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Millionen Corona-Impfdosen verderben

von Dr. Rudolf Teuwsen

Wöchentlich Neues aus Guatemala, Honduras und El Salvador

Liebe Interessierte an der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Guatemala und Honduras: Wie wirkt sich die Corona-Pandemie in Mittelamerika aus? Welche anderen Ereignisse des politischen und wirtschaftlichen Lebens in diesen Ländern geschehen sonst noch? Und wie arbeitet die KAS eigentlich unter den derzeitigen Bedingungen? Wenn Sie die Antworten auf diese oder ähnliche Fragen interessieren, bieten wir Ihnen in diesem Blog Woche für Woche die wichtigsten Neuigkeiten und einen kleinen Einblick. Danke für Ihr Interesse und viel Vergnügen bei der Lektüre.

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Am 31. März sind in Guatemala mehr als 2,9 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs Sputnik V im Wert von rund 25 Millionen Euro abgelaufen. Sie dürfen daher nicht mehr verwendet werden. Bis zum 7. April droht dasselbe mit gut 1,6 Millionen Dosen von Moderna, die Guatemala jedoch geschenkt bekommen hatte. Das mit den Impfungen betraute Personal des Gesundheitsministeriums hatte bereits in den letzten Tagen gar kein Material mehr aus den Lagern geholt, aus Angst bestraft zu werden, falls man die Dosen nicht auch wirklich nutzen konnte. Die Bevölkerung verweigert aber insbesondere die Annahme des russischen Produkts Sputnik V.

Wie nicht anders zu erwarten hat das Verfassungsgericht (CC) von Guatemala die Wiederwahl der Richterin Gloria Porras – nicht zu verwechseln mit der ebenfalls ihre Wiederwahl anstrebenden Generalstaatsanwältin Consuelo Porras! – für ungültig erklärt, dem Kongress verboten, Porras zu vereidigen – was der ohnehin verweigert hatte – und das zuständige Wahlgremium der staatlichen Universität San Carlos aufgefordert, eine Neuwahl durchzuführen. Gloria Porras, die sich längst in den USA im Exil befindet, will sich für das neue Verfahren nicht wieder bewerben. Grund für die Annullierung ihrer Wahl ist die Tatsache, dass das Wahlgremium nicht geheim abgestimmt hatte, wie es das Gesetz verlangt. Obwohl dieselben Gründe auch gegen die Wahl ihres Stellvertreters Rony López vorliegen, dieser aber bereits vereidigt wurde, darf er laut der entscheidung des CC im Amt bleiben.

Honduras hat im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gegen den Vorschlag zur Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Nicaragua gestimmt und sich damit, ebenso wie Bolivien, Eritrea, Kuba und Venezuela, der Haltung Russlands und Chinas angeschlossen. Zum ersten Mal hat die neue Regierung von Präsidentin Castro damit den Spagat gewagt, sich einerseits den linken Regierungen des lateinamerikanischen Subkontinents anzuschließen, andererseits aber auf die finanzielle und ideelle Unterstützung der USA im Kampf gegen Korruption und Straflosigkeit zu setzen. Wegen Misswirtschaft und Korruption während der achtjährigen Präsidentschaft ihres Vorgängers Juan Orlando Hernández genießt die Linkspartei Libre in der honduranischen Bevölkerung trotz solch widersprüchlichen Haltungen ein fast unbegrenztes Vertrauen. Kritisch gesehen wird hingegen, dass die Präsidentin selbst nur repräsentative Funktionen ausübt, während ihr Ehemann, der ehemalige Präsident Mel Zelaya, der kein gewähltes Amt innehat, die Regierungsstrategie bestimmt, wichtige Verhandlungen führt und Entscheidungen trifft.

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28. März 2022
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