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Preis Faire Tat des Jahres 2025 für Jakub Filek, den Teilnehmer am KAS-Projekt Unauffällige Helden

de Gabriela Tibenská

Auszeichnung für Jakub Filek

Der Preis Faire Tat des Jahres richtet sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 26 Jahren, die durch ihre inspirierenden Taten zu einem fairen gesellschaftlichen Umfeld, zu mehr Transparenz, zur Stärkung moralischer Werte oder zur Förderung des gesellschaftlichen Dialogs beitragen. Jakub Filek erhielt die Auszeichnung Faire Tat des Jahres für seinen offenen Brief an den Premierminister, in dem er sich dafür einsetzte, den Tag des Kampfes für Freiheit als gesetzlichen Feiertag und arbeitsfreien Tag zu erhalten.

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Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt jedes Jahr das einzigartige Projekt Unauffällige Helden für Gymnasialschülerinnen und -schüler. Ziel des Projekts ist es, dass die Jugendlichen die Geschichten von Menschen dokumentieren und öffentlich präsentieren, die während des totalitären Regimes mutig und heldenhaft gehandelt haben. Der mehrfache erfolgreiche Projektteilnehmer Jakub Filek, hat die im Projekt gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse in ein aktives gesellschaftliches Engagement umgesetzt. Für dieses Engagement wurde er mit der Auszeichnung Faire Tat des Jahres 2025 geehrt.

Jakub Filek erhielt Ende Juni 2026 die Ehrung für sein außergewöhnliches zivilgesellschaftliches Engagement im Zusammenhang mit der Debatte um die mögliche Abschaffung des arbeitsfreien Feiertags 17. November - Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie. Er initiierte einen offenen Brief an die slowakische Regierung und das Parlament, in dem er gemeinsam mit anderen jungen Menschen die Beibehaltung dieses Gedenktages forderte. Seine Initiative mobilisierte Menschen und löste eine breite öffentliche Diskussion über die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und historischer Erinnerung aus. Die Jury würdigte besonders seinen Mut, seine Eigeninitiative und den gesellschaftlichen Einfluss seines Handelns. Der Preis wird von der Stiftung Zastavme korupciu (Stoppt die Korruption) an junge Menschen verliehen, die sich aktiv für Fairness, Demokratie und das Gemeinwohl einsetzen.

 

Hier wurde berichtet:

https://my.sme.sk/zilina/c/zorganizoval-peticiu-studentske-protesty-i-diskusie-mlady-aktivista-ziskal-ocenenie-ferovy-cin-roka

teraz.sk

ferovycinroka.sk

sme.sk

 

Und hier der Bericht vom Preisträger Jakub Filek: 

Vom Gedenken zum Handeln: Einsatz für Demokratie und Freiheit

Den Preis „Faire Tat des Jahres“ der Stiftung „Stoppt Korruption“ erhielt ich für die Initiative eines offenen Briefes an die Regierung der Slowakischen Republik und die Abgeordneten des Nationalrates der Slowakischen Republik, nachdem der 17. November offiziell als arbeitsfreier Feiertag abgeschafft worden war.

Zunächst ist es wichtig zu betonen, dass ich nicht die einzige Person war, die daran beteiligt war. Eine bedeutende Rolle spielte unter anderem Michal Lábaj, der Mitinitiator dieses Briefes ist und zudem mehrfach am Wettbewerb Unauffällige Helden (Projekt der KAS und des Vereins Unauffällige Helden) teilgenommen hat, bei dem er seine eigenen Geschichten aufgearbeitet hat.

Der Grund, warum wir uns zur Initiierung eines offenen Briefes entschlossen haben, war die Tatsache, dass die Regierung und das Parlament, die diese Entscheidung verabschiedet hatten, damit unmittelbar das Andenken an den 17. November als Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie mit Füßen traten. Gerade die Studierenden spielen an diesem Tag eine zentrale Rolle: Im November 1989 stellten sie sich dem kommunistischen Regime entgegen, während sie im November 1939 zu Opfern des nationalsozialistischen Regimes wurden. Wir sind daher der Ansicht, dass das Vermächtnis dieser Tage lebendig gehalten werden muss. Die Regierung und das Parlament der Slowakischen Republik haben dies jedoch praktisch unmöglich gemacht, indem sie den 17. November als arbeitsfreien Tag abschafften. Damit signalisierten sie uns allen, dass sie diesen bedeutenden Tag und seine Botschaft nicht ausreichend wertschätzen.

