Presidence du Benin / flickr / CC BY-NC-ND 2.0

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Ein Präsident überholt sein Land

autori Florian Karner

Die Lage in Benin bleibt angespannt: Wahldebakel, Handelskrieg und nun die Ausweisung des EU-Leiters

Die Ausweisung des deutschen Leiters der EU-Botschaft Oliver Nette vor knapp zwei Wochen ist nur das letzte Glied einer langen Kette von Ereignissen, welche Anlass zur kritischen Betrachtung der jüngsten Entwicklung des westafrikanischen Landes geben. Bereits die Parlamentswahlen im April 2019 markierten einen deutlichen Einschnitt in die demokratische Entwicklung des Landes seit den 1990er Jahren.

Zu den Wahlen waren lediglich zwei politische Parteien zugelassen, die obendrein Präsident Patrice Talon nahestehen. Dies führte zu nicht gekannten Protesten und Ausschreitungen im gesamten Land. Die Demonstrationen und die teils gewaltsamen Reaktionen der Sicherheitskräfte zeigen, dass sich unter Präsident Talon ein politischer Kurswechsel im Land vollzieht. Seit Beginn seiner Amtszeit 2016 hat der Druck auf Oppositionspolitiker zugenommen. Aus seiner Bewunderung für Ruandas Präsident Paul Kagame macht Talon keinen Hehl. Seinem Hintergrund entsprechend managt Talon das traditionsbewusste Land im Stile eines Unternehmers und setzt institutionelle Struktur- und Wirtschaftsreformen um, die in der Bevölkerung überwiegend unpopulär sind. So steigt das Wirtschaftswachstum zwar von Jahr zu Jahr, ohne aber bisher in der breiten Bevölkerung anzukommen. Talon scheint unter Druck, seine Modernisierungsmission Bénin Révélé – un nouveau départ (Neuer Aufbruch für Benin) in Gefahr. Einmischung von außen ist vor diesem Hintergrund unerwünscht. Hinzu kommt die wirtschaftliche und diplomatische Eiszeit zwischen der Regierung in Cotonou und dem östlichen Nachbarn Nigeria.

Den vollständigen Länderbericht können Sie als PDF herunterladen.

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Florian Karner

Florian Karner

Leiter des Regionalprogramms Politischer Dialog Westafrika

florian.karner@kas.de +225 22 48 18 00
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