Asset-Herausgeber
Kollegiatinnen und Kollegiaten
Asset-Herausgeber
Ayça Akçakoca
Kontextuale Ökonomik und ökonomische Bildung, Universität Siegen; Doktorvater: Prof. Dr. Nils Goldschmidt
Dissertation: „Die Bedeutung ökonomischer Bildung für die gesellschaftliche Integration. Das Verhältnis von ethnisch-sozialer Herkunft und Bildungserfolg“
Abstract:
Der Bildungserfolg ist eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Dennoch haben viele Menschen in Deutschland, vor allem mit Migrationshintergrund einen erschwerten Zugang zu Bildung. Der erste Teil dieser Arbeit beabsichtigt, soziale Ungleichheiten, die insbesondere im Bildungsbereich entstehen, aufzudecken. Dabei wird vor allem auf eine Inklusion benachteiligter Personengruppen in marktgesellschaftliche Prozesse fokussiert. Im Sinne unserer Wirtschaftsordnung soll die ökonomische Bildung im ersten Teil dieser Arbeit als Teilhabevoraussetzung verstanden werden, das dazu genutzt wird, die selbstbestimmte Gestaltung des Lebens sicherzustellen. In einem zweiten Teil meiner Dissertation soll der Erfolg von Lernspielen als Bildungsinstrument untersucht werden. Das Lernspiel „Good Life for All“ soll dabei als didaktische Methode dienen, auf die tägliche Konfrontation gravierender, globaler und ethnischer Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Diskrepanzen zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Das Lernspiel soll Schülerinnen und Schüler dazu veranlassen, ökonomische Entscheidungen für das Eigenwohl zu treffen, als auch gesamtgesellschaftliche Interessen zu berücksichtigen. Dabei wird der Einbezug konkreter Alltags- und verschiedener Länderperspektiven gewährleistet. Dies bezweckt, dass die Zielgruppen sowohl einen persönlichen Bezug zu den vermittelten Themen herstellen, als auch multiperspektivisch denken. Dieser Ansatz spiegelt die Einsicht wider, dass Probleme mit global vernetzten Ursachen auch global vernetzte Antworten und Perspektiven erfordern.
Jonas Neuhoff
Rechtswissenschaften, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; Prof. Dr. M. Schmoeckel
Dissertation:
»Die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank von der Bundesregierung nach dem Bundesbankgesetz von 1957«
Abstract:
Die „Unabhängigkeit“ der Bundesbank von Weisungen der Regierung nach § 12 S. 2 des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank vom 26. Juli 1957 und das Verhältnis zwischen Bundesbank und Bundesregierung waren zentrale Diskussionspunkte im Gesetzgebungsverfahren. Diese „Unabhängigkeit“ wurde zudem immer wieder in Frage gestellt, beispielsweise im Zuge der Entwicklung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu einer Wirtschafts- und Währungsunion. Für die Arbeit werden Gesetzgebungsmaterialien (Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestages) und Archivmaterial aus dem Bundesarchiv im Koblenz für die Arbeit der Bundesregierung sowie des Bundesministeriums der Finanzen und des Bundesministeriums für Wirtschaft bis 1957 ausgewertet. Darüber hinaus sind neben Monografien, Artikeln in Fachzeitschriften und anderen zeitgenössischen Veröffentlichungen Diskussionen in Fachgremien, unter anderem im Zentralbankrat der Bank deutscher Länder, von besonderer Bedeutung.
