Diese Folge von „Der Geschichtspodcast“ von F.A.Z. und Konrad-Adenauer-Stiftung zeichnet nach, wie sich der Streit um den § 218 StGB seit den 1970er-Jahren entwickelt hat: von Reformversuchen und Verfassungsurteilen über die unterschiedlichen Regelungen in Ost und West bis hin zur Kompromissformel nach der Wiedervereinigung – „rechtswidrig, aber straffrei“.
Die Medizin- und Kulturhistorikerin Anna Bergmann ordnet die Debatte in einen größeren historischen Zusammenhang ein: Sie erklärt, wie Vorstellungen von Schwangerschaft, Verantwortung und gesellschaftlicher Ordnung seit der Antike entstanden sind – und warum sie bis heute nachwirken. Außerdem blickt Alice Schwarzer im Gespräch auf fünf Jahrzehnte Debatte um § 218 und auf die Frage, was sich wirklich verändert hat.
Q&A-Fragen
Haben Sie Fragen an Anna Bergmann? Schreiben Sie uns! Außerdem interessiert uns:
Wie sehen Sie den Streit um den Paragrafen 218 - heute, fünfzig Jahre nach dem Stern-Titel? Stimmen Sie eher Frau Schwarzer oder Frau Kramp-Karrenbauer zu oder sehen Sie das ganz anders?
Schicken Sie Ihre Fragen oder Kommentare gern an podcast@faz.de oder schicken Sie eine Sprachnachricht an das Podcast-Handy: 0172 – 778 2384.
Ihre Fragen und Kommentare besprechen wir am kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise verwendet werden.
Hosts
Michael Götz (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung)
Gäste
Anna Bergmann, Medizin- und Kulturhistorikerin
Alice Schwarzer, Publizistin und Frauenrechtlerin
Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung
Quellen
Jütte, R. (Hg.): Geschichte der Abtreibung. Von der Antike bis zur Gegenwart. München 1993.
Theuke, T.: Der Embryo und die Menschenwürde. Der Wandel des Menschenwürdebegriffes im Kontext bioethischer Debatten. Berlin 2019.
Gante, M.: §218 in der Diskussion. Meinungs- und Willensbildung 1945-1976. Düsseldorf 1991.
Vor 30 Jahren: Reform für Schwangerschaftsabbrüche gekippt. Bundeszentrale für politische Bildung 2023