschenrechten wenig Wert legt, schreckt seine Anhänger nicht ab. Für sie zählt das Ergebnis, nämlich die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, wenn auch zulasten demokratischer Freiheitsrechte.

In die Reihe neuer Populisten reiht sich Costa Ricas scheidender Präsident Rodrigo Chaves ein, dessen gleichgesinnte Nachfolgerin Laura Fernández sein politisches Erbe nach einem haushohen Wahlsieg fortführen dürfte. Der exzellent ausgebildete ehemalige Weltbank-Manager Chaves wirbelte die Parteienlandschaft des Landes ordentlich durcheinander, als er im Jahr 2022 mit populistischen Parolen den sonst gesitteten Wahlkampf aufmischte und damals als Außenseiter gewann. Seine Wirtschaftspolitik ist konservativ. Rhetorisch sucht er die Nähe zu den „kleinen Leuten“, indem er beispielsweise den provinziellen Akzent gekonnt imitiert. Gleichwohl ließ er während seiner Amtszeit nichts unversucht, um die demokratischen Institutionen anzugreifen, obwohl diese über jeden Ruf erhaben sind. Mit der politischen Ziehtochter Fernández im Amt wird Rechtspopulist Chaves weiterhin großen Einfluss auf die costa-ricanische Regierungspolitik haben.

Chiles jüngst gewählter Präsident José Antonio Kast ist zwar kein Politneuling, jedoch konnte er als Hardliner in Fragen der inneren Sicherheit und Migration mit der neuen Republikanischen Partei an den traditionellen rechten Parteien vorbeiziehen. Im Gegensatz zu den moderaten Mitte-rechts-Parteien suchte er keine Abgrenzung von der chilenischen Diktatur unter Augusto Pinochet. Im Gegenteil – er äußerte provokativ Verständnis für diese und dominierte mit diesem Tabubruch in populistischer Manier die Schlagzeilen.

Allen diesen Figuren ist gemein, dass sie volksnahe Rhetorik, scharfe Angriffe auf etablierte Parteien und medienwirksame Provokationen einsetzen – bevorzugt über soziale Medien. Sie gelten als Populisten, wobei ihre inhaltlichen Positionen variieren. Ihr Erfolg signalisiert, dass ein beträchtlicher Teil der Wählerschaft radikale Alternativen nicht scheut und dass sie Mittel und Wege gefunden haben, dieses Wählerpotenzial zu mobilisieren.

Daneben sind auch gemäßigte Konservative bei Wahlen in Lateinamerika erfolgreich, die eher auf Kontinuität und Professionalität setzen. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, ist hierfür das beste Beispiel. Der Unternehmer und moderate Reformpolitiker löste 2020 die korruptionsgeplagte linke Vorgängerregierung ab und wurde 2024 mit seiner wirtschaftsliberalen, aber sozialverträglichen Bilanz wiedergewählt. Ebenso wurde der wirtschaftsliberale Präsident Daniel Noboa in Ecuador durch die Wahl 2025 im Amt bestätigt, nachdem er zuvor Übergangspräsident gewesen war. Er gilt als pragmatisch statt ideologisch und verfolgt einen sachorientierten Kurs zur Bewältigung der Sicherheitskrise. Nach einem verlorenen Referendum im Herbst 2025 rückte er von seiner populistischen Linie, nicht mit traditionellen Eliten zusammenarbeiten zu wollen, ab und bindet seither andere Mitte-rechts-Kräfte stärker ein. Paraguays Präsident Santiago Peña reiht sich in die Liste konservativer Politiker ein, die für Marktwirtschaft, Stabilität und Kontinuität stehen, und führt die bewährte Politik der Dauerregierungspartei der Colorados fort. Wegen mangelnder Korruptionsbekämpfung und politischer Abhängigkeit von seinem schillernden Vorgänger Horacio Cartes steht Peña jedoch über die Landesgrenzen hinaus in der Kritik. Auch Boliviens neu gewählter Präsident Rodrigo Paz fügt sich nahtlos in das Muster gemäßigter Staatschefs ein. Obwohl er 2025 auf dem Ticket der christdemokratischen Partei (PDC) kandidierte, ist Paz kein klassischer Stammkandidat dieser Partei und profitierte vor allem von dem Wunsch der Bevölkerung nach einem historischen Wandel nach fast zwanzig Jahren sozialistischer MAS-Regierungen.