Tobias Romey
ESCP Business School Berlin, Lehrstuhl für internationales Management und strategisches Management; Prof. Dr. Stefan Schmid
Dissertation:
»Exploring the CEO-CFO pay gap - the influence of celebrity and power status«
Abstract:
Die Frage, wie sich Machtunterschiede im Top-Management auf Gehaltsunterschiede auswirken, ist seit langem ein zentrales Thema der Management Forschung. Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Machtunterschiede im Top-Management zu Gehaltsunterschieden führen können. Dabei geht es nicht nur um die Macht der Position, sondern auch um die Macht, die beispielsweiße durch das Netzwerk und die Beziehungen von Top-Managern aufgebaut wird. Diese kann dazu führen, dass Top-Manager mit mehr Macht höhere Gehälter erhalten als ihre Kollegen. Darüber hinaus stellen wir die Frage, ob die Prominenz (Celebrity) von Top-Managern diesen Zusammenhang beeinflussen kann. Celebrity von Top-Managern ist ein relativ neues Forschungsgebiet, das sich auf die Tatsache bezieht, dass einige Top-Manager in den Medien besonders präsent sind und eine gewisse Prominenz genießen. Wir gehen davon aus, dass diese Prominenz auch den Zusammenhang zwischen Machtunterschieden und Gehaltsunterschieden beeinflussen kann.
Yannik Jakob
Technische Universität Chemnitz; Doktorvater: Prof. Dr. Stefan Korte
Dissertation:
»Die Besteuerung der Digitalwirtschaft - Eine Kritische Würdigung des OECD/G20 Vorschlags zu Pillar One aus unionsrechtlicher und steuerlicher Sicht«
Abstract:
Getrieben von einem fortlaufenden Anstieg von Internetnutzern wurde der Börsenkurs von Digitalunternehmen beflügelt, die von einem Rekordumsatz zum anderen eilen. Um die Folgen von diversen Krisen (z. B. COVID-19 Pandemie) zu bewältigen, befinden sich Staaten fortlaufend auf der Suche nach neuen Einnahmequellen. Hierzu haben sich im Oktober 2021 über 130 Staaten auf ein neues Besteuerungskonzept (Two-Pillar Solution) verständigt. Im Rahmen von der ersten Säule (Pillar One) wird u. a. die Neuverteilung von Besteuerungsrechten (Amount A) forciert. Insbesondere die Digitalunternehmen sollen künftig in den Staaten auch Steuern zahlen, indem sie bestimmte Umsatzschwellen überschreiten, jedoch bis dato keinen steuerlichen Anknüpfungspunkt begründen. Dies wirft eine Vielzahl von offenen Fragen auf, die in drei Forschungsfragen gebündelt werden können:
- Untersuchung von Pillar One aus unionsrechtlicher Sicht
- Untersuchung von Pillar One aus steuerlicher Sicht
- Untersuchung von Pillar One im Lichte der Tax Compliance aus Sicht eines deutschen Rechtsanwenders
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um ein interdisziplinäres Dissertationsthema, sodass rechtswissenschaftliche sowie wirtschaftswissenschaftliche Aspekte diskutiert werden.
Sinan Bariş Yaşar
Rechtswissenschaft, Universität Heidelberg; Doktorvater: Prof. Dr. habil. Dr. h.c. mult. Peter-Christian Müller-Graff, Ph.D. h.c., MAE
Dissertation:
»Die Übernahme aufstrebender Unternehmen im Recht der europäischen Zusammenschlusskontrolle«
Abstract:
Die Doktorarbeit beleuchtet die Problematik der Übernahme aufstrebender Unternehmen (Nascent Acquisitionen) im Recht der europäischen Zusammenschlusskontrolle und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsstruktur. Aufstrebende Unternehmen (Start up Unternehmen) sind junge Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen noch nicht vollständig etabliert sind und deren Marktpotenzial daher ungewiss ist. Diese Unternehmen tragen erheblich zur Innovation und Dynamik auf Märkten bei, indem sie neue Ideen und Produkte einführen. Jedoch sind sie aufgrund des hohen Zeit und Kapitalbedarfs für Marketingaktivitäten und mangelnder Erfahrung besonders anfällig für das Verhalten etablierter Unternehmen. Ein zentrales Problem bei der Übernahme solcher Unternehmen ist, dass diese oft aufgrund ihrer geringen Umsätze nicht von Kartellbehörden aufgegriffen werden. Hier besteht Reformbedarf, insbesondere hinsichtlich der Anpassung der quantitativen Umsatzschwellen, um eine wirksame Kontrolle zu ermöglichen. Weiterhin können Maßnahmen wie die Reform der Verweisungsklausel des Art. 22 FKVO und die Einführung einer Anzeigepflicht für Übernahmen durch große Unternehmen helfen, diese Problematik zu adressieren. Zudem wird die Notwendigkeit diskutiert, neue Schadenstheorien wie „Killer Akquisitionen“ und „Reverse Killer Akquisitionen“ stärker in die Bewertung einzubeziehen. Diese Theorien beleuchten die Absicht etablierter Unternehmen, durch Übernahmen potenzielle Konkurrenz zu eliminieren oder die Entwicklung neuer Produkte zu stoppen. Abschließend werden Vorschläge zur Verbesserung der Beweislast und zur effektiveren Erhebung und Bewertung von Nachweisen durch Kartellbehörden vorgestellt, um die Prognoseunsicherheit zu verringern und eine ausgewogene Bewertung von Übernahmen zu gewährleisten. Die Doktorarbeit zielt darauf ab, sowohl theoretische als auch praktische Ansätze zur Reform des EU Kartellrechts bezüglich der Kontrolle von Übernahmen aufstrebender Unternehmen zu präsentieren, um das Wohl der Verbraucher und Innovationen auch langfristig zu fördern.
Theresa Weitz
Technische Universität München; Doktorvater: Prof. Dr. Claudia Peus
Dissertation:
»Karrieren neu denken: Wann und warum entscheiden sich Arbeitnehmer für einen lateralen Jobwechsel innerhalb ihres Unternehmens?«
Abstract:
Hierarchischer Aufstieg galt lange Zeit als einziger erstrebenswerter Karriereweg. Arbeitnehmende, die diesen anstrebten, galten als besonders ehrgeizig – alle anderen als unfähig oder veränderungsunwillig. Praktisch entscheiden sich allerdings Arbeitnehmende immer häufiger gegen einen Aufstieg auf der Karriereleiter und dennoch für einen Wechsel ihrer aktuellen Position. Wann und warum entscheiden sich Arbeitnehmende für einen Wechsel innerhalb des Unternehmens ohne Aufstieg? Angesichts der sich verändernden Beziehung zur Arbeit und der sich wandelnden Arbeitswelt schlage ich eine breitere Perspektive auf die berufliche Karriere vor, die über den engen Fokus von Entwicklung als hierarchischem Aufstieg hinausgeht. Meine Dissertation soll zeigen, dass ein interner lateraler Wechsel ein erstrebenswerter Karriereschritt für Arbeitnehmende sein kann und für Unternehmen eine wichtige Option darstellt, qualifizierte Arbeitnehmende im Unternehmen zu halten. Zunächst wird in diesem Dissertationsprojekt empirisch untersucht, welche Entwicklungsoptionen Arbeitnehmenden zur Verfügung stehen und welche Konsequenzen aus ihnen entstehen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelt das Dissertationsprojekt ein Erklärungsmodell für Karriereentscheidungen. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden angewandt.
