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Universitätsarchiv Münster/ Fotograf unbekannt

Affirmation und Skepsis

Der Beitrag der Ritter-Schule zur Formierung des Liberalkonservatismus in der Bundesrepublik

Der Essay verortet die „Ritter’sche Mitte“ im Spannungsfeld von Kritik, Institutionenbindung und öffentlicher Verantwortung. Im Zentrum steht ein Verständnis des Intellektuellen, das sich bewusst von radikaler Gesellschaftskritik wie auch von antiintellektueller Pose absetzt und stattdessen auf Skepsis, Mäßigung und kompensatorische Deutungsleistungen in der Moderne setzt. Anhand von Odo Marquard, Hermann Lübbe und Robert Spaemann wird gezeigt, wie sich ein liberalkonservativer Intellektuellentypus herausbildete, der Kritik nicht als Gegenentwurf zur bestehenden Ordnung, sondern als deren reflexive Ergänzung begreift.

1776–2026 | Europa und die USA | Gesellschaftliche Herausforderungen

„In der Debatte“ bietet einen scharfsinnigen Blick ins politisch-historische Feuilleton im Juli 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.

In der Debatte blickt im Juli auf den Zustand der amerikanischen Gesellschaft anlässlich des 250. Jahrestags der Verkündung der Unabhängigkeitserklärung, die Beziehungen zwischen den USA und Europa sowie die Herausforderungen, vor denen die demokratische Gesellschaft steht.

Morton Weinstein/University Archives, Rare Book & Manuscript Library, Columbia University Libraries

Gegen den paranoiden Stil in der amerikanischen Politik

Richard Hofstadters Beitrag zur Ideengeschichte der USA

Richard Hofstadter zählt zu den einflussreichsten amerikanischen Historikern der Nachkriegszeit. In seinen Arbeiten verband er politische Geschichte mit sozialpsychologischen Deutungsansätzen und warnte vor den Gefahren, die Massenbewegungen für die Demokratie darstellen können. David Brown zeichnet die Entwicklung von Hofstadters Denken nach und erörtert die Bedeutung seines Werks für das Verständnis politischer Phänomene der Gegenwart.

picture alliance / arkivi

Überall Faschisten

Zur Entwertung eines historischen Begriffs und den Folgen für die liberale Demokratie

Der inflationäre und von historischer Unkenntnis geprägte Gebrauch des Faschismusbegriffs folgt einer politischen Absicht. Matthias Oppermann begibt sich auf die Spur der Begriffs- und Debattengeschichte und untersucht den Einsatz des Faschismusvorwurfs in den Auseinandersetzungen der Gegenwart.

Populismus und Demokratie | Magnifica Humanitas | KI – Risiko und Chance | Geopolitische Spannungen

"In der Debatte" bietet einen scharfsinnigen Blick ins politisch-historische Feuilleton im Juni 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.

In der Debatte bietet im Juni wieder einen Blick auf unterschiedliche Themen: Insgesamt stehen demokratische Systeme unter wachsendem Druck durch Polarisierung, Extremismus und Propaganda, bleiben jedoch stabilisierbar, wenn sie bewusst verteidigt und weiterentwickelt werden. Papst Leo XIV. versteht die Kirche als globalen Vermittler und betont in seiner Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz vor allem die Würde des Menschen sowie einen verantwortungsvollen, ethisch geleiteten Umgang mit Technologie. Gleichzeitig zeigt sich, dass KI tiefgreifende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Konflikte auslöst, ihre Chancen jedoch durch aktive Gestaltung genutzt werden können. Die internationale Ordnung wird instabiler, wodurch Europa angesichts einer unberechenbaren USA mehr sicherheitspolitische Eigenständigkeit entwickeln muss, ohne Bündnisse wie die NATO dabei infrage zu stellen.