Gemeinsam mit Michal Lábaj beschlossen wir daher, einen offenen Brief zu veröffentlichen. Darin erinnerten wir an die Bedeutung dieses wichtigen Tages, legten dar, warum er nicht als arbeitsfreier Feiertag abgeschafft werden sollte, und forderten die Regierung sowie die Abgeordneten des Nationalrates auf, den 17. November wieder zu einem arbeitsfreien Feiertag zu machen. Dadurch sollte es Studierenden ebenso wie der breiten Öffentlichkeit ermöglicht werden, die Bedeutung dieses wichtigen Feiertags der Freiheit und Demokratie angemessen zu würdigen.

Den offenen Brief konnten alle Menschen unterzeichnen, denen dieser Tag am Herzen liegt. Dank der Unterstützung von Mitschülerinnen und Mitschülern unseres Gymnasiums, weiterer Schulen sowie der breiten Öffentlichkeit wurde der Brief online von mehr als 2.600 Studierenden und Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet.

Zwar blieb eine Reaktion der Regierungsseite auf diesen Brief aus, und der 17. November ist weiterhin lediglich ein gesetzlicher Feiertag ohne arbeitsfreien Charakter. Dennoch ist es uns dank der Tausenden von Unterschriften, der Unterstützung bedeutender Persönlichkeiten wie František Mikloško – einem wichtigen Dissidenten der Novemberereignisse – sowie der Studierenden aus der gesamten Slowakei gelungen, darauf aufmerksam zu machen, dass den jungen Menschen das Schicksal dieses Feiertags keineswegs gleichgültig ist.

Einer der Gründe, warum ich mich mit dieser Thematik beschäftige, sind auch Schülerprojekte, in denen ich mich mit den Schicksalen von Opfern des kommunistischen Regimes befasse. Für den Wettbewerb Unauffällige Helden habe ich mehrere Geschichten von Menschen aufgearbeitet, die keine Angst davor hatten, sich der Diktatur und dem kommunistischen Regime entgegenzustellen. Durch diese Arbeiten lernte ich – sei es in persönlichen Gesprächen mit den Betroffenen oder durch Gespräche mit deren Angehörigen – die Lebensgeschichten von Menschen kennen, die einen hohen Preis dafür zahlen mussten, dass sie dem sozialistischen Regime unbequem waren. Dadurch wurde mir auch das Leid und der Schaden bewusst, die durch den Kommunismus als Ideologie verursacht wurden, sowie die Folgen, die er für Tausende unschuldige Bürgerinnen und Bürger der Tschechoslowakei hinterlassen hat. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, dafür zu kämpfen, dass der Feiertag des 17. November nicht in Vergessenheit gerät und seine Würde bewahrt bleibt.

Derzeit engagiere ich mich neben meinem Studium – ab September werde ich mein Jurastudium an der Masaryk-Universität (MUNI) aufnehmen – weiterhin im Bereich des zivilgesellschaftlichen Aktivismus sowie für die Verteidigung der Demokratie und demokratischer Werte in unserer Gesellschaft.

Gemeinsam mit Michal Lábaj und weiteren Studierenden haben wir die Initiative „Študentská klubovňa“ (Studentenklub) gegründet. Über diese Plattform versuchen wir, als Schüler mit Politikerinnen und Politikern sowie mit Fachleuten in den Dialog zu treten und junge Menschen für das öffentliche Leben zu engagieren. Wir diskutieren sowohl mit Vertretern der Opposition als auch mit Politikern der Regierungskoalition, die wir zu unseren Veranstaltungen einladen.

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, mit denen wir diskutiert haben, gehören beispielsweise der ehemalige tschechische Premierminister Petr Fiala, der ehemalige slowakische Premierminister Eduard Heger, Verteidigungsminister Robert Kaliňák sowie der Dissident und erster Parlamentspräsident František Mikloško.

Darüber hinaus organisieren wir Protestaktionen, Filmvorführungen und kulturelle Veranstaltungen, um auf Gefährdungen der Demokratie in der Slowakei aufmerksam zu machen und das öffentliche Bewusstsein für demokratische Werte zu stärken.

Jakub Filek, Juni 2026


 

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