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„Wenn die KI unser Assistent bleiben kann, dann können wir viel draus ziehen“

de Norbert Arnold, Jochen Roose, Hans-Jürgen Frieß, Caroline Werkmann

Künstliche Intelligenz in Einstellungen und Nutzung bei unterschiedlichen Milieus in Deutschland

Künstliche Intelligenz (KI) ist eine der innovativen Zukunftstechnologien mit großen Veränderungspotenzialen für Wirtschaft und Gesellschaft. In einer qualitativen, nicht repräsentativen Studie wurde untersucht, wie die Menschen die Potenziale und Gefahren dieser Technologie einschätzen, welche Bedrohungen sie erwarten und welche Chancen für Problemlösungen oder eine bessere Gesellschaft.

KI ist den Befragten als Begriff geläufig, aber nur wenig mit konkreten Inhalten gefüllt. Oftmals wird nicht präzise zwischen KI und Digitalisierung oder Roboter-Automatisierung unterschieden. Zum Teil schließen Befragte von ihren Erfahrungen mit Digitalisierung auf Vorteile oder Gefahren von KI, zum Teil vermengen sie diese Entwicklungen. Die Erwartungen und Bewertungen sind heterogen und reichen von utopischen Hoffnungen bis zu dystopischen Befürchtungen. Befragte mit hohem formalem Bildungsabschluss und hoher Technikaffinität neigen dazu, KI positiver zu bewerten als Befragte mit einem niedrigen Bildungsabschluss und geringer Technikaffinität. Frauen tendieren dazu, KI kritischer zu beurteilen als Männer. Allerdings sind diese Unterschiede nicht sehr deutlich ausgeprägt.
 
Deutliche Unterschiede in der Akzeptanz lassen sich in den unterschiedlichen Anwendungsfeldern erkennen: Anwendungen der KI, die das gesellschaftliche Zusammenleben verändern, die politische Meinungsbildung beeinflussen oder das Thema Sicherheit betreffen, werden tendenziell kritisch bewertet. Anwendungsmöglichkeiten in Gesundheit und Mobilität finden dagegen größtenteils Zustimmung. Zu wirtschaftlichen Anwendungen ist das komplette Meinungsspektrum – von großer Zustimmung bis zur nahezu vollständigen Ablehnung – zu finden.
 
Bemerkenswert ist der geringe Kenntnisstand zur KI. Technikaffine und Menschen mit einem formal hohen Bildungsabschluss sind tendenziell besser informiert, aber auch ihnen fehlen konkrete Informationen, die ihnen eine sachliche Bewertung ermöglichen. Viele Aspekte, die in Fachkreisen diskutiert werden, scheinen in der breiten Bevölkerung unbekannt zu sein. Dies gilt sowohl für die technischen als auch für die gesellschaftlichen Aspekte.
 
Hinzu kommt, dass den meisten Befragten nicht bewusst ist, in welchen Anwendungen KI bereits zum Tragen kommt. Offensichtlich fehlt es vielen an konkreten Erfahrungen im Alltag, so dass KI noch immer als etwas Futuristisches wahrgenommen wird. Dies bedeutet auch, dass Anwendungen, die bereits heute realisiert sind, eher unbewusst und daher unkritisch genutzt werden. Viele Befragte bemerken ihre Defizite im Umgang mit KI und fühlen sich daher unsicher.
 
Bemängelt wird von vielen Befragten, dass KI nicht ausreichend in den Medien thematisiert werde. Die ausführliche Medienberichterstattung in den letzten Jahren, insbesondere in den Wirtschafts- und Wissenschaftsressorts, aber auch in den Politikressorts, war für diese breitere Zielgruppe offensichtlich nicht ausreichend interessant.
 
Trotz der relativ geringen Kenntnisse und Erfahrungen zur KI werden bei den Befragten Kriterien deutlich, von denen die Akzeptanz maßgeblich abhängt: Besonders wichtig ist den Befragten ein erkennbarer Nutzen – für den Einzelnen und für Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. Dieser Nutzen wird gegen mögliche Risiken abgewogen. Ebenso wichtig ist der Kontrollaspekt. Über alle untersuchten Gruppen war es den Befragten ausgesprochen wichtig, dass nicht die Technik, sondern Menschen die Kontrolle behalten und die „Letztentscheidung“ niemals Maschinen überlassen bleibt.
 
Die vollständige Studie "Künstliche Intelligenz in Einstellungen und Nutzung bei unterschiedlichen Milieus in Deutschland" finden Sie hier als PDF.

 

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