Marquardt Petersen
Leuphana Universität Lüneburg; Doktorvater: Prof. Dr. Rainer Lueg
Dissertation:
»Bewertung des Verhältnisses von Unternehmensgröße und Nachhaltigkeits-Berichterstattung - Eine Meta-Analyse und Fallstudien«
Abstract:
This cumulative dissertation investigates the relationship between firm size and CSR (Corporate Social Responsibility) reporting within the management literature. Through a systematic literature review (SLR) and case studies, the primary aim is to build a robust theoretical foundation for understanding the influence of firm size on sustainability practices. The first component of this dissertation, a book chapter published with IDW Verlag, explores carbon accounting practices, providing a foundational understanding of sustainability reporting. Building on this, the current focus is conducting a systematic literature review (SLR). This unique SLR critically examines existing research to identify key themes, theoretical frameworks, and gaps in understanding the impact of firm size on CSR reporting. The SLR offers a comprehensive and nuanced examination of the literature, ensuring thoroughness and allowing for the identification of diverse conceptualisations and measures of firm size. The forthcoming case studies will investigate the empirical relationship between firm size and sustainability practices. By examining both large corporations and small to medium-sized enterprises (SMEs), these case studies aim to uncover how different dimensions of firm size, such as market share, employee count, and revenue, affect the quality and scope of CSR reporting. Additionally, the research will investigate whether there is a threshold size at which CSR practices significantly evolve and how contextual factors like industry and regional regulations influence this relationship. Overall, this dissertation seeks to enhance the theoretical discourse by providing a detailed conceptual framework that clarifies the role of firm size in CSR reporting. The theoretical contributions and the practical insights from the case studies will inform policymakers and business leaders, enabling them to develop more tailored and practical sustainability strategies for organisations of varying sizes. This research aims to encourage more effective and impactful CSR practices across the corporate landscape by addressing the complexities and unique challenges different-sized firms face.
Leoni Mendler-Krakau
WHU Otto Beisheim School of Management Vallendar; Doktorvater: Prof. Dr. Michael Frenkel
Dissertation:
»Chinese Development Finance in Africa: An Empirical Analysis of the Mutlidimensional Effects«
Abstract:
China has emerged as a leading international creditor and is now competing with traditional Western donors and lenders. Between 2000 and 2017, China committed more than USD 840 billion in official finance to developing countries. The flagship Belt and Road Initiative, launched in 2013, provides for unprecedented infrastructure investment in about 150 countries. Western criticism of a lack of transparency prompted speculation about the economic effectiveness and environmental impact of Chinese lending abroad. We examine whether Chinese official finance to Africa between 2000 and 2017 contributed to economic growth and led to a “greener” electricity generation, the backbone for a sustainable energy transition on the continent. To avoid endogeneity concerns, we employ an instrumental variable approach that relies on the exogenous variation in the availability of Chinese official finance over time. Our findings suggest that Chinese lending in the period 2000-2017, in particular concessional finance, had a positive impact on economic growth and the use of renewable energy in the electricity sector.
Levent Yer
HHL Leipzig Graduate School of Management; Doktorvater: Prof. Dr. Bernhard Schwetzler
Dissertation:
»Unpacking performance drivers in private equity investments: Deciphering the determinants of 'skin in the game' and loss ratios, as well as their impact on fund performance«
Abstract:
The evolution of the private equity (PE) industry, particularly its buyout business model, has significantly influenced wealth management and institutional investment strategies over recent decades. This doctoral research explores the integration of environmental, social, and governance (ESG) criteria within PE investments, driven by the Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) introduced by the European Commission in 2022. Despite PE’s potential for high returns, complexities in ESG measurement and reporting pose challenges, exacerbated by ambiguous regulatory frameworks. This study aims to analyze the impact of SFDR on ESG reporting by PE funds, examining how PE firms define and score ESG criteria, the changes in behavior and reporting standards post-SFDR, and the efficacy of regulatory measures in minimizing greenwashing. Through a structured approach involving extensive literature reviews and analysis of current policies, this research seeks to enhance understanding of PE's ESG practices, contributing to the broader societal discourse on sustainable investment and the diversification of public funds into private markets. The findings will inform legislators and public institutions, aiming to democratize asset classes and ensure the effective allocation of taxpayer money towards socially responsible investments
Emilie Antonia Höslinger
Ludwig-Maximilians-Universität München; Doktorvater: Prof. Dr. Niklas Potrafke
Dissertation:
»Fiskalregeln als ordnungspoltisches Instrument zur Begrenzung der Staatsverschuldung«
Abstract:
Die Dissertation befasst sich mit der viel diskutierten Wirkung von Fiskalregeln auf öffentliche Finanzen und makroökonomische Variablen in verschiedenen wirtschaftlichen und institutionellen Kontexten. Die erste Studie analysiert Spillover-Effekte nationaler Fiskalregeln innerhalb einer Währungsunion. Anhand historischer Beispiele wie Österreichs Einbindung in das Europäische Währungssystem wird mit der synthetischen Kontrollmethode untersucht, ob Fiskalregeln in einem Land die Zinskosten anderer Staaten beeinflussen. Die zweite Studie betrachtet die Einführung einer strikten sub-nationalen Fiskalregel in Tennessee (1977) und deren langfristige Effekte auf Verschuldung, Wachstum und öffentliche Ausgaben. Ein kontrafaktisches Szenario zeigt die wirtschaftlichen Folgen restriktiver Fiskalpolitik. Die dritte Studie analysiert Reformen des italienischen Stabilitätspakts seit 1999 und überprüft, ob frühere Forschungsergebnisse robust gegenüber Reformänderungen sind. Mithilfe eines Difference-in-Discontinuity-Designs werden Effekte auf Haushaltsdefizite, Steuersätze, Investitionen und Korruption untersucht.