picture alliance / Westend61 | Serjunco

Eine Kraft, mit der man rechnen muss

Über den Aufstieg des Postliberalismus und die Zukunft der liberalen Ordnung

Der Postliberalismus hat sich in den vergangenen Jahren von einer intellektuellen Randströmung zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft entwickelt. Aurelian Craiutu zeichnet die ideengeschichtlichen Wurzeln dieser heterogenen Bewegung nach und zeigt, warum ihre Kritik am Liberalismus heute auf Resonanz stößt. Zugleich wird deutlich, dass postliberale Denker trotz gemeinsamer Gegner höchst unterschiedliche Gesellschaftsentwürfe vertreten. Der Beitrag plädiert dafür, diese Strömung weder zu überschätzen noch vorschnell abzutun, sondern ihre Einwände als Hinweis auf die Schwächen liberaler Demokratien ernst zu nehmen.

ullstein bild - CARO / Olaf Schuelke

Transhumanismus und liberale Demokratie

Techno-Optimismus als Absage an die Kunst des Politischen

Welche Vorstellung der 'Res Politica' hat der Transhumanismus? Dirk Lüddecke legt dar, auf welchen Grundannahmen der Transhumanismus beruht, und erläutert, warum ihm ein im eigentlichen Sinne des Wortes politisches Denken fremd ist. Der Transhumanismus, argumentiert Lüddecke, habe keinen Begriff von der Würde der Person und vom aktiven, eigenverantwortlichen Bürger. Mit den Prinzipien der liberalen Demokratie sei dieser Denkstil deshalb nicht vereinbar.

Liberale Demokratie | Antisemitismus und Erinnerungskultur | Europas Sicherheit und die NATO

"In der Debatte" bietet einen Blick ins politisch-historische Feuilleton im Mai 2026 – analysiert, bewertet, ordnet ein und fasst zusammen.

"In der Debatte" betrachtet im Mai den Zustand der liberalen Demokratien und der politischen Mitte, die durch verschiedene Faktoren unter Druck geraten. Der in westlichen Gesellschaften weiter zunehmende Antisemitismus stellt ein tief verankertes und vielfältiges Problem dar, dem Politik, Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam entgegentreten müssen. Die Sicherheitsordnung Europas wird durch die abnehmende Verlässlichkeit der USA und deren strategische Neuausrichtung grundlegend verändert, wodurch die NATO unter Druck gerät.

picture alliance

Streitbare Demokratie

Historisch-politische Betrachtungen zu einem bundesdeutschen Leitkonzept

Alexander Gallus zeichnet die ideen- und verfassungsgeschichtliche Genese der „streitbaren Demokratie“ nach – von den Krisenerfahrungen der Weimarer Republik über Exildebatten der 1930er und 1940er Jahre bis zur institutionellen Verankerung im Grundgesetz. Im Zentrum steht die Frage, wie Demokratien ihre Feinde abwehren können, ohne dabei ihre eigenen liberalen Grundlagen zu beschädigen. Anhand zentraler Akteure wie Karl Loewenstein, Wilhelm Hoegner, Thomas Mann oder Karl Mannheim wird gezeigt, dass die wehrhafte Demokratie das Ergebnis eines politischen Lernprozesses war. Der Beitrag verbindet ideengeschichtliche Rekonstruktion mit aktuellen Fragen und diskutiert vor dem Hintergrund der Verbotsdebatten um die AfD die schwierige Balance zwischen Volkssouveränität, Verfassungsschutz und demokratischer Offenheit.

Public Domain

Fragwürdige Analogien

„Auch wenn China, wie Westad schreibt, durch Aktivitäten der USA in seinen Nachbarstaaten eine Einkreisung fürchten sollte und zu deren Verhinderung sein Bündnis mit Russland pflegt, gleicht die Welt vor 1914 mit ihren festgefügten Bündnissystemen der heutigen, sehr viel fluideren internationalen Situation kaum.“

Odd Arne Westad: Der kommende Sturm. Der nächste große Krieg und wovor die Geschichte uns warnt. Stuttgart 2026 (Klett-Cotta).

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