Diese in Politik und Stil gemäßigten Konservativen unterscheiden sich deutlich von den markigen Populisten. Sie betonen institutionelle Lösungen, suchen den gesellschaftlichen Konsens und stehen für (markt-)wirtschaftliche Expertise. Ihr Erfolg zeigt, dass der Rechtsruck nicht nur Ausdruck von Wut und Protest ist, sondern auch von dem Wunsch nach sachorientierter Führung und Berechenbarkeit getragen wird.

Vertreter der Neuen Rechten geben sich betont volksnah und flexibel.
 

Gemeinsamkeiten rechtsorientierter Präsidenten: Sicherheit, Wirtschaftswachstum und Ablehnung der Sozialisten

Trotz diverser Unterschiede haben moderate wie radikale, konservative wie rechtspopulistische Präsidenten die Gemeinsamkeit, dass ihnen von ihren Wählern in ähnlichen Themenbereichen hohe Kompetenzen zugeschrieben werden. In erster Linie sind die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu nennen. Harte Maßnahmen gegen Kriminalität, Korruption und Chaos versprachen die siegreichen Kandidaten in nahezu allen Wahlkämpfen. Ferner eint sie eine marktwirtschaftliche Orientierung. Diese findet zweifellos im Privatsektor großen Anklang, vermag jedoch auch wirtschaftsfernen Wählerschichten Hoffnung auf ein besseres Leben durch wirtschaftliche Prosperität zu vermitteln. Zu guter Letzt präsentieren sich die Neuen Rechten als Verteidiger konservativer sozialer Werte (Familie, Religion, nationale Identität) gegen progressive kulturelle Agenden, die viele Wähler leid sind. Kast etwa führte in Chile einen Kulturkampf gegen Abtreibung und „Gender-Ideologie“; und selbst ein unideologischer Pragmatiker wie Bukele positioniert sich als Anti-Woke-Vorbild im regionalen Diskurs.

Neben den Themenfeldern ist ein weiteres gemeinsames Merkmal auszumachen: Pragmatismus überwiegt gegenüber Dogmatismus. Nach Jahrzehnten, in denen rechte Politik oft mit einem neoliberalen Elitekurs und Sozialabbau gleichgesetzt wurde, geben sich viele Vertreter der Neuen Rechten betont volksnah und flexibel. Sie haben aus früheren Fehlern der Konservativen gelernt. So bemühen sie sich, nicht als kaltherzig gegenüber den Armen wahrgenommen zu werden. „Früher galt rechts gleich herzlos – das stimmt so nicht mehr“, kommentiert Brian Winter, Chefredakteur von Americas Quarterly. „Die Linke mag immer noch einen Vertrauensvorschuss beim Thema soziale Gerechtigkeit haben, aber er ist nicht mehr so groß wie einst.“4

In ihrer Unversöhnlichkeit gegenüber der traditionellen Linken finden rechte Parteien ihren kleinsten gemeinsamen Nenner. Sie sind sich darüber einig, die Vorherrschaft der Parteien der „Rosa Galaxie“5 in ihren jeweiligen Ländern brechen zu wollen. Damit sind Netzwerke von sozialdemokratischen bis linksautoritären Parteien des Subkontinents gemeint, die sich im Foro de São Paulo sowie in der Grupo de Puebla zusammenschlossen und koordinierten. Neben den Linksdiktaturen in Kuba, Nicaragua und Venezuela ist von den prominenten Vertretern der moderaten Linken lediglich der 80-jährige Lula da Silva in Brasilien verblieben. Andere aktuelle linke Präsidenten, die man dem Netzwerk zurechnen kann – etwa Yamandú Orsi in Uruguay oder Gustavo Petro in Kolumbien –, verfügen bei Weitem nicht über eine vergleichbare politische Strahlkraft. Die wahre politische wie gesellschaftliche Veränderungsdynamik in Lateinamerika kommt daher nicht wie einst von links, sondern mittlerweile von rechts.

 

Das Dilemma bürgerlicher Parteien der Mitte: Abgrenzung oder Annäherung?