Leonard Baum
Public Policy, Hertie School, Centre for Digital Governance; Doktormutter: Prof. Dr. Joanna Bryson
Dissertation:
»Mapping the Digital Economies of the G20. A quantitative examination of the competitive dynamics of digital markets and the impact of different regulatory regimes.«
Abstract:
Growing global concern about the problems associated with concentrated market power in the digital economy is leading to a renewed interest in competition policy. This research proposal introduces a novel approach to map and compare the digital economies of the G20. A market capitalisation approach, building on the informativeness of financial markets, is used to quantitatively examine competitive dynamics in digital markets and the impact of different regulatory regimes. Recognising the lack of a common definition of the digital economy, data issues and different measurement methodologies, the study uses the OECD framework to define the digital economy and the Global Industry Classification Standard (GICS) to delineate relevant markets. Market capitalisation data is used as a key tool to calculate concentration measures such as the Herfindahl-Hirschman Index (HHI) and the four-firm concentration ratio (CR4). By comparing different indicators of competitiveness across G20 countries, the research aims to provide critical insights into the interplay between market power and competitiveness, while also examining the effectiveness of different regulatory regimes. This comparative perspective provides a basis for mutual learning among policymakers, competition authorities and academics, contributing to a deeper understanding of digital markets and competition policy in different contexts.
Korbinian Wester
Wirtschaftswissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Doktorvater: Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld
Dissertation:
»Fiscal Policy for Public Investment«
Abstract:
Das Promotionsprojekt mit dem Titel „Fiscal Policy for Public Investment“ widmet sich den Herausforderungen, denen sich Kommunen in Deutschland im Kontext fiskalpolitischer Restriktionen und Investitionsentscheidungen gegenübersehen. Die Dissertation untersucht, wie Kommunen auf strenge Haushaltsvorgaben reagieren und inwieweit gezielte Fördermaßnahmen Investitionen beeinflussen können. Zwei zentrale Fragestellungen stehen im Fokus: Erstens, ob und wie Kommunen bei verschärften Haushaltsvorgaben Schulden in kommunale Unternehmen auslagern. Zweitens, ob zweckgebundene Fördermittel in Form von Investitionszuschüssen tatsächlich zu erhöhten Investitionen auf kommunaler Ebene führen. Zur Beantwortung dieser Fragen wird ein empirischer Ansatz verfolgt, der sowohl die Erstellung einer umfassenden Datenbank zu kommunalen Unternehmen in Deutschland als auch die Anwendung verschiedener ökonometrischer Methoden zur Analyse von Förderprogrammen umfasst. Ziel ist es, praxisrelevante Handlungsempfehlungen für eine effizientere öffentliche Investitionspolitik zu erarbeiten und die wissenschaftliche Literatur im Bereich der kommunalen Finanzpolitik zu erweitern.
