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Wenn Linke und Islamisten an einem Strang ziehen

Vortrag und Diskussion

Am 9. Februar 2026 lud die Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen zu einer Diskussionsveranstaltung in ihre Räumlichkeiten ein. Unter dem Titel „Wenn Linke und Islamisten an einem Strang ziehen“ beleuchtete der Politikwissenschaftler und Extremismusforscher Dr. Rudolf van Hüllen ein Phänomen, das sicherheitspolitisch zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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Zu Beginn begrüßte Ralf Altenhof, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen, die Gäste und leitete in das Thema ein, das sich mit aktuellen Entwicklungen innerhalb der politischen Linken und deren Überschneidungen mit islamistischen Strömungen befasst. Rudolf van Hüllen beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten mit politischem Extremismus, unter anderem in den Bereichen politische Bildung und Verfassungsschutz.

 

Van Hüllen ordnete das Thema in einem größeren zeitgeschichtlichen Kontext ein. Angesichts globaler politischer, wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Spannungen stellte er die Frage nach der ideengeschichtlichen Verortung der politischen Linken, die seit der Französischen Revolution für Werte wie demokratische Mehrheitsentscheidungen stehe. Im weiteren Verlauf schilderte er seine langjährige berufliche Auseinandersetzung mit extremistischen Ideologien. Dabei betonte er, dass die analytische Beschäftigung mit politischen Gegensätzen notwendig sei, um deren innere Logik zu verstehen.

 

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf theoretischen Strömungen, die unter dem Sammelbegriff der „French Theory“ zusammengefasst werden. Postmoderne, konstruktivistische und dekonstruktivistische Ansätze relativierten nach Darstellung des Referenten universelle Werte und objektive Wahrheit. Gesellschaftliche Wirklichkeit werde primär als diskursiv konstruiert verstanden, wodurch klassische Kriterien wie Fakten, Belege und Logik an Bedeutung verloren. Dies begünstige eine binäre Weltsicht, in der Gesellschaften entlang von Täter- und Opferkategorien interpretiert würden.

 

Die erste Säule des beschriebenen Bündnisses sieht der Referent in der Abkehr von demokratischen Mehrheitsprinzipien zugunsten politisch mobilisierter Minderheiten.

 

Die zweite Säule verortet er in der strategischen Nutzung von Opferdiskursen. Islamistische Akteure hätten erkannt, dass woke Milieus Muslime als pauschal benachteiligte Gruppe einordnen, und adaptieren dies für ihre Zwecke. In diesem Zusammenhang erläuterte der Referent auch die Spannungen im Umgang mit Antisemitismus, etwa die kritische Bewertung Israels, die in bestimmten linken Strömungen eine ideologische Anschlussfähigkeit an islamistische Narrative ermögliche.

 

Er verwies zudem auf gesellschaftliche Entwicklungen wie anti-israelische Protestformen, Debatten um Erinnerungskultur, Konflikte an Hochschulen und im Kulturbereich. Diese Entwicklungen deutete er als Ausdruck einer wachsenden Akzeptanz unterschiedlicher moralischer Standards. Gleichzeitig betonte er, dass die eigentliche Umsetzung extremistischer Gewalt weitgehend durch islamistische Akteure erfolgt, während linke Milieus eher ideologische Bedingungen schaffen.

 

Abschließend verwies Ralf Altenhof auf die Extremismustheorie, der oft fälschlicherweise eine Gleichsetzung der verschiedenen Phänomene vorgeworfen werde. Dies sei nicht der Fall, denn sie betone die Unterschiede, beleuchte aber auch Gemeinsamkeiten, die man zur Kenntnis nehmen müsse. So sei eine seriöse Analyse für das Verständnis extremistischer Dynamiken möglich.

 

Autorin: Astan Keita 

 

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Kontakt Dr. Ralf Altenhof
Dr. Ralf Altenhof
Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Bremen
ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0

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