Die starke Polarisierung zwischen links und rechts in den vergangenen Jahren hat vor allem die moderaten, traditionellen Parteien der Mitte und von Mitte-rechts in die Defensive gedrängt. Viele von ihnen – etwa christdemokratische oder konservative Volksparteien mit langer Geschichte – verloren bei Wahlkämpfen an Sichtbarkeit und erzielten entsprechend enttäuschende Ergebnisse, weil sie weder einen radikalen Wandel noch eine verlockende Vision, die mit jenen der lauten Populisten mithielt, anbieten konnten. Diese gemäßigten Kräfte stehen vor der Herausforderung, wie sie mit populistischen Außenseitern umgehen sollen, ohne an Profil zu verlieren. Lateinamerikas Mitte-rechts-Parteien verfolgen unterschiedliche Strategien, um sich an die neuen politischen Realitäten anzupassen.

Brasilien ist ein prominentes Beispiel, da sich hier eine bipolare Fragmentierung der Parteienlandschaft verfestigt. Zwischen einem starken linken Block unter Führung von Präsident Lula da Silva und einem rechtsnationalistischen Lager um Jair Bolsonaro ringen die gemäßigten Parteien seit Jahren parteiintern und untereinander um den richtigen Weg und loten permanent aus, wie sie sich zwischen den beiden Polen am aussichtsreichsten positionieren können. Das Wahljahr 2026 verspricht spannend zu werden. Trotz seines hohen Alters kandidiert die linke Galionsfigur Lula da Silva 2026 erneut, während Jair Bolsonaros Sohn Flávio ebenfalls seinen Hut in den Ring wirft. Letzterer verfügt nicht über die gleiche Gefolgschaft wie sein Vater, der Einzug in die Stichwahl als Zweitplatzierter bei einem dividierten rechten Lager ist allerdings möglich. So ist in Brasilien erneut ein Wahlszenario denkbar, bei dem zwar eine strukturelle Wählermehrheit rechts der Mitte existiert – wie Wahlergebnisse auf lokaler6 und regionaler7 Ebene nahelegen –, die nationale Regierung jedoch von der Linken gestellt wird.

In Argentinien und Chile optierten die gemäßigten konservativen Parteien für den Weg der Kooperation mit ihrer radikalen Konkurrenz. In Ton und Stil gibt es Unterschiede, jedoch eint sie eine deutliche inhaltliche Schnittmenge und das gemeinsame Ziel, dem linken Block an der Urne ein Ende zu bereiten. Den Erfolg dieser Kooperation mussten bürgerliche Parteien wie die Propuesta Republicana (PRO) in Argentinien sowie die Renovación Nacional und Unión Demócrata Independiente in Chile teuer bezahlen. Sie verloren an Stimmen sowie an Profil; und im Fall der PRO diffundierten mehr und mehr Führungsfiguren gen Mileis Partei La Libertad Avanza. Taktisch befinden sie sich nun in der misslichen Lage, dass sie bei guter Regierungsführung weiterhin Wähler an die Präsidentenpartei verlieren und bei Misserfolgen des Präsidenten vom Wähler mitverantwortlich gemacht werden.

Die Allianz der „großen Mitte“ sahen die Wähler in Mexiko als einen Akt der Verzweiflung an.

Aus den Wahlen 2025 in Honduras, Bolivien und Ecuador gingen gemäßigte Konservative als Sieger hervor. In allen drei Fällen erfolgte eine deutliche Absage an linke Politprojekte im Stil des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Dennoch gab es Unterschiede zu den traditionellen bürgerlichen Parteien und den Wahlkämpfen in anderen Ländern. In Ecuador gründete Daniel Noboa erst 2021 die Partei ADN. Mit massivem Internetwahlkampf, der oft die Grenzen des demokratischen Anstands überschritt, reagierte die ADN auf die populistischen Attacken der sozialistischen Herausforderin Luisa González. In Bolivien konnte sich überraschend Rodrigo Paz in der Stichwahl durchsetzen. Er warb für einen „Kapitalismus für alle!“ mit sozialem Ausgleich, doch ausschlaggebend für seinen Sieg war sein Kampagnenpartner Edman „Capitán“ Lara.8 Als ehemaliger Polizeihauptmann versprach dieser durch harte Parolen und eine gut orchestrierte Kampagne in den sozialen Medien die Bekämpfung von Kriminalität.