Magdalena Bohrer
Politische Philosophie, Ludwig-Maximilians-Universität München; Doktorvater: Prof. Dr. Martin Rechenauer
Dissertation:
»Solidarität als politischer Wert und ihre Institutionalisierung«
Abstract:
Solidarität“ ist nicht nur ein häufig verwendeter Begriff, sondern auch ein politischer Wert, der europaweit über Parteigrenzen hinweg als zentral betrachtet wird. Zudem ist die Annahme gängig, dass der Wohlfahrtsstaat eine Institutionalisierung von Solidarität darstellt. Meine Dissertation beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, was der scheinbar so zentrale politische Wert der Solidarität und dessen behauptete Institutionalisierung aus einer wissenschaftlichen Perspektive betrachtet eigentlich meint. Um diese Frage beantworten zu können, beschäftige ich mich mit mehreren Unterfragen. So kläre ich unter anderem begriffsgeschichtlich, was unter dem Begriff „Solidarität“ allgemein verstanden werden kann und ob die vielen verschiedenen Verständnisse des Begriffs einen gemeinsamen Kern haben. Ich frage, was es bedeutet, ein politischer Wert zu sein, und inwiefern sich Solidarität als politischer Wert von detaillierter untersuchten politischen Werten wie Gerechtigkeit und Freiheit unterscheidet. Zudem behandle ich die Fragen, ob man Personen grundsätzlich zu Solidarität verpflichten kann und damit verbunden, ob sich Solidarität als politischer Wert überhaupt institutionalisieren lässt und ob dies allgemein wünschenswert ist.
Nils Hofmann
Universität St. Gallen, Doktorvater: Prof. Dr. Thomas Fiedli
Dissertation:
»The role and impact of artificial intelligence in the transport industry in context of shortage of qualified labor.«
Tobias Rudloff
Bucerius Law School Hamburg; Doktorvater: Prof. Dr. Dr. h.c. Jörn Axel Kämmerer
Dissertation:
»Der Vertrauensschutz im Verwaltungsrecht zwischen Beständigkeit und Flexibilität.«
Abstract:
Eine Verfassungstheorie der Anpassungsgesellschaft
Die „Anpassungsgesellschaft“ beschreibt eine politische Ordnung, in der Flexibilität und Reaktionsfähigkeit zu dominanten Prinzipien sozialer Organisation werden. Sie gilt als Antwort auf die wahrgenommene Permanenz von Krisen in der Spätmoderne. Das Dissertationsprojekt geht von einem daraus hervorgehenden Anpassungsimperativ aus, der die Rechtsgewinnung prägen könnte. Soll er dies jedoch tun, muss er mit den Rationalitäten des Rechts – insbesondere jenen des Verfassungsrechts – vereinbar sein. Daraus ergeben sich Fragen nach rechtsstaatlicher Begrenzung und grundrechtlicher Formung. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung, wie sich das Verhältnis von Wandel und Stabilität verfassungsrechtlich strukturieren lässt und welche normativen Maßstäbe staatliches Handeln unter Bedingungen permanenter Transformation anleiten sollten.
Felix Thiesen
Europa-Universität Flensburg; Doktorvater: Prof. Dr. Rainer Lueg
Dissertation:
»Corporate Sustainability und (grüne) Patente - Eine Meta-Analyse und Fallstudie.«
Abstract:
This cumulative dissertation examines the relationship between corporate sustainability and patents. Corporate sustainability has become a central strategic priority, yet sustainable innovation often requires long investment cycles and involves substantial risk. Patents can protect and enable the economic use of new technologies and may therefore influence whether and how firms translate sustainability ambitions into innovation and competitive advantage. Despite this relevance, research has rarely studied the link between corporate sustainability and patents in a comprehensive way, and findings on whether sustainability efforts increase patenting are mixed. In addition, the two way relationship between corporate sustainability and environmental uncertainty has seldom been analyzed in one integrated framework. The dissertation uses a mixed methods design. First, a PRISMA guided systematic review and meta analysis synthesizes existing evidence on patents and corporate sustainability and clarifies differences in definitions and measurement, including green patents where applicable. Second, quantitative panel analyses test the bidirectional effects between corporate sustainability and environmental uncertainty and examine whether patents strengthen these relationships. Third, qualitative case studies investigate how firms use patents to achieve progress in corporate sustainability and whether stronger sustainability performance is also linked to subsequent patenting activity.
