Kulturkampf (3/4): Was Cancel Culture mit der Französischen Revolution zu tun hat
Neue Werte, neue Tugenden und eine Herrschaft der Vernunft: Die Jakobiner zielten nach dem Sturz der Monarchie in Frankreich auf den Aufbau einer neuen Gesellschaft und die Erziehung eines neuen Menschen. Statt des Christentums sollte es eine neue Zivilreligion geben, Symbole der Vergangenheit sollten ausgemerzt werden. Und wer sich – vermeintlich oder tatsächlich – gegen die revolutionären Umwälzungen stellte, wurde als Feind der Freiheit, als Feind der Revolution gebrandmarkt, angeklagt und häufig sogar hingerichtet. Doch wie war das mit den Erkenntnissen der Aufklärung vereinbar, die zentrale Ideen wie Freiheit, Gleichheit, Fortschritt und Toleranz vermittelt? Über die Hintergründe und Widersprüche dieser Entwicklungen, vor allem aber die Parallelen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der aktuellen Cancel-Culture-Debatte sprechen wir in der Folge von „Der Geschichtspodcast“ von F.A.Z. und Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Historiker Leonhard Horowski und der Ethnologin Susanne Schröter.
Podigee
Q&A zu Kulturkampf (3/4): Was Cancel Culture mit der Französischen Revolution zu tun hat
Die Experten Susanne Schröter und Leonhard Horowski diskutieren mit den Hosts die Fragen der Hörer in "Der Geschichtspodcast" von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Konrad-Adenauer-Stiftung. Wie reagiert man als Gesellschaft darauf, wenn Meinungen unterdrückt, also gecancelt werden? Wozu führt es, wenn man rechte Politiker isoliert? Und wäre Thomas Jefferson der bessere Ratgeber für die Französische Revolution gewesen als Rousseau? Solche und weitere Fragen haben uns Hörer zu unserer letzten Folge gemailt. Es war die dritte Folge in unserer vierteiligen Reihe zu Kulturkampfthemen.
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Hosts
Angelika Fey (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Stefan Stahlberg (Konrad-Adenauer-Stiftung)
Gäste
Susanne Schröter, Ethnologin und ehemalige Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Gobaler Islam an der Goethe-Universität
Leonhard Horowski, Historiker und Experte für das 18. Jahrhundert
Livia Gerster, Politikredakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und Host beim Podcast für Deutschland
Q&A-Fragen
„Kann man die Schreckensherrschaft der Jakobiner mit Cancel Culture heute vergleichen?“
„Was bräuchte es, um rauszukommen aus der Polarisierung und dem gegenseitigen Canceln?“
„An welchen historischen Figuren oder Ereignissen könnte man sich hier orientieren, gibt es vielleicht einen Kampf für die gute Sache, der nicht ins Negative gekippt ist?“
Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben Sie uns gerne an podcast@faz.de oder schicken Sie uns eine Sprachnachricht an +49 172 – 778 2384. Die Fragen und Kommentare unserer Hörer besprechen wir kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge – gemeinsam mit unseren Experten. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise im Podcast verwendet werden.
Literatur
Harten, Hans Christian: Transformation und Utopie des Raums in der Französischen Revolution. Von der Zerstörung der Königsstatuen zur republikanischen Idealstadt. Braunschweig/Wiesbaden 1994.
Oser, Raimund: „Robespierre/Saint-Juste“, in: Schabert, Tilo (Hg.): Der Mensch als Schöpfer der Welt. Formen und Phasen revolutionären Denkens in Frankreich 1762 bis 1794, München 1971, S. 169–206.
Schröter, Susanne: Der neue Kulturkampf. Freiburg 2024.
Thamer, Hans-Ulrich: Die Französische Revolution. München 2023.
Online-Quellen
Grove, John: Das Geheimnis der „Woken Rechten”. Gibt es eine rechte Variante von „Wokeness“?, Essay auf Geschichtsbewusst, dem Public-History-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung, 5. August 2025.
Produktion
Autoren & Redaktion: Angelika Fey, Stefan Stahlberg
Sprecherin: Kathi Jakob
Produktion: FAZ Audio in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
Soundlogo: David Brucklacher
Redaktionelle Beratung: Michael Götz