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Event reports

Säkularisierung und ihre Folgen für die Gesellschaft

by Gabriela Tibenská, Dr. Marco Arndt

Bratislava, 2. und 3. Juni 2026

Auf Einladung des KAS-Büros Slowakei kam der bekannte deutsche Politologe und Soziologe Dr. Andreas Püttmann nach Bratislava, der sich in seinem Vortrag sowie in der anschließenden Diskussion und dem Rundtischgespräch am zweiten Tag mit dem Thema „Säkularisierung und ihre Folgen für die Gesellschaft“ auseinandersetzte.

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Säkularisiertes Land. Warnung eines deutschen Politologen

Teatro Colorato, 2. Juni 2026, 18:00 Uhr

Die Hauptveranstaltung wurde gemeinsam mit der Tageszeitung Postoj vorbereitet, die ihre Leser einlud und in zwei Zeitungsartikeln ausführlich über Andreas Püttmanns Buch Gesellschaft ohne Gott informierte. Der deutschsprachige Redakteur und Buchkenner Lukáš Krivošík war bereit, das Buch vorzustellen und fungierte bei der öffentlichen Veranstaltung als Moderator.

Das Ziel der Veranstaltung am 2. Juni war es, ein im slowakischen öffentlichen Diskurs der letzten Jahre vernachlässigtes Thema – die Werte und die Rolle der christlichen Religion für den Zusammenhalt der Gesellschaft und das Überleben einer freiheitlichen Demokratie – in den Fokus zu rücken und gemeinsam mit Vertretern der politischen Szene, der Kirchen, der akademischen Welt sowie Jugendlichen und NGO-Vertretern darüber nachzudenken und konstruktiv zu diskutieren.

Diese öffentliche Veranstaltung fand im Rahmen einer Diskussionsreihe der Tageszeitung Postoj statt, sodass man auch mit einem an Diskussionen gewöhnten Publikum rechnen konnte. Auch zahlreiche Partner der KAS kamen, und das Teatro Colorato im alten Stadtzentrum, in der Nachbarschaft des historischen Franziskanerklosters, füllte sich schnell. Am Ende kamen gut 100 Besucher.

Andreas Püttmann sprach über den Stand der Säkularisierung in Deutschland und zeigte anhand von Umfragen, dass Christen eine äußerst positive Rolle in der Gesellschaft als Politiker und engagierte Bürger spielen. Die katholische Kirche bleibt trotz Verfehlungen ein unverzichtbarer Pfeiler von Kultur, Solidarität und Demokratie.

Püttmann zufolge schwächt die Säkularisierung die sozialen und moralischen Ressourcen der Gesellschaft, weshalb er vor einer solchen Entwicklung warnt. Trotz Skepsis sieht er Wege, wie die Krise der nachchristlichen Gesellschaft überwunden werden kann.

Zusammen mit Püttmann diskutierten auf dem Podium zwei Referenten aus der Slowakei: die Historikerin, Publizistin und Lehrerin Marta Glossová sowie der Jurist und Theologe Ján Fabičovič. Glossová zeigte als Lehrerin anhand konkreter Beispiele, dass Kinder und Jugendliche in der Slowakei zwar traditionelle Werte wie Frieden, Liebe, Familie und Schönheit schätzen, diese jedoch keineswegs mit Religion verbinden und meist nicht imstande sind, sie selbst umzusetzen. Laut Glossová müssen Kirche und Gesellschaft ihre Werte neu präsentieren und versuchen, sie auf kreative Weise umzusetzen.

Ján Fabičovic setzte sich in seinem Beitrag mit den christlichen Werten in der Politik auseinander und skizzierte drei verschiedene Weisen, wie man christliche Politik verstehen kann: als eine ausschließlich für Christen gedachte Politik, als eine von Christen ausgeübte Politik und als eine Politik, die christliche Prinzipien vollständig akzeptiert und konsequent umsetzt.

Auch das Publikum wurde zu Fragen ermutigt. Die aktuelle Situation in der deutschen Kirche und Politik stand dabei im Vordergrund.

Die Reaktionen der etwa 100 Teilnehmer waren überwiegend sehr positiv. Aus Gesprächen ging hervor, dass insbesondere die präzisen und treffenden Aussagen des Hauptredners sowie seine tolerante und zutiefst menschliche Ausstrahlung geschätzt wurden. Seine Analysen würden den meisten helfen, in der Öffentlichkeit argumentativ sicherer aufzutreten und über den rein religiösen Rahmen hinaus den Wert des Christentums für die Demokratie zu verargumentieren. Auch die slowakischen Redner wurden mit ihren Stellungnahmen zur aktuellen Lage und zu den Beziehungen zwischen Politik, Staat und Kirche in der Slowakei mit Interesse aufgenommen. Ihre Sichtweise verband sich sehr gut mit den Thesen von Herrn Püttmann, sodass diese gut auf die slowakische Situation angewendet werden können.

Ferner war es für diese beiden begabten Persönlichkeiten der jüngeren Generation eine gute Gelegenheit öffentlich aufzutreten, ihre Meinungen und Erfahrungen zu präsentieren und mit dem Publikum zu diskutieren.

An der Veranstaltung nahmen ebenfalls zahlreiche Freunde der KAS teil, unter anderem der Germanist und Dozent an der Comenius-Universität Tancer, der Rektor der Universität Trnava, Miloš Lichner, junge Christdemokraten und junge Demokraten, aktive christliche Laien sowie einige Priester und der Bischof der evangelischen Kirche, Ján Hroboň. Informelle Gespräche und Vernetzung dauerten bis in den späten Abend.


Kirche und Politik im Dialog

3.Juni 2026, KAS-Büro, 9.00-11.00 Uhr

Am nächsten Tag fand im Konferenzraum des KAS-Büros Bratislava ein intensives Rundtischgespräch mit Andreas Püttmann sowie Persönlichkeiten aus der akademischen, politischen, kulturellen und kirchlichen Szene statt, unter anderem mit Marián Čaučík, KDH-Parlamentsabgeordnetem.

Im Gespräch ging es um den Dialog zwischen Religion, Politik, Kultur und NGOs. Ziel war es, sich in einem kleineren, vertraulichen Kreis über aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen auszutauschen sowie über gegenseitige Erwartungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit – auch mit der KAS – zu sprechen.

Alle Beteiligten waren der KAS dankbar für die Möglichkeit, mit einem ausgewiesenen Experten und hochgeschätzten Politologen über aktuelle Themen zu sprechen und äußerten Interesse an ähnlichen Veranstaltungen.

Die beiden Veranstaltungen fanden auf Deutsch und Slowakisch mit Simultanübersetzung statt.

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About this series

The Konrad-Adenauer-Stiftung, its educational institutions, centres and foreign offices, offer several thousand events on various subjects each year. We provide up to date and exclusive reports on selected conferences, events and symposia at www.kas.de. In addition to a summary of the contents, you can also find additional material such as pictures, speeches, videos or audio clips.

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