General Mladić war maßgeblich für die knapp vierjährige Belagerung von Sarajevo 1992 bis 1996 verantwortlich, bei der über 11.000 Menschen ums Leben kamen, sowie für den Völkermord von Srebrenica im Juli 1995, bei dem mehr als 8000 bosnische Jugendliche und Männer ermordet wurden. Er starb am 27. August 2026 im Gefängnis in Den Haag, wo er seit 2011 eine lebenslange Haftstrafe verbüßte.
„Die EVP verurteilt aufs Schärfste die Anwesenheit hochrangiger serbischer Amtsträger (auch aus der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina, Anm. des Verf.) sowie die militärischen Ehren bei der Beerdigung von Ratko Mladić. Die Verherrlichung von Ratko Mladić sei nicht nur eine Frage der innenpolitischen Debatte in Serbien, sondern habe weitreichende Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit des Landes als EU-Beitrittskandidat, erklärte der Europaabgeordnete Davor Ivo Stier, Sprecher der EVP-Fraktion für Serbien, während der Debatte im Plenum des Europäischen Parlaments zu diesem Thema. ‚Bei der EU-Mitgliedschaft geht es nicht nur darum, technische Kriterien zu erfüllen; es geht in erster Linie um die Teilhabe an grundlegenden europäischen Werten. Die Verherrlichung von Ratko Mladić und die bei seiner Beisetzung gewährten militärischen Ehren können Serbiens Glaubwürdigkeit nur untergraben und seinen Weg in die Europäische Union gefährden‘, betonte Stier. Hinzu kommt eine menschliche und moralische Dimension. Ein ehrliches Verständnis der Vergangenheit könne nicht auf Leugnung, Verherrlichung oder Verfälschung historischer Fakten beruhen, betont Stier. ‚Ohne Wahrheit und Respekt gegenüber den Opfern kann es keine echte Versöhnung geben. Die Verherrlichung von Ratko Mladić, einem verurteilten Kriegsverbrecher, bewirkt genau das Gegenteil: Sie vertieft Spaltungen, schürt den Geschichtsrevisionismus und untergräbt die Bemühungen um dauerhaften Frieden und Versöhnung. Die EVP-Fraktion steht in Solidarität mit den Opfern von Völkermord und Kriegsverbrechen.‘“