Die Geschichte Sachsen‑Anhalts ist reich an herausragenden Persönlichkeiten, deren Wirken weit über die Region hinausreicht. Die folgende Zusammenstellung – bewusst eine Auswahl unter vielen weiteren bedeutenden Frauen und Männern – macht sichtbar, wie vielfältig und einflussreich dieses Kulturland im Laufe der Jahrhunderte gewesen ist.
Diese Ausstellung versteht sich auch als Beitrag zur politischen Bildung. Sie zeigt historische Entwicklungen, macht Kontinuitäten und Wandel sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf das Handeln von Menschen in ihrer Zeit. Zugleich lädt sie dazu ein, heutige gesellschaftliche und politische Fragen im Kontext dieser Geschichte zu betrachten. Als Politisches Bildungsforum der Konrad‑Adenauer‑Stiftung ist es uns wichtig, die Geschichte Sachsen‑Anhalts sichtbar zu machen und ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Landes zu vermitteln. Dieses Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Kompakt.Media entworfen und realisiert. Ronald Floum gebührt unser besonderer Dank.
Den Anfang der Ausstellung markiert Otto der Große (912–973), der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Magdeburg war sein bevorzugter Aufenthaltsort und geistiges Zentrum, im dortigen Dom fand er seine letzte Ruhe. Sein Aufstieg vom sächsischen Herzog zum führenden Herrscher Europas wurde von Zeitgenossen häufig mit dem Satz beschrieben: „Durch Gott vermag er alles.“
Im hohen Mittelalter prägte Eike von Repgow (um 1180–1233) die Rechtsordnung des deutschsprachigen Raums. Auf Burg Falkenstein verfasste er den Sachsenspiegel, das einflussreichste Rechtsbuch seiner Zeit. Sein Prinzip „Gemeiner Nutz geht vor sunderlichen Nutz“ zeigt ein frühes Verständnis gemeinschaftlicher Verantwortung.
Mit der Reformation rückt Wittenberg ins Zentrum Europas. Martin Luther (1483–1546), in Eisleben geboren, stellte mit seinen 95 Thesen die kirchliche Ordnung grundlegend infrage und veränderte die religiöse Welt dauerhaft. Sein Satz „Weißes erkennt man besser, wenn man Schwarzes dagegen hält“ verdeutlicht seine zugespitzte Art zu argumentieren.
Luthers engster Weggefährte war Philipp Melanchthon (1497–1560), der „Lehrer Deutschlands“. Er reformierte das Bildungssystem, entwickelte Schulordnungen und schuf grundlegende Strukturen für eine moderne, humanistisch geprägte Bildung. „Die Welt kann nicht ohne die freien Künste bestehen“ bringt sein Verständnis von Bildung auf den Punkt.
Im 17. Jahrhundert setzte Otto von Guericke (1602–1686) als Magdeburger Bürgermeister, Forscher und Diplomat wissenschaftliche Maßstäbe. Mit der Erfindung der Luftpumpe und den „Magdeburger Halbkugeln“ wies er die Existenz des Vakuums nach. Seinem Denken entsprach der Satz: „Nichts ist so sehr verborgen, dass es nicht durch Fleiß und Mühe schließlich ans Licht gebracht werden könnte.“
Eine Pionierin der Aufklärung war Dorothea Christiane Erxleben (1715–1754) aus Quedlinburg. Als erste promovierte Ärztin Deutschlands setzte sie sich für die akademische Bildung von Frauen ein und stellte geltende gesellschaftliche Normen infrage. Ihr Satz „Das Verbot des Studiums für das weibliche Geschlecht ist kein Naturgesetz…“ zeigt ihre Überzeugungskraft.
Die spätere Kaiserin von Russland, Katharina die Große (1729–1796), wurde als Sophie Auguste Friederike von Sachsen-Zerbst in Stettin geboren, wuchs aber in Zerbst auf. Ihr Ausspruch: „Ich möchte, dass man dem Gesetz gehorcht, aber ich möchte keine Sklaven.“ gilt als Ausdruck ihres Selbstverständnisses als aufgeklärte Monarchin.
Mit Otto von Bismarck (1815–1898), geboren in Schönhausen, verbindet sich eine zentrale politische Figur des 19. Jahrhunderts. Als erster deutscher Reichskanzler prägte er das Kaiserreich und die europäische Politik nachhaltig. „Die Politik … ist eine Kunst“ beschreibt seinen pragmatischen Ansatz.
Zu den bedeutendsten Denkern der Moderne zählt Friedrich Nietzsche (1844–1900) aus Röcken. Seine Schriften beeinflussen bis heute Philosophie, Kultur und Literatur weltweit. Der Satz „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie“ ist einer seiner prägnantesten Gedanken.
Die kulturelle Moderne des 20. Jahrhunderts trug Kurt Weill (1900–1950) entscheidend mit. Der aus Dessau stammende Komponist verband Oper, Jazz und politisches Theater auf neue Weise – darunter die weltberühmte Dreigroschenoper. Seine Haltung: „Es gibt nur gute und schlechte Musik.“
Den Abschluss dieser Auswahl bildet Hans‑Dietrich Genscher (1927–2016) aus Reideburg/Halle, einer der prägenden Außenpolitiker der Bundesrepublik. Sein Auftritt auf dem Balkon der Prager Botschaft 1989 wurde zu einem Symbol der deutschen Einheit. Für ihn war Freiheit stets eng mit Verantwortung verbunden: „Freiheit ist … die Verantwortung, das zu tun, was man als richtig erkannt hat.“
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Politisches Bildungsforum Sachsen-AnhaltO tejto sérii
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