Mexiko fällt nicht in das gängige Muster, da die linkspopulistische Partei Movimiento de Renovación Nacional (Morena) nicht nur mit ihrem Präsidentschaftskandidaten López Obrador die Wahlen 2018 gewann, sondern sich überdies mit dem Wahlsieg von Claudia Sheinbaum 2024 als starke linke Kraft weiter etablieren konnte. Anders als im übrigen Lateinamerika ging hier die bürgerliche Partei, die Partido Acción Nacional (PAN), 2024 ein Wahlbündnis mit ihrem sozialdemokratischen Rivalen, der Partido Revolucionario Institucional (PRI), ein. Mit Xóchitl Gálvez stellte man eine unternehmerisch tätige Kandidatin mit indigenem Hintergrund auf – in der Hoffnung, dass eine Frau mit Bürgernähe frischen Wind in den Wahlkampf bringen würde. Der Versuch scheiterte krachend. Zu groß war bei den Wählern das Misstrauen gegenüber den etablierten „Altparteien“. Die Allianz der „großen Mitte“ aus den einstigen Konkurrenten PRI und PAN sahen die Wähler nicht als Lösung, sondern als einen Akt der Verzweiflung an. Mit dem Aufstieg von Morena gingen seither zahlreiche Parteiübertritte einher, wobei die PRI deutlich mehr verlor als die PAN.

Wie in Europa besteht das zentrale Problem für bürgerliche Parteien in der strategischen Frage der Annäherung oder Abgrenzung – sowohl bei der Bildung von Wahlbündnissen als auch in der politischen Kommunikation, insbesondere bei der Übernahme populistischer Elemente. Eine Annäherung kann kurzfristig Macht sichern, birgt jedoch das Risiko eines Profilverlusts und der Erosion der eigenen Identität. Eine Kooperation mit radikalen Kräften – wie in Argentinien und Chile – brachte zwar den Sturz der Linken, marginalisierte jedoch die gemäßigten Partner. Eine Distanzierung hingegen bewahrt die Glaubwürdigkeit, birgt aber das Risiko politischer Bedeutungslosigkeit. Allianzen mit politischen Widersachern, beispielsweise in Mexiko, erweisen sich ebenso wenig als Ausweg. Populistische Agitationsformen zu übernehmen – etwa aggressive Rhetorik oder Social-Media-Kampagnen –, kann zwar dabei helfen, die Sichtbarkeit zu steigern, gefährdet jedoch die normative Basis bürgerlicher Politik. Die Herausforderung besteht darin, eine eigene attraktive Vision von Reform und Stabilität auf Basis demokratischer Prinzipien zu entwickeln, die weder als altbacken oder handlungsunfähig noch als Kopie populistischer Extreme wahrgenommen wird. Reduzieren sich bürgerliche Parteien auf die Rolle bloßer Mehrheitsbeschaffer für radikale Kräfte, machen sie sich langfristig selbst überflüssig. Gleiches gilt, wenn sie sich dem neuen Zeitgeist nicht anpassen – insbesondere bei der Kandidatenauswahl und der Ausgestaltung der politischen Kommunikation. In diesem Zusammenhang dürfte es spannend sein, das Abschneiden des rechtspopulistischen Außenseiters und selbsternannten „Medienstaranwalts“ Abelardo de la Espriella in Kolumbien zu verfolgen. Im bevorstehenden Wahlkampf positioniert er sich sowohl gegen die traditionelle Rechte als auch gegen die erfolglose amtierende Linke und versucht, beiden politischen Lagern Wählerstimmen streitig zu machen.