Sebastian Winkler
Wirtschaftswissenschaften, Technische Universität Darmstadt; Doktorvater: Prof. Dr. Dirk Schiereck
Dissertation:
»Auswirkungen politischer Ereignisse auf Finanzmärkte«
Abstract:
Finanzmärkte reagieren auf politische Ereignisse. Die Forschung zeigt, dass Marktreaktionen auf Wahlen umso ausgeprägter sind, je überraschender das Ergebnis ausfällt und je stärker sich die politischen Programme von Kandidaten unterscheiden. In meiner Dissertation untersuche ich, über welche Kanäle politische Ereignisse die Preise von Vermögenswerten beeinflussen, und leiste so einen Beitrag zum besseren Verständnis der Ursachen solcher Preisreaktionen. In meiner ersten Studie analysiere ich die US-Präsidentschaftswahl 2024. Auf Basis von Wettmarktdaten schätze ich die Sensitivität von Unternehmen gegenüber dem Wahlausgang. Außerdem untersuche ich, inwiefern die steuerliche Belastung, der Internationalisierungsgrad und die Umweltperformance von Unternehmen zentrale Treiber der Marktreaktion waren. In meiner zweiten Studie analysiere ich die Reaktion von europäischen Staatsanleihen auf die Ankündigung des Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro in Deutschland im März 2025. Dabei prüfe ich, ob der Renditeanstieg überwiegend über den Angebotseffekt (also die erwartete zusätzliche Emission von Bundesanleihen) oder durch eine Neubewertung des Ausfallrisikos erklärt werden kann.
Sven Klijer
Wirtschaftswissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; Doktorvater: Prof. Dr. Andreas Engelen
Dissertation:
»Success Factors in Start-Up Resource Generation«
Abstract:
Start-up investment decisions are typically undertaken under conditions of pronounced uncertainty—conditions that are particularly acute in the early stages of venture development, where business angel investors confront exceptional levels of risk, information asymmetry, and ambiguity. While parts of the literature propose objective evaluative criteria to support such decisions, a substantial body of research highlights the influence of heuristics, cognitive biases, and idiosyncratic judgement processes in business angel behavior. In parallel, management research has generated extensive evidence on the value of market orientation and its implications for firm performance in established organizations. However, considerably less is known about how market orientation manifests and exerts influence within entrepreneurial financing contexts. This dissertation seeks to address this gap by examining the role of market orientation in venture pitch situations and assessing the extent to which it enhances the likelihood of securing funding from business angels. The findings are expected to offer novel insights into business angel decision-making and provide actionable guidance for entrepreneurs seeking to improve their investment prospects by strategically shaping the content of their pitch presentations.
Markus Mitterhofer
Handelshochschule Leipzig - Center for Corporate Transactions and Private Equity; Doktorvater: Prof. Dr. Bernhard Schwetzler
Dissertation:
»he impact of Value Creation Team Choice within Private Equity - an empirical Analysis on 487 Deals across Europe and North America«
Abstract:
Private Equity (PE) funds increasingly generate value through operational improvements rather than financial engineering. Central to this shift are Value Creation Teams, responsible for driving strategic and operational initiatives within portfolio companies. This PhD project provides the first large-scale empirical analysis of whether PE funds with dedicated internal value creation teams achieve higher returns than those relying on external advisors. Using a dataset of 487 buyout deals across Europe and North America (2009–2023), the research addresses three key questions: (1) whether internal teams outperform external teams in terms of investment returns, (2) which value creation strategies (e.g., restructuring, buy-and-build) benefit more from internal or external teams, and (3) whether internal teams improve with experience over time. The study integrates established economic theories (agency theory, resource-based view, organizational learning). The findings will offer both academic insights into team organization in PE and practical guidance for fund managers, investors, and policymakers on how to design effective and sustainable value creation models.