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Hans-Gert Pöttering würdigt das Lebenswerk von Johannes Paul II.

„Die Seligsprechung sollte dazu beitragen, das Vermächtnis von Johannes Paul II. in Erinnerung zu behalten und sein Wirken als Mahnung zu verstehen, auf der Grundlage unserer Werte auch in Zukunft die Einigung Europas zu gestalten.“

Der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments und Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering MdEP, würdigt wenige Tage vor der Seligsprechung von Johannes Pauls II. die politische Bedeutung des Lebenswerks des 2005 verstorbenen Oberhauptes der Katholischen Kirche.

„Die Wahl des Krakauer Kardinals Karol Woityla zum Nachfolger Petri im Jahre 1978 war eine Sensation. Der neue Papst kam aus dem kommunistisch regierten Polen, das dem Warschauer Pakt angehörte, und er war ein Slawe. Die Bedeutung von Jo-hannes Paul II. zur Überwindung der Spaltung Europas kann nicht hoch genug ge-schätzt werden. Johannes Paul II. hat seine polnischen Landsleute ermutigt, den Weg der Freiheit zu gehen. ‚Habt keine Angst – verändert die Welt, verändert diese Welt’, diese Worte von Johannes Paul II. haben Europa und die Welt neu gestaltet. Ohne die Unterstützung von Johannes Paul II. für Solidarność wäre der Kommunismus nicht so schnell zusammengebrochen. Wir, die Deutschen, sollten nicht vergessen, dass es ohne Johannes Paul II. und Solidarność die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 wohl nicht gegeben hätte.

Johannes Paul II. hat immer das ganze Europa gesehen. Als slawischer Papst betrachtete er es als seine Aufgabe, die geistige Einheit des Christlichen in ganz Europa sichtbar zu machen. Er setzte auf die Menschen, die ein vereintes Europa schaffen könnten, und appellierte an die Völker, sich enger zusammenzuschließen.

Es ging Johannes Paul II. schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs darum, die Einheit des ganzen Europas - im Westen, in der Mitte wie im Osten – deutlich zu machen. Das ‚gemeinsame Haus aller europäischen Nationen’, das er vor dem Europäi-schen Parlament 1988 beschrieb, sollte geprägt sein von einer Gemeinsamkeit der Werte. Dazu zählte für ihn vor allem die Freiheit der Person, die ihm durch seine Herkunft aus der Unfreiheit eines totalitären Staates besonders am Herzen lag.

Die von Jacques Delors geprägten Worte ‚Europa eine Seele zu geben’ spielten für das Kirchenoberhaupt eine große Rolle. Er war überzeugt, dass Kirche dazu beitragen könne, dass Europa seine Identität und damit seine Seele findet. Denn die Kultur beruhe auf christlichen Werten, auf dem christlichen Menschenbild. Deswegen dürfe das religiöse Bekenntnis nicht in die Privatsphäre abgedrängt werden.

Zum Vermächtnis von Johannes Paul II. gehört, die geistigen Grundlagen Europas als Chance zu begreifen für das Handeln der demokratischen Institutionen. Die Seligsprechung am 1. Mai sollte dazu beitragen, das Vermächtnis von Johannes Paul II., diesem großen polnischen Papst, in Erinnerung zu behalten und sein Wirken als Mahnung zu verstehen, auf der Grundlage unserer Werte auch in Zukunft die Einigung Europas zu gestalten.

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Berlin Deutschland