 

Der neue Zeitgeist tickt rechts – politisch volatil und ohne Berührungsängste

Ein auffälliges Merkmal der jüngsten politischen Wende ist die Rolle der Erst- und Jungwähler. In vielen Ländern Lateinamerikas zeigte sich, dass die jüngere Generation keine Scheu hat, Rechtskandidaten oder Anti-Establishment-Kandidaten zu unterstützen – im Gegenteil: Teilweise bilden junge Wähler sogar die größte Unterstützergruppe dieser Politiker. Dieser Umstand weist auf einen Wandel des politischen Zeitgeists hin: Das vor zehn oder fünfzehn Jahren vorherrschende Ideal eines progressiv-linken Aufbruchs hat für viele junge Menschen an Strahlkraft verloren; stattdessen zeigt man sich offener für bisher ungekannte, teils tabubrechende Lösungen. Eine Umfrage von AtlasIntel und Bloomberg aus dem November 2025 in Brasilien, dem bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas, bestätigt diesen Trend. Demnach verorten sich mehr als die Hälfte der unter 40-Jährigen politisch rechts oder mitte-rechts, während sich ältere Kohorten mit knapper Mehrheit links einordnen.9 Viele definieren sich dabei jedoch nicht über Ideologien, sondern wollen greifbare Verbesserungen in Alltagsthemen wie Beschäftigung, Sicherheit und Lebenshaltungskosten. Ein entscheidender Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass die jungen Lateinamerikaner keine direkten Erinnerungen an rechte Militärdiktaturen, einschließlich der emotionsbeladenen demokratischen Wende der 1980er-Jahre, haben. Stattdessen sahen sie zahlreiche Korruptionsaffären, ökonomische Zusammenbrüche und oft soziale Stagnation, die weitestgehend in die Amtszeit etablierter, mehrheitlich linker Regierungsparteien fielen. Entsprechend erfolgte eine andere politische Sozialisierung der jungen Generation. Das Vertrauen in traditionelle Institutionen und Parteien ist tief erschüttert, weshalb den Anti-Establishment-Parolen politischer Außenseiter Glauben geschenkt wird. Für die Mobilisierung volatiler, besonders junger Wählergruppen sind soziale Medien maßgeblich. Klassische Wahlkampfmethoden rücken weiter in den Hintergrund, während es für den politischen Erfolg unerlässlich geworden ist, die Funktionen digitaler Plattformen zu beherrschen: emotionalisierende, leicht verständliche Botschaften, die den schnelllebigen Zeitgeist treffen und von Algorithmen verstärkt werden. Die Wahlgewinner der vergangenen Jahre – unabhängig von ihrer politischen Couleur – haben gemein, dass sie dieses Spiel besser begriffen und umzusetzen vermochten als ihre behäbigen Gegner.

Die neuen rechtsorientierten Regierungen kalkulieren, dass die Nähe zum US-Präsidenten mehr Chancen als Risiken birgt.

Der rechte Zeitgeist wird zudem von einer neuen US-Lateinamerikapolitik getragen. Alle lateinamerikanischen Regierungen rechts der Mitte zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein positives Verhältnis zur aktuellen US-Regierung suchen. Dieses Verhalten ist kaum überraschend, da Washington jüngst verkündete, man wolle aktiv gleichgesinnte politische Kräfte in der westlichen Hemisphäre fördern, Handelsbeziehungen ausbauen und die Länder Lateinamerikas (im eigenen Sinne) stabilisieren. In zwei Fällen zeigte sich diese Stoßrichtung bereits deutlich: Bei den jüngsten Parlamentswahlen in Argentinien und den Präsidentschaftswahlen in Honduras sprach Donald Trump öffentlich eine Wahlpräferenz aus und drohte mit Konsequenzen, sollten die Wähler nicht seinem Aufruf folgen. Trotz mancher Sorge um das konfrontative Auftreten des US-Präsidenten reagieren die neuen rechtsorientierten Regierungen pragmatisch: Sie kalkulieren, dass diese Nähe mehr Chancen als Risiken birgt. Sorgen um ein mögliches Ende der multilateralen Ordnung weichen einem ergebnisorientierten Umgang und gemeinsamen marktwirtschaftlichen Zielen. Auch Umfragen spiegeln diese Einschätzung wider: Laut dem mexikanischen Umfrageinstitut Áltica unterstützt in den neun untersuchten Ländern Lateinamerikas die Mehrheit den US-Militärschlag in Venezuela und die Festnahme von Diktator Maduro.10 Diese Haltung kommt nicht von ungefähr. Millionen Venezolaner, die vor Hunger, Repression und Perspektivlosigkeit flüchten mussten, berichteten in den Aufnahmeländern der Region von den fatalen Konsequenzen sozialistischer Experimente. Ihr dramatisches Schicksal wurde von Politikern rechts der Mitte wiederholt als evidentes Beispiel herangezogen, um vor linker Politik zu warnen. Gleichzeitig zauderten selbst gemäßigte Linke mit der Verurteilung des Regimes in Caracas und trugen somit zu ihrer eigenen Unglaubwürdigkeit bei, wenn sie von Demokratie, Menschenrechten und den Errungenschaften linker Politik sprachen.

