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Neue Wege des Dialogs: Forsthoffer-Besuch in Berlin

by Dr. Mátyás Szabó
Die Präsidentin des ungarischen Parlamentes, Ágnes Forsthoffer, absolvierte vom 10. bis 11. September 2026 einen offiziellen Arbeitsbesuch in Berlin. Im Mittelpunkt der Reise standen die Vertiefung der parlamentarischen Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland, der Austausch mit führenden Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Bundestages sowie Fragen der europäischen Zusammenarbeit und der demokratischen Handlungsfähigkeit.

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Gespräche im Deutschen Bundestag


Zum Auftakt ihres Besuchs wurde Ágnes Forsthoffer im Plenum des Deutschen Bundestages von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner begrüßt. Anschließend fand ein bilaterales Gespräch zwischen den beiden Parlamentspräsidentinnen statt. Der Fokus richtete sich insbesondere auf die weitere Entwicklung der deutsch-ungarischen Parlamentsbeziehungen und Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit. Einen weiteren wesentlichen Verhandlungspunkt bildete die Einrichtung eines deutsch-ungarischen Freundeskreises im ungarischen Parlament.

 

Von besonderer symbolischer Bedeutung war die gemeinsame Kranzniederlegung an der deutsch-ungarischen Gedenktafel am Reichstagsgebäude. Damit gedachten die beiden Präsidentinnen der Öffnung der ungarischen Grenze im September 1989 und sie betonten die historische Bedeutung der deutsch-ungarischen Beziehungen und die besondere Rolle Ungarns bei der Überwindung der deutschen und europäischen Teilung.

 

Des Weiteren führte Ágnes Forsthoffer Gespräche mit Günther Krichbaum, Staatsminister für Europa, mit Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour sowie mit Prof. Dr. Anja Karliczek, der Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages. Mit Mitgliedern des CDU/CSU-Fraktionskreises für die deutsch-ungarischen Parlamentsbeziehungen fand ein Arbeitsessen in der ungarischen Botschaft statt. Im Zentrum der Gespräche standen die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen, ein Dialog über aktuelle europäische und regionale Herausforderungen sowie die Erschließung neuer Möglichkeiten für eine engere parlamentarische Zusammenarbeit.

 

Besuch bei der Konrad-Adenauer-Stiftung


Zu den prägenden Stationen des Besuchs zählte der Termin bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Gespräch mit deren Vorsitzenden, Annegret Kramp-Karrenbauer, dem Generalsekretär Dr. Mark Speich, der Leiterin des Hauptabteilung Europäische und Internationale Beziehungen, Caroline Kanter und dem Leiter des KAS Auslandsbüros in Ungarn, Hans-Hartwig Blomeier, erörterte Ágnes Forsthoffer aktuelle Fragen von beiderseitigem Interesse und Perspektiven für die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit. Im Anschluss nahm sie am traditionellen jährlichen „Tag der Konrad-Adenauer-Stiftung 2026“ in der Akademie der Stiftung teil. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Stark, frei, handlungsfähig?! Demokratien in einer unruhigen Welt“ und befasste sich mit der Frage, wie demokratische Gesellschaften angesichts geopolitischer Umbrüche, autoritärer Herausforderungen, Desinformation und zunehmender Polarisierung ihre Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft bewahren können. 

 

Für die KAS war der Auftritt von Ágnes Forsthoffer insbesondere deshalb von Bedeutung, weil sie gemeinsam mit Thorsten Frei, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, an der zentralen Abschlussdiskussion „Stark, frei, handlungsfähig: Demokratien und die Kraft der bürgerlichen Mitte“ teilnahm. Die Diskussion wurde von Miriam Hollstein moderiert und fand vor mehreren hundert Gästen statt. 


In ihrem Impuls und im anschließenden Gespräch betonte Ágnes Forsthoffer die Bedeutung funktionsfähiger rechtsstaatlicher Institutionen, demokratischer parlamentarischer Verfahren und einer aktiven gesellschaftlichen Mitte. Sie verwies dabei auch auf die Erfahrungen bei der Wiederherstellung demokratischer parlamentarischer Prozesse in Ungarn. Ein besonderer Akzent lag auf der politischen Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger: Demokratie sei dann besonders stark, so Frau Forsthofer,  wenn Menschen das Gefühl hätten, selbst etwas bewirken zu können. Daraus leitete sie die Notwendigkeit neuer Formen des Dialogs und der Beteiligung ab.
 

Die Bedeutung des Besuchs
Der Aufenthalt von Ágnes Forsthoffer in Berlin verdeutlichte den gemeinsamen europäischen Anspruch, demokratische Institutionen zu stärken, den politischen Dialog zu vertiefen und das gesellschaftliche Vertrauen in demokratische Prozesse zu fördern. Zugleich setzte der Besuch einen wichtigen Impuls für die weitere Vertiefung der deutsch-ungarischen Beziehungen und trug dazu bei, die bilaterale Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben.
 

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