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Jemens Medienlandschaft im Umbruch

Auftaktworkshop für Forschungsvorhaben zur Rolle der Medien

Armut, Staatsversagen und bewaffneter Konflikt: Der Jemen ist nicht erst seit kurzem ein besonders schwieriges und gefährliches Arbeitsumfeld für unabhängige Journalisten.

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Im Gegenteil, die jahrelange Repression und autoritäre Herrschaft von Präsident Ali Abdallah Saleh haben die Entwicklung eines professionellen, journalistischen Berufsstands lange Zeit unmöglich gemacht. Weiterhin rangiert das Land von Jahr zu Jahr am untersten Ende einschlägiger Rankings der Pressefreiheit. Verlage und Zeitungen waren unter seiner Herrschaft einer rigiden Zensur unterworfen und Journalisten wurden immer wieder systematisch von den Sicherheitskräften und lokalen Stammesmilizen bedroht, verhaftet und getötet.

 

Die politischen Umwälzungen 2011 boten auch den jemenitischen Medien eine Chance auf Neuanfang. Auch wenn weiterhin große Probleme in Bezug auf die Pressefreiheit und die Sicherheit von Journalisten bestehen, gibt es auch erste Anzeichen dafür, dass die lokalen Medien langfristig freier und kompetenter arbeiten können. Gleichzeitig schlägt sich der zumindest partielle Wegfall enger staatlicher Kontrolle in Kombination mit dem Fehlen professioneller journalistischer Standards aber auch in zunehmend parteiischer Berichterstattung nieder. Statt ein objektives Gegengewicht und Korrektiv zu den Verlautbarungen der einzelnen, verfeindeten politischen Parteien und Stammesmilizen zu bilden, dienen viele Blätter und Sender als deren Sprachrohr und verschärfen die bestehenden Konflikte. Damit verspielen sie nicht zuletzt ihre Chance, einen Beitrag zu einer konstruktiven politischen Transition zu spielen.

 

Vor diesem Hintergrund plant das Regionalprogramm Golf-Staaten in Zusammenarbeit mit dem Yemen Polling Center eine umfassende Studie zur Rolle der Medien in dem konfliktreichen Land. Ist es doch für Entscheidungsträger und Vertreter der jemenitischen Zivilgesellschaft als auch ausländische Beobachter unabdingbar, ein besseres Verständnis der jemenitischen Medienlandschaft zu erlangen. Neben einer Analyse des Status quo soll die Studie auch Ansätze zur möglichen Schaffung eines unabhängigeren, konstruktiven Mediensystems herausarbeiten.

 

Den Auftakt des Forschungsprojekts bildet ein dreitägiger Workshop, der vom 7. bis zum 9. Dezember in Amman stattfinden wird. Hier soll internationalen Experten ein erster Entwurf des Vorhabens vorgestellt werden. Das so gewonnene Feedback zum theoretischen Ansatz und methodologischen Überlegungen wird nachfolgend als Basis für die weitere Feldarbeit im Jemen dienen.

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Lieu de l'événement

Amman, Jordanien

Publication

Konflikt im Jemen: wie können lokale Medien dazu gebracht werden, eine konstruktive Rolle zu spielen?: Workshop als Auftakt zu Studie über die Polarisierung der jemenitischen Gesellschaft durch die Medien
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Contact

Fabian Blumberg

Fabian Blumberg bild

Leiter des Regionalprogramms Golfstaaten

fabian.blumberg@kas.de +962 6 59 24 150