Lateinamerika erlebt in jüngster Zeit eine wahrnehmbare Wende nach rechts. In jedem Fall hat sich der politische Diskurs verschoben: Konservative Schlagworte wie Freiheit, Sicherheit und Ordnung dominieren wieder, wo zuvor progressive Termini wie Gerechtigkeit, Inklusion und Partizipation im Vordergrund gestanden hatten. Befeuert von enttäuschten Erwartungen an die Linke, deren Politik häufig selbst Krisen verursachte, eröffnet sich ein Raum für neue Akteure – vom radikalen Libertären über den Wertkonservativen bis hin zum moderaten Technokraten. Sie verfügen über die willkommene Möglichkeit, eine nachhaltige politische Wende in Lateinamerika herbeizuführen und die Dominanz einer ideenlosen Linken zu überwinden. Ob diese Rechtswende der Region nachhaltig bessere Regierungsführung bringt oder nur eine weitere Episode in der historischen Pendelbewegung des Subkontinents bleibt, wird sich daran zeigen, inwieweit die neuen Regierungen liefern – und wie sehr sie demokratische Prinzipien achten. Vor diesem Hintergrund sollten die bürgerlichen Parteien der Mitte proaktiv für die Einhaltung der demokratischen, verfassungsmäßigen Ordnung eintreten, aus Überzeugung, aber auch, um politisch relevant zu bleiben.

 

 

Henning Suhr ist Leiter des Regionalprogramms Parteiendialog und Demokratie in Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Sitz in Montevideo.

 

 
  1. Winter, Brian 2025: Latin America’s Revolution of the Right, Foreign Affairs, 16.12.2025, in: https://ogy.de/mmz9 [10.01.2026]. ↩︎
  2. Jara Araneda, Ramón 2025: Entre la fragmentación y la presencia de EE.UU.: El escenario regional que encontrará Kast como presidente, Emol, 15.12.2025, in: https://ogy.de/s9dt [10.01.2026]. ↩︎
  3. Siebrecht, Ole 2024: Selbsternannter „coolster Diktator der Welt“, ZDFheute, 07.06.2024, in: https://ogy.de/quo0 [10.01.2026]. ↩︎
  4. Winter 2025, N. 1. ↩︎
  5. Grundberger, Sebastian 2024: Die rosa Galaxie. Wie linksautoritäre Netzwerke und ihre internationalen Alliierten die Demokratie in Lateinamerika aushöhlen, Konrad-Adenauer-Stiftung, 29.04.2024, in: https://ogy.de/h4q1 [10.01.2026]. ↩︎
  6. Garcia, Amanda / Mali, Tiago 2024: Direita e centro dominam prefeituras no Brasil em 2024, Poder360, 27.10.2024, in: https://shorturl.at/9N1EQ [30.01.2026]. ↩︎
  7. Pontes, Felipe 2022: Além do presidente, 27 governadores tomam posse neste domingo, Agência Brasil, 31.12.2022, in: https://shorturl.at/nYe7q [30.01.2026]. ↩︎
  8. Kobelinsky, Fernanda 2025: Ex policía, estrella de TikTok y candidato a vicepresidente: quién es el „Capitán Lara“, la sorpresa de las elecciones de Bolivia, Infobae, 18.08.2025, in: https://ogy.de/wiew [30.01.2026]. ↩︎
  9. Blumer, Duda 2025: Conservadorismo cresce entre jovens: 52% da Geração Z é de direita, Opera Mundi, 03.12.2025, in: https://ogy.de/uh48 [06.01.2026]. ↩︎
  10. Condega, Xavier 2026: Mayoría en América Latina aprueba detención de Maduro por Estados Unidos, según encuesta regional, El Mundo.CR, 07.01.2026, in: https://ogy.de/25v3 [30.01.2026]. ↩︎

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